Antideutsche

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Antideutsche sind eine aus der extremen Linken hervorgegangene politische Strömung vor allem in Deutschland und Österreich. Sie wenden sich gegen einen spezifisch deutschen Nationalismus, der ihrer Ansicht nach insbesondere im Zuge der deutschen Wiedervereinigung erstarkt sei. Weitere mögliche Positionen sind eine bedingungslose Solidarität mit Israel, aber auch Gegnerschaft zum Zionismus, verbunden mit Antiamerikanismus und bestimmten Formen des Antikapitalismus und Antiimperialismus. Dass sie sich dadurch in zahlreichen Punkten von der „traditionellen Linken“ unterscheiden, führte und führt zu Kontroversen innerhalb der linken Szene. Bekannte Parolen sind: „Nie wieder Deutschland!“[1] und „Bomber Harris, do it again“.

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1 Geschichte

Das linke, politische Spektrum war in Deutschland lange Zeit von antiimperialistischen Anschauungen geprägt, besonders während der Zeit des Kalten Krieges. Der kapitalistische und liberal-demokratische Westen unter Führung der USA wurde als imperialistischer Unterdrücker und Ausbeuter der Dritten Welt angesehen. Die Sowjetunion und teilweise auch ihre Verbündeten[2] hatten, obwohl sie 1948 als erster Staat der Welt Israel anerkannt hatte, im Verlauf des Kalten Krieges eine antizionistische Position eingenommen, da Israel sich geo- und außenpolitisch den USA und deren Verbündeten zuwandte. Die Hinwendung Israels zur westlichen Welt unter Führung der USA löste innerhalb der westdeutschen Linken eine Gegnerschaft zu den USA und Israel aus (Antiamerikanismus und Antizionismus). Ein Beispiel hierfür ist die Rote Armee Fraktion (RAF). Derartige Gruppen waren aus Teilen der 68er-Bewegung hervorgegangen, die ihren Ursprung wiederum in der Umerziehungspolitik (Reeducation) der Westalliierten hatte, weil diese nach dem Zweiten Weltkrieg massiv linke Ideologen ("Frankfurter Schule") eingesetzt hatten, um die Deutschen umzuerziehen. Hierbei handelte es sich zumeist um zurückgekehrte Emigranten, die Deutschland während der Zeit des Nationalsozialismus wegen ihrer jüdischen Herkunft hatten verlassen müssen. Diese Intellektuellen hatten in der Weimarer Republik und während iher Zeit im Exil Theorien ("Kritische Theorie") entwickelt, wonach die abendländisch geprägte Welt "unterdrückerisch" sei und zerstört werden müsse. Diese Theorien hatten die 68er-Bewegung massiv beeinflusst und einige Vertreter zu den besagten "antiimperialistischen" Ansichten geführt. In den 1970er Jahren hatten die zionistischen Publizisten Henryk M. Broder, Dan Diner, Wolfgang Pohrt und Eike Geisel zwar die Kritik am Antizionismus des Antiimperialismus in die politische Linke hinein getragen und damit zur späteren Entstehung der Antideutschen beigetragen.[3][4][5] Eine entsprechend geartete politische Strömung hatte sich damals jedoch noch nicht herausgebildet.

In der Wendezeit (1989 - 1990) geriet die deutsche Linke in eine tiefe Sinnkrise, da mit dem Untergang der DDR und der Wiedervereinigung die deutsche Teilung überwunden wurde und das deutsche Nationalgefühl vorübergehend wieder erstarkte. Für viele Linke stellte dies einen schweren Schlag da, da sie zuvor die deutsche Teilung als gerechte Strafe gegen die Deutschen für den Holocaust betrachtet hatten. Für die deutsche Linke spielte von nun an der Kampf gegen eine Wiederkehr des deutschen Nationalbewusstseins ("Kampf gegen Rechts") eine besonders hervorgehobene Rolle. Der antiimperialistische Teil des linken Spektrums geriet zur selben Zeit ebenfalls in eine Krise, da der Kapitalismus und die Liberaldemokratie des Westens über den Kommunismus des Ostblocks gesiegt hatten.

