Leila Mourad

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Profil.png Profil: Mourad, Leila
Persönliche Daten
17. Februar 1918
Kairo
21. November 1995
Kairo


Leila Mourad (* 17. Februar 1918 in Kairo; gest. 21. November 1995 in Kairo) war eine jüdische Sängerin und Schauspielerin. Sie war zu ihrer Zeit eine der populärsten Künstlerinnen im arabischen Raum. [1]
Die jüdische Sängerin und Schauspielerin Leila Mourad

1 Vita und Werk[Bearbeiten]

  • Leila Mourad wurde im Kairoer Stadtteil Abbassiyya als Lillian Zaki Mourad Mordechai geboren. Sie war die Tochter des aus dem Irak stammenden jüdischen Kantors Zaki Mourad und seiner polnisch-jüdischen Frau Gamilah Salmon geboren. [2] Sie hatte hatte sechs Geschwister. Einer ihrer Brüder war der Schauspieler und Komponist Mounir Mourad. Ihre Gesangsausbildung übernahm ihr Vater und der jüdische Komponist Dawood Hosni. Leila Mourad wurde von ihrem Vater auf eine christliche Schule geschickt, wo sie u.a. auch christlihche Lieder sang. [3] Bereits im Alter von neun Jahren trat Leila Mourad in der Kairoer Musikhalle Saalat Badi'a auf und mit 14 Jahren war sie im ägyptischen Radio zu hören.
  • 1932 gab sie in dem Film al-Dahaya ihr Schauspieldebüt. Da ihr Vater aus ökonomischen Gründen viel reiste und in anderen Ländern der arabischen Welt arbeitete, musste Leila Mourad bereits früh Verantwortung für die Familie übernehmen. In der Zeit vor Gründung Israels 1948 gingen Muslime, Juden und Christen in Ägypten tolerant und freundschaftlich miteinander um, und man konnte auch als Jüdin Karriere machen und populär werden.
    Leila Mourad auf einem Plakat für den Film Shati Al-Gharam aus dem Jahr 1950
    1938 gab ihr der ägyptische Komponist Mohammed Abdel Wahab, der auch Lieder für sie schrieb, eine Rolle in seinem Film Yahia el Hob. Auch andere Komponisten wie Mohammad Fawzi, Mohammad Qassabji, Riyad al-Sunbati oder Sheikh Zakariya Ahmad schrieben Lieder für sie. [4] Unter dem Produzenten Togo Mizrahi drehte sie zwischen 1939 und 1944 sechs sehr erfolgreiche Spielfilme, bei denen es sich um romantische Geschichten und Komödien mit vielen Musikeinlagen handelte. [5] Sie wurde zur populärsten Schauspielerin Ägyptens, und wurde u.a. "Cinderella des ägyptischen Films" genannt.
  • 1945 heiratete sie den Schauspieler und Produzenten Anwar Wagdi und konvertierte ein Jahr später zum Islam. Danach drehte sie bis 1953 unter Leitung ihres Ehemanns fast jedes Jahr mehrere Filme. Nach der Gründung Israels im Jahr 1948 nahm auch in Ägypten die antijüdische Stimmung zu. Nachdem ihre Ehe 1951 zerbrach, beschuldigte sie ihr Exmann 1952 öffentlich, dass sie ein Spion Israels sei und 50.000 britische Pfund für die israelische Armee sammle. [6] Sofort wurden ihre Lieder und Filme in der arabischen Welt boykottiert. Der ägyptische Präsident Jamal Abd al-Nasser setzte sich persönlich für eine Aufhebung des Boykotts ihrer Filme und Lieder in Syrien ein. [7] Obwohl die Vorwürfe sich als haltlos erwiesen und sie 1953 noch zur offiziellen Sängerin der Ägyptischen Revolution ernannt wurde, drehte sie 1953 ihren letzten Film. Das Magazin Ruz al-Yusuf berichtete regelmäßig über ihre Karriere. Im November 1954 wurde ihr Song Is’al ‘alayya zum Song des Jahres gewählt und einen Monat später trat sie vor 4.000 begeisterten Zuschauern auf. [8] 1955 zog sie sich aus der Öffentlichkeit zurück. [9] Einige Jahre sang sie noch ab und an für das Radio, bevor sie sich ganz in das Privatleben zurückzog. Ob die Gründe ihres Rückzugs in den den öffentlichen Beschuldigungen als Spion, im nachlassenden Erfolg (ihr letzter Film Al Habib al Majhoul floppte 1955 an den Kassen) oder im Privatleben lagen nicht geklärt. [10] Im Laufe ihrer Karriere hat Leila Mourad an die 1.200 Lieder eingespielt und 27 Filme gemacht. [11] Sie heiratete noch zwei mal: Zuerst den Offizier Waguih Abaza und später den Filmdirektor Fatin Abdul Wahab. [12] Angebote nach Israel auszuwandern und dort ihre Karriere fortzusetzen lehnte sie mehrfach ab. [13]
  • Vier Jahre nach ihrem Tod gab Ägypten ihr zu Ehren eine Briefmarke heraus. [14] Im Jahr 2009 wurde eine ägyptisch-syrische TV-Serie über ihr leben produziert. Dies war die erste arabische Fernsehsendung, die Juden nicht stereotyp als Halsabschneider, Betrüger, Verbrecher oder Mörder, sondern als ganz normale Menschen und loyale Staatsbürger eines arabischen Landes zeigte. [15]

