Isidor Lewin

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Profil.png Profil: Lewin, Isidor
Persönliche Daten
1860
Czarnikow
Juni 1938
Baden-Baden


Isidor Lewin (* 1860 in Czarnikow; gest. Juni 1938 in Baden-Baden) war ein jüdischer Handwerker, Kantor und Schächter.

1 Vita

Isidor Lewin wirkte als Aushilfskantor an der 1899 eingeweihten und 1938 zerstörten Synagoge von Baden-Baden
  • Isidor Lewin - der sich später Isidor Wolff nannte - wurde in Czarnikow in der preußischen Provinz Posen geboren. Er arbeitete als Tapezier, was der heutigen Tätigkeit eines Dekorateurs entspricht. Sein Leben als wandernder Handwerksgeselle führte ihn bis an die Westgrenze Deutschlands. Eine Zwischenstation war Berlin, wo er in einem vom bekannten jüdischen Kantor und Komponisten Louis Lewandowski geleiteten Synagogalchor sang. Das weckte in ihm den Wunsch selber Kantor zu werden. Ein Studium kam aber aus Geldmangel nicht in Frage, so dass er weiter in seinem Handwerk arbeitete.
  • Seine Wanderschaft führte ihn bis nach Baden. In Malsch, einem Dorf bei Baden-Baden, lernte er seine erste Ehefrau kennen, die aber bald nach der Hochzeit verstarb. Mit seiner zweiten Ehefrau, Henriette Dreifuss aus Kuppenheim, zog er nach Baden-Baden und betrieb in der nahe der Synagoge gelegenen Stephanienstraße 56 ein Möbelgeschäft. Dort wurden vor allem Matratzen und Sofas verkauft. Reperaturen wurden in seiner Tapezierwerkstätte auf dem Balkon des Hauses erledigt. 1905 wurde ihr Sohn Ernst Wolff geboren, der später am Hoch'schen Konservatorium in Frankfurt am Main Musik studierte, und danach als Sänger und Dirigent erfolgreich war und 1937 in die USA migrierte.
  • Neben seinem Möbelgeschäft engagierte sich Isidor Wolff in der jüdischen Gemeinde. Da er über eine gute Stimme verfügte und manche jüdischen Gottesdienste (z.B. an Jom Kippur) sehr lange dauern, unterstützte er den Kantor Max Grünfeld als Aushilfskantor.
  • 1916 gab Isidor Wolff sein Möbelgeschäft auf und wurde Kultusbeamter der Israelitischen Gemeinde von Baden-Baden. Der Synagogenvorstand bat ihn, sich auf Kosten der Gemeinde zum Schächter ausbilden zu lassen. So fuhr er sechs Monate lang ein mal pro Woche nach Straßburg, um das Schächten zu lernen. Isidor Wolff gehörte auch der Chewra Kaddischa an, einer ehrenamtlichen Vereinigung, welche jüdische Gemeindemitglieder bei Krankheits- und Todesfällen unterstützt.
  • Im April 1933 verboten die Nationalsozialisten das Schächten, und Isidor Wolff übergab dem Tierarzt im Schlachthaus seine Messer. Im Juni 1938 verstarb Isidor Wolff in Baden-Baden. Im November desselben Jahres wanderte sein Sohn Ernst Wolff mit seiner Mutter in die Schweiz und später die USA aus. [1]

2 Literatur

  • Angelika Schindler: Der verbrannte Traum - Jüdische Bürger und Gäste in Baden-Baden, Aquensis Verlag, 2. Aufl., Baden-Baden, 2013, Seite 60 bis 64

3 Weblinks

4 Einzelnachweise

  1. Angelika Schindler: Der verbrannte Traum - Jüdische Bürger und Gäste in Baden-Baden, Aquensis Verlag, 2. Aufl., Baden-Baden, 2013, S. 60 bis 64

5 Hinweis zur Verwendung

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6 Andere Lexika

Wikipedia kennt dieses Lemma (Isidor Lewin) vermutlich nicht.