Als 1991 der Golfkrieg ausbrach, stand die deutsche Linke dann vor einer Zerreißprobe. Der traditionelle Teil der Linken, bei dem immer noch antiimperialistische Einstellungen überwogen, lehnte den Krieg ab. Der vom immer stärker autorassistische Züge tragenden Schuldkomplex eingenommene Teil der Linken, befürwortete hingegen den Krieg und solidarisierte sich mit den US-geführten Koalitionsstreitkräften, weil der irakische Diktator Saddam Hussein Israel gegenüber offen seine eliminatorischen Absichten und pro-palästinensischen Ambitionen kundtat und die Lösung des Konflikts um Kuwait mit derjenigen des Nahostkonflikts verband. Dieser innerlinke Konflikt war die Geburtsstunde der "Antideutschen" als eigener politische Strömung, da sie aus dem Spektrum der Kriegsbefürworter hervorgingen. Die Befürwortung des Militäreinsatzes gegen das ursprünglich auch von den USA unterstützte Baath-Regime Saddam Husseins dieses Teils der Linken ging sogar so weit, dass Pohrt in der linksextremen Szene-Zeitschrift konkret (3/91) dafür plädierte, dass Israel irakische Giftgasangriffe gegebenenfalls mit einem nuklearen Militärschlag beantworten solle.[6]

Den von den USA initiierten NATO-Militäreinsatz gegen Serbien im Jahre 1999 lehnten dagegen beide, Antiimperialisten und Antideutsche, mehrheitlich ab und beurteilten die gegen Serbien ergriffenen Maßnahmen als Wiederholung deutscher Aggression gegen Jugoslawien.[7] Sie begründeten dies, indem sie die wahrheitswidrige Behauptung aufstellten, wonach Deutschland die Hauptschuld an diesem Krieg trage und die NATO zu der völkerrechtswidrigen Militärintervention gezwungen habe. Die Antideutschen propagierten eine „bedingungslose“ Solidarität mit dem Regime Slobodan Miloševićs, ironischerweise ebenso wie deutsche und europäische Neonazis und Rechtsextremisten.

2003 kam es wegen des Irakkrieges jedoch erneut zur Spaltung zwischen Antiimperialisten und Antideutschen, da die Antideutschen diesen befürworteten und sich hinter den "Krieg gegen den Terror" der von Neokonservativen und christlichen Rechten dominierten Regierung von Präsident Bush stellten. In dieser Zeit fanden die Antideutschen auch ein weiteres Betätigungsfeld: Den Kampf gegen Verschwörungstheorien. Die Antideutschen stuften die zu dieser Zeit kursierenden Verschwörungstheorien über die Urheber der Anschläge am 11. September 2001 und die Hintergründe des Irakkrieges in Umlauf waren, als zu bekämpfende Gefahr betrachtet, weil sie der Kriegspolitik der US-Regierung die Legitimationsgrundlage absprachen. Auch heute noch ist der Kampf gegen tatsächliche und vermeintliche Verschwörungstheorien und die Verteidigung der Berichterstattung der Massenmedien in den USA sowie derjenigen ihrer Verbündeten über US-amerikanische und EU-Interessen tangierende Konflikte und Kriege ein wichtiges Betätigungsfeld der Antideutschen.

Gegenwärtig ist die Spaltung von Antiimperialisten und Antideutschen wieder weitgehend zurückgegangen, da die deutsche Linke mittlerweile nicht mehr von antiimperialistischen, sondern von antideutschen Einstellungen dominiert wird. Die Antiimperialisten werden von den Antideutschen mittlerweile auch als "neurechts" denunziert und außerdem wird ihre Zugehörigkeit zur politischen Linken vehement in Abrede gestellt, was sich unter anderem auch bei der antideutschen Ablehnung der Mahnwachen für den Frieden ausdrückt. Diese werden nämlich von traditionellen, antiimperialistischen Linken initiiert und organisiert, die sich im Zuge des Krieges in der Ukraine seit 2014 mit der russischen Seite solidarisieren, während die antideutschen Linken sich an der Seite von NATO und EU positionieren.

