José Ortega y Gasset

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Profil.png Profil: Ortega y Gasset, José
Beruf Spanischer Philosoph, Soziologe und Essayist
Persönliche Daten
9. Mai 1883
Madrid
18. Oktober 1955
Madrid


José Ortega y Gasset (* 9. Mai 1883 in Madrid; † 18. Oktober 1955 ebenda) war ein spanischer Kulturphilosoph und Essayist.

1 Leben

Von 1911 bis 1936 und wieder von 1949 bis 1953 war er Prof. für Literatur und Metaphysik in Madrid.

1923-1930 war er Leiter einer Oppositionsgruppe republikanischer Intellektueller gegen Primo de Rivera.

Von 1936 bis 1946 befand er sich in der Emigration (u. a. in Frankreich, Portugal und Argentinien).

2 Philosophie

In den Mittelpunkt seiner in brillanten Essays, aber unsystematisch vorgetragenen Philosophie stellt Ortega y Gasset das Leben (die "vitale Vernunft"), wobei er Anregungen von Hegel, Dilthey und Nietzsche eklektizistisch aufgreift. Im individuellen Leben, das er zunächst biologistisch verstand, sieht er die letzte und radikale Wirklichkeit, in der alles andere wurzelt. Entsprechend ist seine Erkenntnislehre ein Perspektivismus, d. h. die Welt kann immer nur von einem bestimmten Gesichtspunkt aus betrachtet und erkannt werden.

Später, unter dem Eindruck des (v. a. französischen) Existentialismus, ersetzt Ortega y Gasset die "vitale Vernunft" durch die "historische Vernunft", wodurch sein Zentralbegriff "Leben" zwar um eine soziale und kulturelle Dimension erweitert wird, jedoch ohne dass dadurch der Gesellschaft als solcher ein das Individuum tragender und kulturschaffender Eigenwert beigemessen würde ("Der Aufstand der Massen", 1930). Der unaufhebbare Kontrast zwischen den Individuen sowie zwischen dem Einzelnen und der Gesellschaft bleibt bestimmend ("Der Mensch und die Leute", 1957). Lediglich die - aristokratisch-intellektuell verstandene - Elite hat nach Ortega y Gasset kulturschaffende Potenz, wodurch die "Seelenlosigkeit" der "subhumanen" Masse nur noch unterstrichen wird; denn alle kulturellen Tätigkeiten (Philosophie, Wissenschaft, Mathematik ...) seien Schöpfungen aristokratischen Spielens.

3 Weitere Werke

  • Meditationen über Don Quijote, 1914
  • Die Aufgabe unserer Zeit, 1923
  • Das Wesen geschichtlicher Krisen, 1942
  • Geschichte als System, 1942
  • Vom Menschen als utopischem Wesen, 1951
  • Eine Interpretation der Weltgeschichte, 1960