Efraim (Stamm)

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Der Stamm Efraim (hebräisch אֶפְרַיִם, auch Ephraim) wurde nach dem Stammvater Efraim benannt. Efraim soll der Sohn von Josef gewesen sein. Josef war nach den biblischen Quellen Sohn von Jakob, Enkel von Isaak und gilt als Stammvater von zwei Stämmen Israels. Der Bruder von Efraim soll zudem nach den biblischen Quellen Manasse gewesen sein.

1 Der Stamm Efraim[Bearbeiten]

Efraim ist der zweitälteste Sohn Josefs, also ein Enkel von Jakob. Efraim wird in Ägypten geboren: Seine Mutter ist die Ägypterin Asenat, deren Vater Potifera dort ein Priester war. Sein Bruder heißt Manasse (Gen 46,20 EU).[1] Efraim erhält – wie viele Namen – in der Bibel eine Deutung: „Denn Gott hat mich wachsen lassen im Land meines Elends“, soll Josef bei seiner Geburt gesagt haben (Gen 41,52 EU).[1] Efraim bedeutet – aus dem Hebräischen übersetzt – wörtlich etwa „doppelt fruchtbar“.

Der Name wurde später Synonym für ein Siedlungsgebiet der Hebräer in Kanaan, das von den Angehörigen des von Efraim begründeten Volksstammes, einem der Stämme Israels, bevölkert wurde. Die zwölf Stämme erscheinen biblisch als Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs, Josef war einer von ihnen. Später wurde der Stamm Josefs in zwei Teile geteilt, nachdem Jakob kurz vor seinem Tod die beiden Söhne von Josef und Asenat, Efraim und Manasse, die vor seiner Ankunft in Ägypten geboren waren, als seine Nachkommen adoptiert hatte. Das Siedlungsgebiet Efraims gehörte zum Nordreich Israel, das sich um 925 v. Chr. vom Südreich Juda trennte. Manchmal wird Efraim in der Bibel daher auch als Kurzname für die zehn Nordstämme Israels während der Zeit der Aufteilung in ein Nord- und Südreich verwendet (so z. B. im Buch Hosea, Kapitel 6, Vers 4).[2][3]

2 Erwähnung in der hebräischen Bibel[Bearbeiten]

2.1 Stamm Efraim[Bearbeiten]

Ephraim nahm den Platz des Erstgeborenen ein (Jer 31,9), da das Erstgeburtsrecht Ruben genommen und auf Joseph übertragen worden war (1. Chr 5,1.2). Auch der Ort der Bundeslade lag im Stamm Ephraim, daher finden wir in der Zeit der Richter, dass dieser Stamm seinen Einfluss geltend machte. Die Ephraimiter waren ärgerlich über Gideon, weil er sie nicht eher in den Krieg gerufen hatte, aber eine milde Antwort beruhigte ihren Zorn (Ri 7,24; 8,1-3). Ein weiteres Mal beklagten sie sich bei Jephta, dass er ohne sie gegen die Ammoniter gekämpft hatte, obwohl Jephta ihnen erklärte, dass er sie gerufen hatte, sie aber nicht geantwortet hatten. Sie sagten auch hochmütig über die Gileaditer, dass sie Flüchtlinge Ephraims wären. Damit meinten sie, dass die Gileaditer kein Stamm wären, sondern zu Ephraim gehörten, von wo sie entflohen waren. Der Konflikt verschärfte sich dahingehend, dass die Gileaditer die Furten des Jordan besetzten. Dann wurde allen, die den Fluss überqueren wollten, auferlegt das Wort Schibboleth auszusprechen (welches die Ephraimiter nur als Sibboleth aussprechen konnten). Dabei wurden 42.000 Mann von Ephraim erschlagen (Ri 12,1-6). So wurde dieser stolze und neidische Stamm dafür bestraft, dass er seine Brüder belästigte, obwohl sie selbst nicht die heidnischen Einwohner aus dem Land vertrieben hatten, wie sie es hätten tun sollen (Ri 1,29). Sie gleichen einigen in der Kirche, die im Stolz mit ihren Brüdern streiten, aber nicht Gottes Kampf gegen die geistige Bosheit kämpfen. Später gab der Herr Silo auf und erwählte nicht den Stamm Ephraim sondern Juda als Ort des Königtums und des Heiligtums.[4]

2.2 Regierungszeit von David und Salomo[Bearbeiten]

Während der Regierungszeit von David und Salomo lesen wir sehr wenig über Ephraim. Er wird in den Psalmen zweimal „die Schutzwehr meines Hauptes" genannt (Ps 60,9; 108,9). Nach der Teilung der Stämme unter Rehabeam nahm Ephraim eine Vorrangstellung ein, was auch damit zusammenhing, dass die Orte Sichem und Samaria natürlicherweise in ihrem Gebiet lagen. Dies erklärt auch, warum die Propheten die zehn Stämme stets „Ephraim" nennen. Gleicherweise wurden die restlichen zwei Stämme Juda genannt (Hosea 5,3.5.13.14). Jesaja prophezeite, dass in 65 Jahren Ephraim zerschmettert werden und kein Volk mehr sein sollte (Jes 7,8). Diese Weissagung geschah 742 v. Chr. Im Jahr 721 v. Chr. wurde Samaria eingenommen und Israel in die Gefangenschaft geführt. Somit bezieht sich die Prophezeiung auf Esar-Haddon, welcher 678 v. Chr. eine Kolonie von fremden Völkern in Samaria ansiedelte, was die Erfüllung der 65 Jahre bedeutet. Dies stimmt ebenso mit der Prophezeihung überein, welche besagt, dass Samaria „Haupt Ephraims" ist (Jes 7,9).[5]