Wie die proamerikanische Positionierung der Antideutschen in Zukunft aussehen wird, ist unklar, da sie dem gegenwärtigen US-Präsidenten Donald Trump feindselig gegenüberstehen und sich mit einem von dessen Hauptkritikern, dem Oligarchen George Soros solidarisieren.

2 Ideologie

Antideutsche unterscheiden sich von den traditionell-linken Antiimperialisten dadurch, dass für sie nicht der Kampf gegen den westlichen Imperialismus, sondern die Bekämpfung des Antisemitismus im Mittelpunkt steht. Während Antiimperialisten sich antikapitalistisch positionieren und westliche Militäreinsätze im Ausland ablehnen, steht für Antideutsche der Schutz der Juden und des Staates Israel im Vordergrund, weshalb sie wiederum Auslandseinsätze der Streikräfte der USA und deren Verbündeten oder Interventionen des Militärbündnisses NATO befürworten, weil sie sich davon eine Entmachtung anti-israelischer Machthaber (wie Saddam Hussein) und Stärkung des mit Israel verbündeten Westens erhoffen. Eine Grundlage dieser Positionierung bildet der durch die Fehlverarbeitung des kollektiven Traumas Holocaust entstandene Schuldkomplex gegenüber dem jüdischen Volk, aus welchem eine deutschfeindliche Ideologie abgeleitet wird.

Der Holocaust stellt für Antideutsche ein in der Weltgeschichte singuläres Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar, für welches sie eine Kollektivschuld der Deutschen annehmen. Begründet wird diese Auffassung der Singularität des Holocausts mit dem industriell organisierten Massenmord an den Juden in Gaskammern der Konzentrations- und Vernichtungslager. Ausgehend von dieser Feststellung als moral- und geschichtsphilosophischer Beurteilungsgrundlage dürfe er nicht mit Verbrechen anderer Nationen, wie dem Völkermord an den Armeniern, verglichen werden, weil ihn dies sonst moralisch relativieren würde. Er sei dabei der Gipfel einer allgemeinen Fehlentwicklung der deutschen Nationalgeschichte vor 1945 im Rahmen eines sogenannten "Sonderweges", gewesen. Die deutsche Mentalitäts- und Kulturgeschichte habe sich schon lange vor dem Nationalsozialismus durch eine besonders ausgeprägte Brutalität und Kriegslust ausgezeichnet, welche die beiden Weltkriege ausgelöst habe. Hierbei orientieren sich die Antideutschen an deutschfeindlichen Propaganda-Stereotypen, die besonders in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Umlauf waren und von den Westalliierten in beiden Weltkriegen intensiv eingesetzt wurden. Einer der einflussreichsten Verfechter dieser Sonderwegs-These war der britische Unterstaatsekretär Robert Vansittart, weshalb diese Denkrichtung auch als Vansittartismus bezeichnet wird. Laut Vansittarts Buch "Black Record" seien die Deutschen bereits seit 2000 Jahren Störenfriede gewesen, als die barbarischen Germanen die zivilisierten Römer terrorisiert hätten. Die Vorstellung, dass die Deutschen, anders als andere Völker, eine barbarische Unreife nie überwunden hätten, war grundlegend für das Umerziehungsprogramm (Reeducation) der Westalliierten in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. In diesem Zusammenhang war von hierfür eingesetzten emigrierten, neomarxistischen Ideologen auch der Kulturmarxismus entwickelt worden, um die Deutschen zu bändigen. Anfänglich zeigte dieser nur wenig Wirkung, doch als die erste Generation (sogenannte Achtundsechziger), welche mit der Reeducation aufgewachsen war, das Erwachsenenalter erreichte, fand, unter anderem, auch die Sonderwegs-These infolge der durch den deutschen Historiker Fritz Fischer ausgelösten geschichtswissenschaftlichen Kontroverse um die Schuldfrage im Ersten Weltkrieges Einzug in die westdeutsche Geschichtspolitik (wenn auch in abgeschwächter Form, mit Verortung des Beginns der deutschen Abweichung vom vermeintlichen Normalweg im 19. Jahrhundert). Antideutsche sehen sich als Nachlassverwalter und Verteidiger dieser geschichtspolitischen Lesarten, allerdings ohne die bei den Achtungsechzigern ausgeprägte anti-imperialistische Grundüberzeugung. Sie gehen daher von einer quasi-erblichen Kollektivschuld aller Deutschen an den Verbrechen des Nationalsozialismus aus, durch die diese eine "besondere historische Verantwortung" hätten, wovon weitere ideologische Standpunkte abgeleitet werden. Zu dieser "besonderen historischen Verantwortung" gehört, aus antideutscher Sicht, die "Überwindung" des deutschen Volkes und seiner Nation. Antideutsche befürworten daher die multikulturelle Gesellschaft und die Auflösung Deutschlands als Nationalstaat in einer zum Bundesstaat zu transformierenden EU (Vereinigte Staaten von Europa), weil sie sich davon eine Verdrängung von Volk und Nation der Deutschen erhoffen, folglich so ihrer Ansicht sei ohne Deutsche ein zweiter Holocaust von deutscher Seite unmöglich. Deshalb wenden sie sich auch energisch gegen jedes mögliche Wiedererstarken eines deutschen Nationalgefühls.

