Aaron Beer

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Profil.png Profil: Beer, Aaron
Beruf Kantor in Berlin
Persönliche Daten
1738
'
1821


Aaron Beer (* 10. Februar 1739 im unterfränkischen Poppenlauer; gest. 3. Januar 1821 in Berlin [1]) war ein jüdischer Kantor, Komponist und Musiksammler. Er gilt als einer der herausragenden Kantoren seiner Zeit. [2]
Der jüdische Kantor, Komponist und Musiksammler Aaron Beer in einer Darstellung durch Benedict Heinrich Bendix aus dem Jahr 1808.

1 Vita[Bearbeiten]

  • Er war der Sohn von Gabriel Beer. [3] Bereits in jungen Jahren trat er in Paderborn seine erste, kurzfristige Kantorenstelle an.
  • Im Jahr 1765 ging er nach Berlin, und erhielt dort am 6. Juli 1774 als Nachfolger des Kantors Hartog Leo seine Approbation zum Kantor der Großen Synagoge in der Heidereutergasse. 1786 wurde er dort Oberkantor. Außerdem war er beglaubigter Notar und Gemeindesekretär. Diese Aufgaben nahm er bis zu seinem Tod war. [4]
  • Er genoß für seinen Gesang mit einer Tenorstimme von großem Tonambitus hohes Ansehen. [5] [6] Nach der Jewish Encyclopedia von 1906 strömten um 1770 Musikliebhaber aus nah und fern nach Berlin um seine Gesangskunst zu hören. [7] Man nannte ihn auch der Bamberger hazzan.
  • Im Jahr 1766 heiratete er Löb Beer (geb. Schnapper), die von 1744 bis 1780 lebte. [8] [9]

2 Werk[Bearbeiten]

  • Aaron Beer war einer der ersten Kantoren, der einiges an musiktheoretischem Wissen besaß und in der Lage war Musik zu komponieren und niederzuschreiben. [10]
  • Er sammelte über Jahrzehnte hinweg an die 1200 Kompositionen seiner jüdischen Zeitgenossen und eigene Werke. Beer erstellte z.B. im Jahr 1765 die erste Niederschrift des bekannten Mi-Sinai niggunim Kol Nidre, [11] [12] die von ihm auf 1720 datiert ist (siehe das dritte Bild in diesem Artikel). Auch die älteste Niederschrift des Aleinu aus dem Jahr 1765 stammt von ihm. [13] [14]
Kaddish aus Aaron Beers Sammlung von 447 Melodien für den gesamten jüdischen Jahreszyklus aus dem Jahr 1791.
  • Außerdem verfasste er an die 60 Kompositionen über Lechoh Dodi und Michomochoh. [15]
  • Für den eigenen Gebrauch im Gottesdienst stellte er aus den 1200 von ihm gesamelten Melodien eine auf 1791 datierte Sammlung von 447 Melodien für den gesamten jüdischen Jahreszyklus zusammen. Die Melodien sind einstimmig, und mit dem Zusatz Sänger oder Bass versehen. Die Namen der zu der Melodie zugehörigen Gebete sind über den jeweiligen Noten angegeben, aber nicht im Notentext gesetzt, so dass nicht eindeutig erkennbar ist, welche Textsilben zu welchen musikalischen Phrasen zu singen sind. Nach eigener Aussage von Beer auf dem Titelblatt dient die Sammlung auch dem Zweck, ein amateurhaftes Mitsingen der Gemeinde zu verhindern, was den Kantor verwirren könnte. Dies Ziel soll durch immer neue, den Gemeindemitgliedern nicht bekannte Melodien, erreicht werden. In der Sammlung befinden sich u.a. Vertonungen des Mogen Ovos für die Hohen Feste, des Aleinu und Al Harishonim, des Kaddisch (siehe das zweite Bild in diesem Artikel) und des Hodu Lashem für Sukkot. [16] [17] Beers musikalischer Nachlass befand sich 1914 in den Händen von Sanitätsrat Hugo Schlesinger in Berlin. Die Sammlung von 447 Liedern kam über seine Amtsnachfolger Asher Lion und Moritz Deutsch schließlich an Kantor Eduard Birnbaum (1855–1920), der sie dann der Bibliothek des Hebrew Union College in Cincinnati (USA) vermachte, wo sie sich noch heute befindet. [18]

3 Literatur[Bearbeiten]

Anfang des Kol Nidre in der Version von Abraham Beer aus dem Jahr 1765, transkribiert von Abraham Zevi Idelsohn [19] (Einspielung des Kol Nidre nach Beers Fassung aus dem Jahr 1765 auf Youtube)
  • Abraham Zevi Idelsohn: Jewish Music - Its Historical Development, Henry Holt and Company, New York, 1929
  • Encyclopaedia Judaica, Band III / (Ba-Blo), 2. Aufl., Keter Publishing House Ltd., 2007, S. 250 und 251

4 Weblinks[Bearbeiten]

5 Videos[Bearbeiten]

6 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jacob Jacobson (Hrsg.): Die Judenbürgerbücher der Stadt Berlin 1809-1851, Walter de Gruyter, 1962, S. 121
  2. Emanuel Rubin und John H. Baron: Music in Jewish History and Culture, Harmonie Park Press, 2006, S. 166
  3. www.geni.com
  4. Personenartikel im Jewish Music Research Center der Hewbrew University of Jerusalem
  5. Encyclopaedia Judaica, Band III / (Ba-Blo), 2. Aufl., Keter Publishing House Ltd., 2007, S. 250 und 251
  6. Karl J. Kutsch und Leo Riemens: Großes Sängerlexikon, Band I / (Aarden–Castles), 4. Aufl., München, 2003, S. 313
  7. Personenartikel in der Jewish Encyclopedia aus dem Jahr 1906
  8. Jacob Jacobson: Jüdische Trauungen in Berlin 1759 bis 1813, Walther de Gruyter, Berlin, 1968, S. 170
  9. www.geni.com
  10. Abraham Zevi Idelsohn: Jewish Music - Its Historical Development, Henry Holt and Company, New York, 1929, S. 217
  11. Journal of Jewish Music and Liturgy, Band XXII, Cantorial Council of America, 2000, S. 32
  12. Lawrence A. Hoffman: All These Vows - Kol Nidre, Jewish Lights Publishing, 2011, S. 69
  13. Abraham Zevi Idelsohn: Jewish Music - Its Historical Development, Henry Holt and Company, New York, 1929, S. 157, 160 und 217
  14. Cantor Sherwood Goffin: Kosher Music - The Music of the Yonim Noroim
  15. Abraham Zevi Idelsohn: Jewish Music - Its Historical Development, Henry Holt and Company, New York, 1929, S. 193
  16. Encyclopaedia Judaica, Band III / (Ba-Blo), 2. Aufl., Keter Publishing House Ltd., 2007, S. 251
  17. Abraham Zevi Idelsohn: Jewish Music - Its Historical Development, Henry Holt and Company, New York, 1929, S. 217 und 218
  18. Encyclopaedia Judaica, Band III / (Ba-Blo), 2. Aufl., Keter Publishing House Ltd., 2007, S. 251
  19. Abraham Zevi Idelsohn: Jewish Music - Its Historical Development, Henry Holt and Company, New York, 1929, S. 154

7 Hinweis zur Verwendung[Bearbeiten]

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