Luftangriffe auf Dresden

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Die Luftangriffe auf Dresden waren ein außergewöhnlich massiv geführtes, wiederholtes Flächenbombardement der alliierten Luftstreitkräfte gegen die sächsische Landeshauptstadt Dresden im Zweiten Weltkrieg. Man kann die Bombardements durchaus als Kriegsverbrechen an Zivilisten sehen. Sie hinterließen sehr viele Tote und Verwundete sowie Sachschäden teils auch an wertvollen Kulturgütern. Die Dresdner Luftangriffe werden heute von rechtsextremen und geschichtsrevisionistischen Kreisen häufig propagandistisch missbraucht, um die brutale alliierte Kriegführung - also die Gegner Deutschlands - anzuprangern, ohne gleichzeitig auf die eigentlichen Ursachen des Krieges und die historisch einzigartigen Missetaten des Hitler-Regimes hinzuweisen.

Eine B-17-Bombergruppe mit leuchtenden Luftverwirbelungen

Die Propagande des Nationalsozialismus hielt die Todeszahlen im Land aus psychologische Gründen geheim, um eine Panik in der Bevölkerung zu verhindern, gaben jedoch zugleich übertriebene Zahlen an die Auslandspresse. So kamen sechsstellige Opferzahlen in Umlauf.[1] Die schwedische Zeitung Svenska Morgonbladet schrieb am 17. Februar 1945: „gegenwärtig … 100.000“, am 27. Februar 1945 „näher bei 200.000“. 1948 erwähnte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz über 275.000 gemeldete Tote im Raum Dresden.[2] Axel Rodenberger schrieb 1951 von 350.000 bis 400.000 Toten. F. J. P. Veale schrieb 1954 in seinem Buch Der Barbarei entgegen von 300.000 bis 500.000 Toten. David Irving[3] schätzte 1964[4] zunächst 250.000 Tote, in späteren Auflagen waren es nur noch 135.000 Tote.[5] Die in der deutschen Wikipedia angegebenen Zahlen von 25.000 erscheinen allerdings angesichts der zerstörten Wohnungen eher zu niedrig.

Der Maler Theodor Rosenhauer in den Trümmern Dresdens

Oberbefehlshaber der Bombardierungen war Arthur Harris. Am 24. August 1944 hatte es erste Bombenangriffe auf benachbarte Industriegebiete gegeben. Am 7. Oktober 1944 erfolgte durch eine B-17-Bombergruppe mit dem Kriegsnamen „Hell’s Angels“ der Angriff auf die Innenstadt Dresdens, ein weiterer kam am 16. Januar 1945 tagsüber. Die große Angriffswelle rollte in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar über die Stadt. Es war zugleich der 175. Fliegeralarm in Dresden. Innerhalb von 15 Minuten wurden drei Viertel der Dresdner Altstadt in Brand gesetzt. Teilweise waren mehrere hundert Flugzeuge der US-Luftwaffe, der britischen Royal Air Force sowie einige kanadische Gruppen an den Bombardierungen beteiligt. Dabei erstreckten sich die Angriffe auch auf das Umfeld der Stadt.

Bei der Ungewissheit über die Zahl der Toten ist zu berücksichtigen, dass sich viele Flüchtlinge in und um Dresden aufhielten. Es wird außerdem geschätzt, dass rund 50.000 Arbeiter in der Rüstungsindustrie der Stadt beschäftigt waren.[6] Bis Mai 1945 waren 60.000 bis 75.000 von insgesamt 222.000 Wohnungen völlig zerstört. Das bedeutet, dass allein 120.000 bis 150.000 Dresdner praktisch obdachlos waren.

1 Siehe auch

2 Einzelnachweise

  1. Anton Maegerle (Blick nach Rechts, 4. Februar 2010): „Mythos Dresden“
  2. Richard Evans: David Irving, Hitler and Holocaust Denial: (D) Unreliable testimony: the Red Cross, Walter Kleiner, and Karl Mehnert. (Archivversion vom Vorlage:Suppress0 April 2012)
  3. Helmut Schnatz: Luftkriegslegenden in Dresden. historicum.net, 17. Dezember 2003.
  4. David Irving: Der Untergang Dresdens. Gütersloh, S. Mohn, 1964
  5. https://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriffe_auf_Dresden
  6. Matthias Neutzner: Die Erzählung vom 13. Februar. In: Oliver Reinhard, Matthias Neutzner, Wolfgang Hesse (Hrsg.): Das rote Leuchten: Dresden und der Bombenkrieg. Edition Sächsische Zeitung, Dresden 2005, ISBN 3-938325-05-4