Die "Frankfurter Schule" und deren "Kritische Theorie" werden von Antideutschen anders interpretiert und bewertet, als von den Antiimperialisten. Sie sehen hierin in erster Linie keine Theorien gegen den westlichen Kapitalismus, sondern gegen die Kultur der abendländischen Völker, wovon besonders die der Deutschen bekämpft werden solle. Statt auf wirtschaftlichen Marxismus, setzen Antideutsche auf die Durchsetzung von kulturellem Marxismus. Diese Ideologie hatte der Historiker und Publizist Golo Mann als "Marxismus für feine Leute" bezeichnet. Der Kulturmarxismus strebt, anders der wirtschaftliche Marxismus, keine wirtschaftliche Revolution der Arbeiterklasse, sondern eine kulturelle Revolution der intellektuellen Schichten an, um damit konservative und traditionelle Wertevorstellungen beseitigen zu können. Dazu zählen beispielsweise das Gender-Mainstreaming und die Frühsexualisierung von Kindern. "Demokratie" wird von Kulturmarxisten nicht als Wahl- sondern als ein ihrer Ideologie entsprechendes Wertesystem gesehen. Darum gilt nach ihnen das Anliegen einer "fortschrittlichen", intellektuellen Minderheit (wie Gender-Mainstreaming) als wichtiger, als die Meinung der "rückständigen" ("reaktionären") Masse. Antideutsche und Kulturmarxisten sind daher Gegner von direkter Demokratie, weil derartige Anliegen durch diese schwerer oder gar nicht durchsetzbar sind und befürworten eine Einschränkung des öffentlichen Diskursrahmens, sodass andere Denkhaltungen und- richtungen als ihre verboten oder tabuisiert sind (Political Correctness). Wer gegen das Gender-Mainstreaming ist oder sich für direkte Demokratie ausspricht, ist für Antideutsche und Kulturmarxisten deshalb ein "Antidemokrat", "(Neo-)Nazi", "(Neo-)Faschist", "Rechtsextremist", "Populist" usw. Einige Antideutsche nehmen in diesem Zusammenhang, als Übergangslösung, eine "verfassungspatriotische" Haltung ein, indem sie eine sich durch Werte des Kulturmarxismus auszeichnende Definition des Deutschseins einer vermeintlich negativen Definition dessen als ethnokulturelle Gruppe entgegensetzen, einem um so die auf "Überwindung" von Volk und Nation abzielende Denkrichtung attraktiver erscheinen zu lassen.