2.3 Orte[Bearbeiten]

  • Efraim ist eine Stadt nahe den Schafherden Absaloms, wo er Amnon töten ließ (2. Sam 13,23).
  • `Efraim ist eine Stadt nahe der Wüste. Hierher zog sich der Herr Jesus mit seinen Jüngern von der drohenden Gewalt der Führer der Juden in Jerusalem zurück (Joh 11,54). Sie ist heute unter dem Namen et Taiyibeh bekannt.[6]

2.4 Prophezeiung[Bearbeiten]

In der Prophezeiung, die sich auf die zukünftigen Segnungen der zwölf Stämme bezieht, wird Ephraim als Repräsentant der jüdischen Stämme gesehen. Laut Hesekiel 37,16-22 werden die zwölf Stämme in ihrem eigenen Land zu einer Nation werden, mit einem König über ihnen - eine Prophezeiung, welche eindeutig bis heute nicht erfüllt ist, aber welche sicherlich zu dem von Gott festgelegten Zeitpunkt ihre Erfüllung finden wird.[7]

2.5 Der Stier, dass Synonyme für den Stamm Efraim[Bearbeiten]

In der hebräischen Bibel, im Buch Deuteronomium 33,17, wird der Stamm Efraim mit Buffeln bzw. einem Stier sowie Hörner in Beziehung gesetzt. Es heißt: Der Erstling seines Stiers - wie herrlich ist er! Seine Hörner sind Büffelhörner. Mit ihnen stoße er die Völker alle zusammen nieder, die Enden der Welt. Das sind die Zehntausende aus Efraim, das sind die Tausende aus Manasse.[8]

2.6 Das Synonyme des Stieres in christlichen Bibeln[Bearbeiten]

Siehe Übersicht christliche Bibeln:[9]

  • Lutherbibel: Seine Herrlichkeit ist wie eines erstgeborenen Stieres, und seine Hörner sind wie Einhornshörner; mit denselben wird er die Völker stoßen zuhauf bis an des Landes Enden. Das sind die Zehntausende Ephraims und die Tausende Manasses.
  • Schlachter Bible: Prächtig ist er wie sein erstgeborener Stier, Hörner hat er wie ein Büffel; damit stößt er die Völker allzumal bis an die Enden der Erde. Das sind die Zehntausende von Ephraim und jenes die Tausende von Manasse!

3 Das Wappen des Stammes Efraim[Bearbeiten]

Erklärung der 12-er Symbolik anhand des Wappens der Stadt Güstrow
Güstrow und der Kanton Uri mit Altdorf und Attinghausen (12-er Symbolik)
Verortung des Stammes Efraim in Europa und den USA

Das Wappen des Stammes Efraim sollte der Stier sein.

4 Der Stamm Efraim in Europa und den USA[Bearbeiten]

4.1 Die Stadt Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern[Bearbeiten]

Güstrow ist mit rund 30.000 Einwohnern die siebtgrößte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns und Kreisstadt des Landkreises Rostock. Die Stadt ist als historische Residenzstadt bekannt für ihr Schloss, ihre gut erhaltene Altstadt mit vielen wertvollen Bauwerken und ihren Dom mit dem „Schwebenden Engel“. 1219 wurde am Standort des jetzigen Schlosses inmitten sumpfiger Wiesen die wendische Burg Güstrowe erbaut und 1236 die Domschule Güstrow gegründet. Sie ist eine der ältesten Schulen im deutschen Sprachraum. Das Wappen von Güstrow hat eine 12-er Symbolik. Des Weiteren enthält das Wappen des Freistaates Mecklenburg-Strelitz (1918–1933) noch das Symbol der heutigen Schweizer Nationalflagge.

4.2 Der Stamm Efraim im Kanton Uri (Schweiz)[Bearbeiten]

Die Recherche zeigte, dass neben Güstrow auch der Kanton Uri in der Schweiz den Ochsen als Symbol im Wappen trägt. Des Weiteren zeigte sich, dass von 20 Gemeinden zwei Gemeinden eine eindeutige 12-er Symbolik im Wappen haben. Dieses sind die Altdorf und Attinghausen im Kanton Uri.

