Arthur Harris

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Profil.png Profil: Harris, Arthur
Namen Harris, Arthur Travers
Beruf Oberkommandierender des Bomber Command im Zweiten Weltkrieg
Persönliche Daten
13. April 1892
Cheltenham
5. April 1984
Henley-on-Thames


Arthur Travers Harris, genannt Bomber-Harris, (* 13. April 1892 in Cheltenham; gest. 5. April 1984 in Henley-on-Thames) war Oberbefehlshaber des Bomber-Kommandos der Royal Air Force.


1 Im Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Durch von ihm zu verantwortende Flächenbombardements gegen die Zivilbevölkerung wurden hundertausende Menschen getötet. Die Area Bombing Directive (General Directive No.5 (S.46368/D.C.A.S)) („Anweisung zum Flächenbombardement“) wurde während des Zweiten Weltkrieges, am 14. Februar 1942, vom britischen Luftfahrtministerium herausgegeben. [1]

In dieser Anweisung wurde dem neuen Oberkommandierenden des Bomber Command der Royal Air Force (RAF), Arthur Harris, mitgeteilt, er könne seine Streitkräfte ab sofort ohne jede Beschränkung einsetzen („You are accordingly authorised to use your forces without restriction …“).

Einen Tag nach der Anweisung wurde der RAF-Stabschef Luftmarschall Sir Charles Portal noch deutlicher, indem er schrieb: „Ich nehme an, dass klar ist, dass die Ziele bebaute Gebiete und nicht z. B. Schiffswerften oder Flugzeugwerke lt. Anhang A sein werden. Dies muss jedem klargemacht werden, falls es noch nicht so verstanden worden ist.“ (“… I suppose it is clear that the aiming points will be the built up areas, and not, for instance, the dockyards or aircraft factories where these are mentioned in Appendix A. This must be made quite clear if it is not already understood.”)

Die Umsetzung begann mit dem Nachtangriff auf Essen am 8. und 9. März 1942 sowie weiteren Luftangriffen auf das Ruhrgebiet. Anhang A nannte noch vierzehn weitere Industriestädte in Nord-, Mittel- und Süddeutschland. Die monatliche Bombenrate bezifferte er für August 1944 auf 90.000 Tonnen. Ziel war es, acht Millionen Häuser und 60 Millionen Wohnungen zu zerstören. RAF-Stabschefs rechnete mit 900.000 Toten und einer Million Schwerverletzter.[2]

Portal teilte am 3. November 1942 den Stabschefs des Heeres und der Marine mit, dass die Bombereinheit bis Ende 1944 auf 6000 Maschinen gebracht werden sollte.

2 Bewertung[Bearbeiten]

Harris wurde nach dem Krieg durch die Ernennung zum Baronet geehrt. Unter den Briten gilt er trotzdem als umstritten. Seine Rolle im Zweiten Weltkrieg, speziell die Bombardierung deutscher Innenstädte wird kritisch gesehen. Bei aller Verehrung der Briten für militärische Helden und Führer möchten ihn viele nicht als Kriegshelden verehrt sehen. Dazu trägt auch bei, dass er auch nach dem Feuersturm von Hamburg mit 35.000 Toten den Bombenkrieg als eine relativ humane Methode der Kriegsführung bezeichnete. Ein 1992 in London enthülltes Denkmal musste wegen Beschmierens mit Farbe und anderen Beschädigungen mehrere Monate bewacht werden. Sein Bombenkrieg gegen Deutschland war zudem sehr verlustreich für die eigenen Soldaten. 55.000 Flieger kamen während der Angriffe auf Deutschland ums Leben, was bedeutet, dass jeder Zweite nicht vom Einsatz zurückkam.

3 Verehrung in der Hooligan- und Antifa-Szene[Bearbeiten]

Bei Hooligans scheint Harris noch populär zu sein, bei der Fußball - Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland sangen Hooligans das Lied Ten little Bombers in the Air und feierten Harris. Auch seitens einiger Antifa-Kämpfer wird Harris verehrt und zur Wiederholung seiner Kriegsverbrechen aufgefordert.

4 Leben und Karriere[Bearbeiten]

Von 1930 an war Harris im britischen Luftstab für den Nahen Osten tätig, wo er an der blutigen Niederschlagung verschiedener Aufstände der dortigen Bevölkerung gegen die britische Kolonialherrschaft teilnahm. Beispielsweise setzte er Streubomben, Zeitzünder, Tretminen und Giftgas gegen die Zivilbevölkerung ein und begründete dies damit, dass seiner Ansicht nach Araber und Kurden nur eine „Politik der harten Hand" verstünden („The only thing the Arab understands is the heavy hand“).[3]

5 Siehe auch[Bearbeiten]

Bomber Harris, do it again.

6 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.nationalarchives.gov.uk/education/heroesvillains/g1/cs3/g1cs3s2.htm Nationalarchiv (englisch)
  2. Die Zeit Nr. 14 vom 31. März 2005, Manfred Messerschmidt: Inferno und Befreiung - Generalfeldmarschall Models letztes Gefecht
  3. Corum, James S.; Wray R. Johnson: Airpower in Small Wars: Fighting Insurgents and Terrorists (Modern War Studies), S. 65, Lawrence KS: University Press of Kansas, 2003, 11. Juli 2009.

7 Literatur[Bearbeiten]

8 Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arthur Harris – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

9 Andere Lexika[Bearbeiten]