Weitere Kennzeichen und Betätigungsfelder der Antideutschen sind eine aus dem Schuldkomplex entspringende, bedingungslose Solidarität mit Israel und dem Zionismus, sowie die Bekämpfung von tatsächlichem und vermeintlichem Antisemitismus. Antideutsche operieren hierbei mit einen über seinen tatsächlichen Sinn- und Bedeutungsinhalt hinaus strapazierten Antisemitismus-Begriff. Dies führt u.a. zur Einstufung bestimmter Facetten der Kapitalismuskritik, wie beispielsweise der kritisch-reflexiven Betrachtung der Aktivitäten bestimmter staatlicher und privater Großbanken wie etwa der US-amerkanischen Notenbank (FED) oder Goldmann-Sachs als „strukturell antisemitisch“. Kritik an der Hochfinanz wird auch als sogenannter „regressiver Antikapitalismus“ bezeichnet und proaktiv bekämpft. Der Standpunkt, wonach transnationale Eliten-Netzwerke, wie beispielsweise die Bilderbeger zur Durchsetzung eigener Interessen mitunter konspirativ agieren, wird als Ausdruck des strukturellen Antisemitismus oder einer verschwörungstheoretischen Denkart aufgefasst.

Des Weiteren solidarisieren sich Antideutsche mit der interventionistischen Außen- und Weltpolitik der USA, des wichtigsten und mächtigsten Verbündeten Israels. Die Antideutschen stehen ausgehend von diesem Grundstandpunkt Kriegseinsätzen der USA und der von ihnen dominierten NATO grundsätzlich affirmativ gegenüber. Deshalb kommt es vor, dass Antideutsche Auslandseinsätze der Bundeswehr befürworten, weil bei diesen keine deutschen Interessen, sondern jene der USA oder auch Großbritanniens oder Frankreichs durchgesetzt werden. Dabei widersprechen sich Antideutsche oft, wenn sie einerseits behaupten, dass der Holocaust "einzigartig und unvergleichbar" gewesen sei, sich aber andererseits bei ihrer Agitation für US-amerikanische Militärinterventionen und Kriege exzessiv des Vergleichens von Staatsoberhäuptern wie Baschar al-Assad und Wladimir Putin mit Adolf Hitler, bedienen.

Antideutsche befürworten, obwohl sie ihrem Selbstverständnis nach eine linke Strömung darstellen, oft den Kapitalismus, vor allem dann, wenn er durch neoliberal begründete Privatisierungen deutsches Volkseigentum an ausländische Kapitalanleger preisgibt und durch die damit einhergehenden gesellschaftlichen Verwerfungen den sozialen Frieden als einer wichtigen Voraussetzung nationaler Einheit unterminiert. Einige Antideutsche werfen Privatisierungsgegnern "völkisches Denken" vor.

Die Antideutschen sind innerhalb der linken Szene umstritten. Ihre wirtschaftlichen und militärpolitischen Vorstellungen unterscheiden sich fundamental von denjenigen der traditionellen anti-imperialistischen Linken. Für einige Linke sind sie aufgrund ihrer Ideologie auch keine Linken. Die Antideutschen werfen den tradionellen antiimperialistischen Linken wiederum vor, "neurechts" zu sein. Ein Hauptargument der Antideutschen gegen ihre Gegner innerhalb des linken Spektrums ist, dass sich diese auf die gesellschaftliche und politischen Zustände in Deutschland konzentrieren sollen, statt die USA zu kritisieren. Dies stehe nämlich nur US-Amerikanern zu. Deutsche sollen dagegen nur Kritik an ihrem Land üben dürfen. Damit soll jegliche Kritik an der Weltpolitik der USA unterbunden werden. Die Antideutschen widersprechen sich hier jedoch, wenn sie einerseits behaupten, Deutsche dürften nur Deutschland kritisieren und somit "national" denken, andererseits aber wiederum global denken, wenn sie beispielsweise einen Krieg gegen den Iran oder Syrien fordern. Ein weiterer Widerspruch der antideutschen Ideologie stellt die faktische Duldung des Bündnisses der USA mit den vernichtungsantisemitisch orientierte politische Organisationen und Massenbewegungen in der islamischen Welt unterstützenden und Israel die völkerrechtliche Anerkennung verweigernden Regimes in Saudi-Arabien und den Golfstaaten dar.