Das Tal Uri wurde 853 von Ludwig dem Deutschen der von ihm gestifteten Fraumünsterabtei zu Zürich geschenkt. Dadurch gelangte Uri unter die Gewalt der Reichsvogtei von Zürich (siehe Adelsgeschlecht Montforter in Zürich). Nach dem Aussterben der Zähringer, welche dieselbe besessen hatten (1218), verlieh Friedrich II. die hoheitlichen Rechte über Uri den Habsburgern; aber schon 1231 erwirkten sich die Urner von seinem Sohn König Heinrich VII. die Reichsunmittelbarkeit, welche ihnen 1274 auch von Rudolf von Habsburg bestätigt wurde. Dennoch fühlten sich die Urner von den Habsburgern bedroht und schlossen mit Schwyz und Unterwalden das ewige Bündnis vom 1. August 1291. 1309 empfing Uri die Bestätigung seiner Reichsfreiheit. In der Folge half Uri, den Sieg bei Morgarten zu erkämpfen. In dieser Zeit spielt die Sage von Wilhelm Tell.

Der Name des heutigen Kantons Uri ist in seiner lateinischen Gestalt seit dem 8./9. Jahrhundert belegt; die älteste erhaltene Original-Urkunde stammt aus dem Jahre 853. Ab dem 13. Jahrhundert ist die Form Ure(n) belegt, die bald auch in deutschsprachigen Urkunden erscheint. Der Name, der zunächst für die Gegend um Altdorf gilt, mag auf eine Ableitung zu lat. ora/orum ‹Rand› oder zur indogermanischen Wurzel u̯er ‹Wasser, Regen, Fluss› mit einem n-haltigen Suffix zurückgehen.[10]

4.3 Der Stamm Efraim in Dänemark[Bearbeiten]

Wappen mit Stiere

Das Wappen der Gemeinde Tyrstrup in Dänemark zeigt einen roten Stier mit goldenen Hörnern, Hufen und Nasenring in silbernen Feld. Das Wappen ist seit dem 17. Jahrhundert bekannt und wurde einem Siegel entlehnt.[11]

5 Wappen mit Stieren[Bearbeiten]

5.1 Adelsfamilie Hahót (Ungarn)[Bearbeiten]

Der Stammvater der Hahót soll der Graf von Orlamünde[12] sein. Nach den Quellen half der Graf von Orlamünde um 1160 König Stephen III von Ungarn die Rebellion der Csáken zu vereiteln. Das erste Mitglied der Familie war Hahold (Hahót), der die Rebellion mit seinen Soldaten unterdrückte.[13]

5.2 Vils (Tirol, Österreich)[Bearbeiten]

Das Stadtrecht wurde Vils schon 1327 durch König Ludwig IV. (1328 deutsch-römischer Kaiser) verliehen. Die Herren von Hohenegg waren im Mittelalter einflussreiche Adlige, die die Burg Vilsegg in Vils erbauten.[14]

6 Der Stamm Efraim in den USA (Tell City)[Bearbeiten]

Evangelische Lindauers, die getaufte Juden waren und aus dem Kanton Schwyz (Schweiz) stammten, gründeten die Stadt Tell City[15] am Ohio Fluss in Indiana.[16][17]

Somit sollte es naheliegend sein, dass die Stadt Tell City von Nachfahren von Efraim gegründet wurde. Der Grund ist der Name (Wilhelm) Tell, der in Beziehung zum Kanton Uri in er Schweiz steht. (Ist nicht zu validieren)

7 Literatur[Bearbeiten]

8 Weblinks[Bearbeiten]

9 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Zitat aus dem 1. Buch Mose, Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, © 1980 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart
  2. Zitat aus der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift
  3. siehe auch Wikipedia: Ephraim (Stamm), z.T. textliche Übernahme
  4. Ephraim – Bibel-Lexikon[1] www.bibelkommentare.de, abgerufen am 06. Juni 2017
  5. Ephraim – Bibel-Lexikon[2] www.bibelkommentare.de, abgerufen am 06. Juni 2017
  6. Ephraim – Bibel-Lexikon[3] www.bibelkommentare.de, abgerufen am 06. Juni 2017
  7. Ephraim – Bibel-Lexikon[4] www.bibelkommentare.de, abgerufen am 06. Juni 2017
  8. Das Buch Deuteronomium, Kapitel 33[5] Dtn 33,17, abgerufen am 06. Juni 2017
  9. Deuteronomio 33:17[6] abgerufen am 06. Juni 2017
  10. Wikipedia: Geschichte des Kantons Uri [7], textliche Übernahme
  11. Dänische und deutsche Kommunalwappen, die in ihrer Symbolik Bezug auf den historischen Ochsenweg (Hærvejen) nehmen[8] Tyrstrup (erloschenes Wappen), abgerufen am 05. Juni 2017
  12. Wikipedia: Grafschaft Weimar-Orlamünde[9] abgerufen am 06. Juni 2017
  13. Wikipedia, Hahót (genus)[10] bgerufen am 05. Juni 2017
  14. Wikipedia, Vils (Stadt)[11] bgerufen am 05. Juni 2017
  15. Leitet sich von Wilhelm Tell ab
  16. Das Projekt Mariah Hill (Indiana) diente dazu den Familiennamen Lindauer in Süsskind zu reführen[12] Dipl.-Ing. Robert Brockmann, abgerufen am 30. Mai 2017
  17. Die jüdische und kryptojüdische Familie Lindauer[13] Dipl.-Ing. Robert Brockmann, abgerufen am 30. Mai 2017