André Gide

Aus PlusPedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Profil.png Profil: Gide, André
Namen Gide, André Paul Guillaume
Beruf Schriftsteller
Persönliche Daten
22. November 1869
Paris
19. Februar 1951
Paris


André Gide (geb. 22. November 1869 in Paris; gest. 19. Februar 1951 ebd.) war ein französischer Schriftsteller. Im Jahr 1947 erhielt er den Literaturnobelpreis.

1 Leben und Werk

Von der Mutter nach dem frühen Tod des Vaters streng protestantisch erzogen, lernte er 1891 Oscar Wilde kennen. 1893/1894 unternahm er eine Reise nach Algerien und Tunesien, wo er auch auf Wilde traf.

1895 heiratete er seine Kusine Madeleine Rondeaux, mit der er Europa und Afrika bereiste. 1909 war er Mitbegründer der Zeitschrift "La Nouvelle Revue Française". Einige Jahre stand er dem Kommunismus nahe; eine Reise in die UdSSR (1936) ernüchterte ihn jedoch ("Zurück aus Sowjet-Russland", 1936).

Neben anderen Auszeichnungen erhielt Gide 1947 den Nobelpreis.

Gide gehört zu den vielseitigsten und einflussreichsten Persönlichkeiten des literarischen Lebens zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sein durch eine klassische reine Sprache gekennzeichnetes Werk reicht von Übersetzungen (Johann Wolfgang von Goethe, William Shakespeare, William Blake, Walt Whitman, Alexander Puschkin u. a.) über ein umfangreiches literaturkritisches Werk und Biographien bis zu (politischen) Reisebeschreibungen, Erzählungen, Romanen, Dramen und Gedichten.

Er begann als Symbolist und erhielt starke Einflüsse durch die Beschäftigung mit Blaise Pascal, Friedrich Nietzsche, Fjodor Dostojewski und Goethe, der sein Schaffen seit Mitte der 20er Jahre wesentlich bestimmte.

In seinem Werk proklamiert Gide das Recht des Individuums auf sein ganz persönliches Leben. Er wendet sich gegen jede Konvention, die er als Einschränkung der Persönlichkeit ablehnt. Künstlerisch am bedeutendsten ist seine mehrbändige Autobiographie, beginnend mit "Stirb und werde" (2 Bände, 1920/21); die folgenden Bände enthalten in der Literatur in dieser Form bisher unübliche Schilderungen (homo-)sexueller Erlebnisse ("Et nunc manet in te und Intimes Tagebuch", 1951, und "So sei es oder Die Würfel sind gefallen", 1952).

Als sein erzählerisches Hauptwerk gelten "Die Falschmünzer" (1926).

2 Weitere Werke

  • Ein Liebesversuch, 1893
  • Paludes, 1895
  • Der schlechtgefesselte Prometheus, 1899
  • Die Rückkehr des verlorenen Sohnes, 1907
  • Die Verliese des Vatikan, 1914
  • Die Pastoralsymphonie, 1919
  • Die Schule der Frauen, 1929
  • Oedipus, 1931
  • Theseus, 1946

3 Andere Lexika