3 Verbreitung

3.1 Online-Portale

Nach Recherchen des Filmemachers Markus Fiedler besetzen sie in der konzeptionell gescheiterten Online-Enzyklopädie Wikipedia, in der teilweise denunziatorisch und verleumderisch agierenden und als Internetpranger betrachteten Website Psiram und bei den Ruhrbaronen entscheidende Machtpositionen.[8]

3.2 Politik

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth wird oft als „antideutsch“ eingestuft.

3.3 Meinungswirtschaft

Als eine der wichtigsten Presseorgane der antideutschen Bewegung gilt die Wochenzeitung Jungle World.[9][10][11] Das Medium wird aufgrund seiner politischen Nähe zum Linksextremismus vom nordrhein-westfälischen Verfassungsschutz beobachtet.[12] Zur Zeit des Bundestagswahlkampfes 2002 veröffentlichte der Gegen-Rechts-Autor Anton Maegerle (SPD-Mitglied) einen Artikel in der Jungle World, in welchem er den Kanzlerkandidaten der CDU, Edmund Stoiber, in die Nähe des "Rechtsextremismus" rückte.[13]

Weitere, bekannte Medien des antideutschen Spektrums, sind das von dem ARD-Tagesschau-Journalisten Patrick Gensing betriebene Blog Publikative.org und das von dem Die-Welt-Journalisten Stefan Laurin[14] betriebene Blog Ruhrbarone. Eigentümerin von Publikative.org ist die Amadeu Antonio Stiftung. Ein weiterer Vertreter der Antideutschen ist der Politologe Clemens Heni.

Weitere antideutsche Medien sind konkret, Phase 2 und Publikative.org.

4 Siehe auch

5 Einzelnachweise und Bemerkungen

  1. DW-World.de: Strange Bedfellows: Radical Leftists for Bush
  2. siehe den Antizionismus in Polen Anfang der 1970er Jahre
  3. Jörg Später: »Kein Frieden um Israel«. Zur Rezeptionsgeschichte des Nahostkonfliktes durch die deutsche Linke. In: BUKO-Ratschlag Israel, Palästina und die deutsche Linke. 26.–28.03.2004. Reader. S. 23 (PDF; 412 KB)
  4. Benjamin Weinthal: Letter from Berlin: The anti-anti-Zionists. In: Haaretz. 8. Juli 2007.
  5. Bernard Schmid: Angekommen im historisch geläuterten Vaterland: «Antideutsch» begründet, für aktive Bundeswehr. In: trend onlinezeitung. 09/06.
  6. Klaus Bittermann: Der intellektuelle Unruhestifter. In: Wolfgang Pohrt: Gewalt und Politik. Berlin 2010, S. 435 f.
  7. Patrick Hagen: Die Antideutschen und die Debatte über Israel 2004, 3.4. Der Kosovo-Krieg – antinational vs. antideutsch
  8. Dokumentarfilm "Die dunkle Seite der Wikipedia"
  9. "Verfassungsschutz Brandenburg - Ministerium des Innern des Landes Brandenburg: Verfassungsschutzbericht 2005"
  10. "Bundeszentrale für politische Bildung: DossierLinksextremismus - "Antiimperialistische" und "antideutsche" Strömungen im deutschen Linksextremismus"; ebd. Abschnitt: "Die "antideutsche" Strömung im Linksextremismus"; (abgerufen am 12. August 2010)
  11. "welt.de - Axel Springer AG: Rückzug der Juso-Chefin - Franziska Drohsel, die radikale Gefühlssozialistin " (abgerufen am 15. August 2010)
  12. FAZ: Klimaskeptiker. Die letzten Fortschrittsgläubigen (11. Dezember 2009); ebd. Abschnitt "Linkswende nach rechts", 3. Absatz
  13. Anton Maegerle: Kamerad Stoiber, in Jungle World
  14. Julius Jamal: Ruhrbarone machen Stimmung für Krieg und Gewalt diefreiheitsliebe.de, 27. August 2013.

6 Andere Lexika




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