Kleinkastell Biebig

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Kleinkastell Biebig
Limes ORL -- (RLK)
Strecke (RLK) Rätischer Limes,
Strecke 14
Datierung (Belegung) bis spätestens um 260 n. Chr.
Typ Kleinkastell
Größe 39 × 42 m = ca. 0,15 ha
Bauweise Steinkastell
Erhaltungszustand flacher Schuttwall
Ort Biebig
Höhe 508 m ü. NHN
Vorhergehend Kleinkastell Petersbuch (westlich)
Anschließend Kleinkastell Hegelohe (östlich)
Rückwärtig Kastell Pfünz (südlich)

Das Kleinkastell Biebig ist ein ehemaliges römisches Militärlager, das nahe der zum UNESCO-Weltkulturerbe erhobenen Rätischen Mauer errichtet wurde und heute im „Altdorfer Wald“ nördlich des Weilers Götzelshard, Gemeinde Pollenfeld, im Landkreis Eichstätt in Bayern liegt.

1 Lage und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

KK Biebig mit seinem weiteren Limesumfeld
KK Biebig, Grundriss und Schnitt durch die Umwehrung

Die abgelegen im „Altdorfer Wald“ liegende Anlage wurde rund 100 m südlich des römischen Grenzverlaufs errichtet. Dies ist eine für ein Kleinkastell am Rätischen Limes ungewöhnlich weite Entfernung. Der Befund wird heute teils von tiefen Hohlwegen zerschnitten. Die heute sichtbaren Wälle liegen am östlichen Rand einer Bergzunge. Deren Spitze mündet etwas nördlicher vom Limes entfernt vor einem kurzen, tiefen Geländeeinschnitt, der sich in nordöstliche Richtung zum Tal der Anlauter öffnet. In diesem Einschnitt vereinigen sich das „Westliche“ und „Östliche Wassertal“. Während das westliche Tal eine westlich der Verschanzung gelegene, von Nordost nach Südwest laufenden Senke bildet und schließlich kurz vor dem Dorf Wachenzell mündet, ist das „Östliche Wassertal“ an der östlichen Seite des Kastells zunächst in Nord-Südrichtung ausgebildet. Dort, auf dessen Osthang, 400 m von Biebig entfernt, liegt das nächste Kleinkastell (Hegelohe). Südlich, kurz hinter Biebig biegt das Tal rechtwinklig nach Osten ab und endet kurz darauf unweit des Dorfes Hirnstetten, das seinerseits knapp hinter dem antiken Grenzverlauf liegt.

Die kleine Anlage wurde von Friedrich Winkelmann, einem Streckenkommissar der Reichs-Limes-Kommission (RLK), untersucht.

2 Baugeschichte[Bearbeiten]

Die rund 39 × 42 Meter (= 0,15 Hektar) umfassende, kaum untersuchte trapezförmige Erdschanze besaß in ihren heute noch rund 1 m hohen Wällen einen 60 cm hohen gemauerten Kern von 2,60 Meter Breite. Winkelmann entdeckte tief im Wallkörper eine einzige unverzierte römische Sigillate der Form Ludowici III S. 279 S M, die zu einer großen Schüssel gehört haben muss. Mehr Funde kamen bei dem Versuchsschnitt nicht zu Tage.[1] Die Datierung der Scherbe ist offen. Zudem besitzt die Anlage keinen Graben.[2] Der Ausgräber mutmaßte aufgrund der Tiefe des Fundes im Inneren des Walls, dass dieser nur beim Bau der Anlage dorthin gelangt sein könnte.[1]

Der nächste westlich gelegene Wachturm, schon auf der östlichen Höhe des Westlichen Wassertals, Wp 14/65, ist 700 m entfernt. Wesentlich näher ist der nördliche Wp 14/66, der am östlichen Talhang des Östlichen Wassertals steht.

3 Kritik[Bearbeiten]

Aufgrund der Befundlage wurden in der Vergangenheit wiederholt Zweifel laut, die diese Örtlichkeit als nicht römerzeitlich einordnen bzw. kritisch bewerten. Nach Aussage des Archäologen Thomas Fischer besaß Biebig „offenbar keine gemörtelte steinerne Wehrmauer.“[2]

4 Denkmalschutz[Bearbeiten]

Das Kleinkastell Biebig und die erwähnten Anlagen sind als Abschnitt des Obergermanisch-Rätischen Limes seit 2005 Teil des UNESCO-Welterbes. Außerdem sind sie geschützt als eingetragene Bodendenkmale im Sinne des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes (BayDSchG). Nachforschungen und gezieltes Sammeln von Funden sind erlaubnispflichtig, Zufallsfunde sind den Denkmalbehörden anzuzeigen.

5 Siehe auch[Bearbeiten]

6 Literatur[Bearbeiten]

7 Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Ernst Fabricius, Felix Hettner und Oscar von Sarwey (Hrsg.): Der obergermanisch-raetische Limes des Roemerreiches, Abteilung A, Band 7: Die Strecken 14 und 15, Petters, Heidelberg 1933, S. 105.
  2. 2,0 2,1 Thomas Fischer, Erika Riedmeier Fischer: Der römische Limes in Bayern. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2008. ISBN 978-3-7917-2120-0. S. 132

8 Andere Lexika[Bearbeiten]