2 Filmografie[Bearbeiten]

Leila Mourad auf einer ägyptischen Briefmarke aus dem Jahr 1999
  • El habib el maghul (1955)
  • Bint el akaber (1953)
  • Sayedat al-Qitar (1953)
  • Min al kalb al kalb (1952)
  • Ward el gharam (1952)
  • Shati el gharam (1950)
  • Ghazal al-banat (1949)
  • El hawae wa el chabab (1948)
  • Darbet el kadar (1947)
  • Kalbi dalili (1947)
  • Khatem Suleiman (1947)
  • Leila bint el agnia (1947)
  • El madi el majhoul (1946)
  • Leila bint el fukara (1946)
  • Shadia al wadi (1946)
  • Leila fil zalam (1944)
  • Leila, bint madaress (1942)
  • Leila, ghadet el camelia (1942)
  • Shuhaddaa el gharam (1942)
  • Leila, bint el rif (1941)
  • Laila momtera (1940)
  • Yahya el hub (1938)

3 Links und Quellen[Bearbeiten]

3.1 Weblinks[Bearbeiten]

3.1.1 Audio[Bearbeiten]

3.1.2 Video[Bearbeiten]

3.2 Literatur[Bearbeiten]

  • Joel Beinin: The Dispersion of Egyptian Jewry - Culture, Politics, and the Formation of a Modern Diaspora, The American University in Cairo Press, 2005, Seite 83 bis 85
  • Ghada Hashem Talhami: Historical Dictionary of Women in the Middle East and North Africa, Scarecrow Press, 2013, Seite 233 und 234
  • Viola Shafik: Popular Egyptian Cinema - Gender, Class, and Nation, The American University Press in Cairo, 2006, Seite 36 bis 40
  • Gönül Dönmez-Colin: The Cinema of North Africa and the Middle East, Wallflower Press, 2007, Seite 13 ff.

4 Andere Wikis[Bearbeiten]

4.1 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Levana Zamir: The golden era of "the Jews of Egypt" and the Mediterranean option for a united Middle East, University of Haifa, 2008, S. 32
  2. Mona L. Russell: Egypt, ABC-Clio, 2013, S. 342
  3. Eyal Sagui Bizawe: The Return of Cinderella; in Haaretz vom 1. Oktober 2009
  4. Leyla Murad TV soap shows Jews as normal people
  5. Joel Beinin: The Dispersion of Egyptian Jewry - Culture, Politics, and the Formation of a Modern Diaspora, The American University in Cairo Press, 2005, S. 83 und 84
  6. Mona L. Russell: Egypt, ABC-Clio, 2013, S. 342
  7. Ghada Hashem Talhami: Historical Dictionary of Women in the Middle East and North Africa, Scarecrow Press, 2013, S. 233 und 234
  8. Joel Beinin: The Dispersion of Egyptian Jewry - Culture, Politics, and the Formation of a Modern Diaspora, The American University in Cairo Press, 2005, S. 85
  9. Michael Brenner: Kleine jüdische Geschichte, C.H. Beck, 1. Aufl., München, 2012, S. 320
  10. Viola Shafik: Popular Egyptian Cinema - Gender, Class, and Nation, The American University Press in Cairo, 2006, S. 36
  11. Sami Asmar: Decade Later, Layla Murad Still Unforgettable Artist
  12. Eyal Sagui Bizawe: The Return of Cinderella; in Haaretz vom 1. Oktober 2009
  13. Andrew Hammond: Pop Culture Arab World! - Media, Arts, and Lifestyle, ABC Clio, 2005, S. 118
  14. Ghada Hashem Talhami: Historical Dictionary of Women in the Middle East and North Africa, Scarecrow Press, 2013, S. 234
  15. Ofer Ronen und Edwin Seroussi: Hayrana Laih

5 Hinweis zur Verwendung[Bearbeiten]

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