Alex Kurzem

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Profil.png Profil: Kurzem, Alex
Namen Kurzemnieks, Uldis; Galperin, Ilya
Beruf weißrussisches Opfer des Nationalsozialismus
Persönliche Daten
1935
Dsjarschynsk, Weißrussland


Alex Kurzem (* 1935 in Dsjarschynsk, Weißrussland) war in seiner frühen Kindheit als nichtentdeckter Jude Mitglied einer SS-Einheit zur Zeit des Nationalsozialismus. Als „SS-Maskottchen“ und jüngster Kindersoldat wurde er in den Deutsch-Sowjetischen Krieg geschickt.

1 Leben[Bearbeiten]

Kurzem, eigentlich „Ilya Galperin“ emigrierte fünfzehn-jährig im Jahre 1949 aus Deutschland nach Melbourne in Australien, wo er seine Frau Patricia heiratete und eine Familie gründete. Er wurde dort Fernsehreparateur und arbeitete im Zirkus. Sein Sohn Mark Kurzem publizierte die außergewöhnliche Geschichte seines Vaters im Zweiten Weltkrieg.

Nach Einmarsch der Wehrmacht in Lettland, räumte eine SS-Einheit am 21. Oktober 1941 das überwiegend jüdische Viertel in Dsjarschynsk, wobei Kurzems jüdische Eltern sowie dessen Bruder und Schwester getötet wurden. Kurzem gelang die Flucht und er hielt sich rund neun Monate in einem Waldgebiet versteckt. Am 12. Juli 1942 wurde er von einer lettischen Polizeibrigade, welche eine SS-Strumtruppe werden sollte, gefunden. Der Offizier Jakob Kulis handelte entgegen der Nazi-Propaganda und schützte das Waisenkind. Mit falscher Identität wurde aus dem ehemaligen jüdischen „Galperin“ ein russischer Kindersoldat namens „Uldis Kurzemnieks“ und später in Australien „Alex Kurzem“. Nachdem sich das Bataillon in eine Schutzstaffel-Brigade umformiert hatte, wurde der fünfjährige Kurzem in Uniform gesteckt und mit einer Schusswaffe ausgerüstet. Für die Schutzstaffel musste er mehrere Kleinarbeiten erledigen, später musste er an die russische Front, wo er mit den Gräueltaten und Massenerschießungen durch die Nationalsozialisten konfrontiert wurde. Durch Zeitungen und Magazine wurde der junge Kurzem im ganzen Deutschen Reich als „SS-Maskottchen“ bekannt. In Archiven fanden Historiker nun auch Videomaterial, ein Propagandafilm mit ihm in einer Nebenrolle. Während des Krieges war sein Vorgesetzter ein gewisser Karlis Lobe, ein lettischer Nationalsozialist, der für die Tötung mehrerer Juden verantwortlich war. Man vermutet, dass er für die Tötung der Familie Kurzem verantwortlich war. Als Deutschland bereits die Kriegswende erlebte, wurde Kurzem zu einer lettischen Familie geschickt und fortan dort großgezogen.

Während seines gesamten Lebens konnte er seine Geschichte als Geheimnis wahren und sprach erstmals im Jahre 1997 mit seiner Familie über die Ereignisse. Vor der Holocaust Kommission gab er anschließend eine Erklärung ab, welche jedoch kein Gehör bei den dort Anwesenden fand. Laut der Kommission, welche in Kurzems Dorf keinen Massenmord feststellen konnte, wurde er entgegen seinen Erwartungen als Kollaborateur eingestuft. Der Wahrheit wegen beschäftigte sich deshalb dessen Sohn mit der Geschichte und recherchierte anschließend über zehn Jahre, womit er ein Umdenken bei der Holocaust Kommission erreichte. Er ließ letztlich ein Buch mit dem Titel „The Mascot“ (dt. Das Maskottchen) veröffentlichen.

2 Literatur[Bearbeiten]

  • Mark Kurzem: Maskottchen : wie ein jüdischer Junge den Holocaust überlebte, Aus dem Engl. von Bernhard Robben, Scherz , Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-502-15154-8
  • Vera Sprothen: Wie ein Jude als Hitlers Vorzeigekind überlebt, in: Die Welt vom 5. Oktober 2007 (mit Fotos)
  • Alex Kurzem - making peace with Ilya Galperin, in Jewish Times Asia, Ausgabe Dez.08/Jan09

3 Weblinks[Bearbeiten]


4 Init-Quelle[Bearbeiten]

Entnommen aus der:

Erster Autor: Lützelburg91 angelegt am 07.11.2010 um 16:27,
Alle Autoren: Seeteufel, Ittoqqortoormiit, Artmax, Pelz, PeterGuhl, Crazy1880, Alraunenstern, Gf1961, Lützelburg91, Hhdw1, Wolf32at, Inkowik, Scooter


5 Andere Lexika[Bearbeiten]

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