Marcus Tullius Cicero

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Profil.png Profil: Cicero, Marcus Tullius
Namen Tullius Cicero, Marcus
Beruf Römischer Politiker, Anwalt und Philosoph
Persönliche Daten
3. Januar 106 v. Chr.
Arpinum (heute Arpino)
7. Dezember 43 v. Chr.
bei Formiae (heute Formia)


Marcus Tullius Cicero (* 3. Januar 106 v. Chr. in Arpinum; † 7. Dezember 43 v. Chr. bei Formiae) war ein römischer Staatsmann, brillanter Redner und Philosoph. Die Verbreitung der griechischen Philosophie in der römischen Welt und ihre Verbindung mit den Überlieferungen der Res publica ist die eigentliche Leistung seiner zahlreichen philosophischen Schriften, die das Denken der christlichen Spätantike (Hieronymus, Augustinus) und des Abendlandes (seit Petrarca) nachhaltig beeinflusst haben.

1 Leben[Bearbeiten]

Als erfolgreicher Anwalt (berühmt v. a. Prozess und Anklage gegen Verres, 70 v.) schuf Cicero die Voraussetzungen für seine politische Karriere, die den aus dem Ritterstand kommenden "homo novus" zur Prätur (66 v.) und zum Konsulat (63 v.) führte. Besonders durch die Aufdeckung und energische Unterdrückung der Verschwörung des Catilina (vier Reden gegen Catilina) gelang es ihm, den Führungsanspruch des Senats ein letztes Mal durchzusetzen, doch scheiterte sein Widerstand gegen die Massnahmen des Konsuls Cäsar (59 v.), mit dessen Einverständnis ihn sein persönlicher Feind, der Volkstribun Clodius Pulcher zum Exil zwang (März 58 v. - Sept. 57 v.).

Danach entstanden seine Hauptwerke De oratore ("Über den Redner", 55 v.), De re publica ("Über den Staat", 54 v. - 51 v.) und De legibus ("Über die Gesetze", postum veröffentlicht).

In den Jahren 51 v./50 v. verwaltete Cicero als Prokonsul erfolgreich die Provinz Kilikien. Trotz Cäsars Werben schloss Cicero sich im Bürgerkrieg zögernd Pompejus an (49 v.), blieb aber passiv und wurde von Cäsar begnadigt (47 v.). Bald wandte er sich jedoch enttäuscht wieder der literarischen Tätigkeit zu, u. a. Tusculanae disputationes ("Gespräche in Tusculum", 45 v.).

An der Verschwörung gegen Cäsar war er nicht beteiligt, begrüsste aber dessen Ermordung (Iden des März 44. v.) als Chance zur Wiederherstellung der alten Verfassung.

Im Kampf gegen Antonius wurde Cicero noch einmal zum Führer des Senats (44 v.; vierzehn Philipp. Reden gegen Antonius), wobei er sich mit den Konsuln und dem jungen Oktavian verband. Der Tod der Konsuln (April 43 v.), der Staatsstreich Oktavians (August 43 v.) und dessen Verständigung mit Antonius und Lepidus (Oktober 43 v.) machten seine Pläne illusorisch. Als Geächteter wurde Cicero bei dem Versuch, zu Brutus und Cassius in den Osten zu entkommen, im Auftrag des Antonius ermordet.

2 Andere Lexika[Bearbeiten]