Karl Hotz

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Profil.png Profil: Hotz, Karl
Beruf deutscher Ingenieur und Militär
Persönliche Daten
1877
Wertheim
20. Oktober 1941
Nantes


Karl Hotz, (* 1877 in Wertheim; † 20. Oktober 1941 in Nantes) war ein deutscher Militäringenieur. Er wurde als Feldkommandant der Stadt Nantes bekannt. Er wurde Opfer eines Attentates, das auch den Tod von 48 Geiseln zur Folge hatte.

1 Leben

Karl Hotz studierte Ingenieurswissenschaften. Im Ersten Weltkrieg war er Offizier, danach arbeitete er als leitender Angestellter in der Düsseldorfer Baugesellschaft Brandt.

1.1 Karl Hotz und die Stadt Nantes

Während der 1920er-Jahre plante die Stadt Nantes große Baumaßnahmen an den Flüssen Loire und Erdre. Ein Teil der Kosten dieser Bauten sollte von Deutschland im Rahmen der Kriegsreparationen des Dawes-Planes beglichen werden. Deshalb wurde die Baugesellschaft Brandt gebeten, an den Arbeiten in Nantes teilzunehmen. Sie sandte ein Team, dessen Leiter Karl Hotz war. Von 1929 bis 1933 waren die deutschen Arbeiter mit der Bebauung des Erdre beauftragt. Sie hatten die letzte 800 Meter des Flusses aufzufüllen und, als Seitenkanal, einen Tunnel unter den Cours Saint-Pierre und Saint-André auszubaggern. Im Juni 1933 verließen sie und Karl Hotz Nantes.

Während dieses Aufenthaltes hatte Karl Hotz, der ein gebildeter Mann war und sehr gut Französisch sprach, viele Freunde im Bürgertum von Nantes gewonnen. Als er als Oberstleutnant am 23. Juni 1940 zum Feldkommandanten der Stadt Nantes ernannt wurde, war er daher nicht unbekannt.

Als Feldkommandant hatte er die Verantwortlichkeit über die deutschen Truppen im Département Loire-Inférieure. In Nantes waren die Arbeiten an der Loire noch nicht abgeschlossen und er half der Gemeinde sie fortzusetzen. Es scheint, das er ein schlechtes Verhältnis zur Gestapo hatte: Am 8. August 1941 wurde eine Gruppe von jungen Widerstandskämpfern vom Feldgericht freigesprochen; aber obwohl Hotz die Befreiung der Gefangenen wollte, wurden sie im Gefängnis der Gestapo festgehalten. Am 27. August 1941 verurteilte in Berufung das Feldgericht ein anderen Widerstandskämpfer zum Tode, dem Karl Hotz die Gnade verweigerte.

1.2 Das Attentat

Es scheint, dass das Attentat von Nantes nicht direkt gegen Karl Hotz gerichtet war, es ist vielmehr im Kontext des kommunistischen Widerstands des Jahres 1941 zu sehen. Ab dem Juni 1941 hatte die Kommunistische Partei Frankreichs eine Strategie des bewaffneten Kampfes gegen Deutschland gewählt. Diese Strategie bestand in Attentaten gegen zufällig getroffene deutsche Offiziere und in Sabotage. Dieser Kampf wurde von jungen Aktivisten unter der Leitung von Charles Tillon, Albert Ouzoulias und Pierre Georges (Fabien) geführt. Von August bis September 1941 wurden acht Attentate in Paris und Umgebung verübt, die den Tod von 24 gefangenen Kommunisten zur Folge hatten. Die Leiter entscheiden dann, den Kampf in die Provinz zu tragen, nämlich nach Bordeaux, Nantes und Rouen.

Am 13. Oktober fährt eine Gruppe von drei Männern, Spartaco Guisco (alt 30), Gilbert Brustlein (alt 22) und Marcel Bourdarias (alt 17), nach Nantes. Am 18. Oktober ist Pierre Georges in Nantes, um den Auftrag der Gruppe klarzustellen. Am 20. Oktober um 5:50 Uhr sabotieren sie die Gleisanlage Nantes-Saint-Nazaire ; dann gehen Brustlein und Guisco nach dem Stadtzentrum, wo sie zwei deutsche Offiziere vor dem Dom Nantes sehen. Um 7:45 Uhr schießt Brustlein und erschlägt den ersten Offizier, der Karl Hotz ist[1] ; Guisco gelingt es nicht, den zweiten Offizier (den Ordonnanzoffizier Kapitän Sieger) zu töten. Die zwei Kämpfer flüchten, weil Karl Hotz wenige Minuten danach stirbt .

1.3 Die Konsequenzen

Die Information über den Tod von Karl Hotz wurde vom Befehlshaber Frankreich Otto von Stülpnagel um 10:30 Uhr an Adolf Hitler gemeldet. Hitler verlangt den Tod von 150 Gefangenen, später dann nur von 100 Gefangenen. Otto von Stülpnagel veröffentlichte eine Bekanntmachung, die besagte, dass 50 Gefangene sofort erschossen werden sollen und 50 weitere, wenn die Schuldigen am 23. Oktober 1941 nicht verhaftet sind. Außerdem setzte er eine Belohnung von 15.000.000 Franken für Informationen über das Attentat aus.

Am 22. Oktober wurden 48 Menschen erschossen, darunter 27 aus dem Lager Châteaubriant. Der Großteil waren Kommunisten aus Paris, 16 Insassen aus den Gefängnissen Nantes, die Widerstandskämpfer aus Nantes (und zwar die Gefangenen des 8. August) waren und 5 Insassen aus dem Gefängnis Romainville, die ebenfalls Widerstandskämpfer aus Nantes waren.

Die Erschießung der 48 Gefangenen wurde am 23. Oktober bekanntgegeben. Viele Franzosen reagierten mit Hass auf Deutschland. Deshalb verlängerte Otto von Stülpnagel sein Ultimatum am 24. Oktober 1941 bis zum 27. Oktober, obwohl niemand verhaftet worden war. Am 28. Oktober wurde das Ultimatum sine die verschoben.

Der Attentäter Gilbert Brustlein (*1919-†2009) konnte nicht verhaftet werden. Ihm gelang es, über nach Spanien nach England zu fliehen, wo er Soldat in der Armee des Generals de Gaulle wurde. Die Mittäter Guisco und Bourdarias wurden am 17. April 1942 erschossen.

Im Jahre 1945 wurde der Name Cours des Cinquante Otages zu der breiten, anstatt des Erdre von Karl Hotz ausgemachten Strasse gegeben (47° 12′ 58,3″ N, 1° 33′ 23,6″ W7). Im Jahre 1952 wurde ein Denkmal für die 50 Gefangenen eingeweiht, von denen 48 erschossen worden waren.

Karl Hotz ist auf dem deutschen Soldatenfriedhof Pornichet (Loire-Atlantique) begraben.

2 Bibliographie

  • Louis Oury, Le Cours des Cinquante Otages, Geschichtswerkstatt Saarbrücken, Saarbrücken, 1989.
    Zweisprachiges Buch: Gespräch zwischen den Schriftsteller Louis Oury und Historiker der Universität Saarbrücken (Partnerstadt von Nantes).

3 Noten

  1. Rue du Roi-Albert, Nummer 1, nicht fern von der Kommandantur


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Erster Autor: Aubriant , Alle Autoren: Neumeier, Aleman Cholo Aleman, JLeng, YMS , Wikidienst, Schildkröte Berliner Schildkröte, Howwi, Aubriant, PDD, Chatter