Kulturkampf

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Als Kulturkampf werden Ereignisse ab etwa 1870 in Preußen und der Schweiz bezeichnet, die einen Konflikt zwischen den säkularen Regierungen dieser Länder und dem römischen Papst resp. den jeweiligen Bischöfen dieser Länder zum Gegenstand hatten. Auslöser war unter anderem das vom Papst proklamierte Unfehlbarkeitsdogma in kirchlichen Lehrmeinungen. Preußen wollte unter Führung des Kanzlers Otto von Bismarck aus der als staatlich betrachtete Domänen der Schule den Einfluss der Kirchen zurückdrängen. In der Schweiz eskalierte der Konflikt sogar so weit, dass der Bischof des größten Bistums polizeilich aus dessen Sitzkanton Solothurn ausgewiesen wurde. In einem weiteren Sinne zum Kulturkampf gezählt wird auch die etwa gleichzeitig erfolgte Entmachtung des seit dem Mittelalter bestehenden päpstlichen Kirchenstaates durch die weltlichen Instanzen in Italien, womit der Papst territorial auf den kleinen Vatikanstaat zurückgedrängt wurde.

Quellen

  • dtv-Atlas Weltgeschichte, Band 2
  • Th. Wallner: Geschichte des Kantons Solothurn, Band 3