Hashkiveinu (Komposition von Leonard Bernstein)

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Leonard Bernstein, Kantor David Putterman und der Komponist, Chorleiter und Musiklehrer Max Helfman (von links nach rechts) bei der Uraufführung von Bernsteins Komposition Hashkiveinu am 11. Mai 1945 in der Park Avenue Synagogue in New York
Hashkiveinu ist eine Komposition für gemischten Chor, Orgel und Solokantor des jüdisch-amerikanischen Komponisten Leonard Bernstein aus dem Jahr 1945. [1] Das ungefähr sechs Minuten lange Werk basiert auf dem Text des jüdischen Segensspruches Haschkiwenu.

1 Hintergrund

  • Der 1918 geborene Leonard Bernstein wuchs in Boston auf, in dem damals an die 80.000 Juden lebten. 1923 trat die Familie Bernstein der Gemeinde Mishkan Tefila bei. Diese war die erste jüdische Gemeinde von Boston, die sich zum Konservativen Judentum bekannte. [2] Seit 1914 gab es in deren Synagoge eine Orgel und einen gemischten Chor. Der ab 1923 dort als Kantor aktive lzso G. Glickstein wurde ab 1928 von Solomon Gregory Braslavsky musikalisch unterstützt. Dieser brachte neue Musik aus Europa mit, hob das musikalische Niveau der Synagogalmusik an und spielte auch auf der neuen Orgel, dem damals zweitgrößten Instrument der Stadt. Mit acht Jahren kam Bernstein auf die eine jüdische Schule, wo er auch in der Tora unterwiesen wurde und Hebräisch lernte. [3] Im selben Alter kam Bernstein in Kontakt mit der Musik in der Synagoge, die ihn öfters zu Tränen rührte. 1946 und 1964 äußerte er sich über den Eindruck den die Synagogalmusik damals auf ihn gemacht hat folgendermaßen:
"Ich habe erkannt was ich ihnen (Anm.: Angesprochen ist hier Braslavsky) wegen der wunderbaren Musik in den Gottesdiensten bei Mishkan Tefila schulde. Sie übertreffen alles was ich jemals gehört habe, und die Erinnerungen daran sind so hell und stark, dass ich wahrscheinlich niemals den wirklichen Einfluss dieser Musik auf mich einschätzen kann. (...) Noch bevor ich jemals ein Konzert, eine Lesung oder eine Oper hörte, bevor ich jemals ein Klavier berührt habe, wusste ich, dass es ein organisiertes Musikleben gibt. Vor vielen Jahren hörte ich am Tempel Mischkan Tefila die von Professor Braslavsky geschaffene Musik, die ich nie vergessen werde noch aufhören werde für die Kraft, Überzeugung und Atmosphäre, mit der sie vermittelt wurde dankbar zu sein. Ich mag seitdem größere und unter eindrucksvolleren Umständen aufgeführte Meisterwerke gehört haben, aber ich war noch nie tiefer bewegt. Braslavskys Musik und Musikpraxis wird als geschätzte Erinnerung und Einfluss immer mit mir sein."

2 Entstehung

  • Seit den 1940er-Jahren förderte David Putterman, der Kantor der Park Avenue Synagoge in New York, ein Projekt zur Komposition neuer Musik für die Synagoge. Dies sollte angesichts der nationalsozialistischen Herrschaft in Europa auch dem Erhalt jüdischer Musik dienen. Zwischen 1943 und 1978 beauftragte er 72 jüdische aber auch nichtjüdische Komponisten mit der Komposition neuer Musikwerke für die Synagoge. [4] Später gab er diese Werke in der Publikation Synagogue Music by Contemporary Composers heraus.
  • Am 24. November 1944 schrieb er Leonard Bernstein an, und bat um eine Komposition für Kantor, Chor und Orgel, die auf Texten für den Gottesdienst am Vorabend des Sabbat basieren sollte. Bernstein nahm den Auftrag an und schloss die Komposition am 4. April 1945 ab. Eine Woche später wurde das Werk dann in der Park Avenue Synagogue uraufgeführt. [5]

3 Literatur

  • Ann Glazer Niren: Jewish Elements in Leonard Bernstein’s Hashkiveinu, in Journal of Synagogue Music, September 2015 Vol. 40 No. 2, Seite 66 bis 76

4 Weblinks

5 Video und Audio

6 Andere Wikis

7 Einzelnachweise

  1. Peter Gradenwitz: Leonard Bernstein - Unendliche Vielfalt eines Musikers, Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., 3. Aufl., München, 1993, S. 166
  2. Allen Shawn: Leonard Bernstein - An American Musician, Yale University Press, 2014, S. 21
  3. Jonathan D. Sarna: Leonard Bernstein and the Boston Jewish Community of his Youth - The Influence of Solomon Braslavsky, Herman Rubenovitz, and Congregation Mishkan Tefila, in Journal of the Society for American Music, Vol. 3, Nr. 1, 2009, S. 35 ff.
  4. Irene Heskes: Passport to Jewish Music - Its History, Traditions, and Culture, Greenwood Press, 1994, S. 305 und 306
  5. Ann Glazer Niren: Jewish Elements in Leonard Bernstein’s Hashkiveinu, in Journal of Synagogue Music, September 2015 Vol. 40 No. 2, S. 66 und 67

8 Hinweis zur Verwendung

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9 Andere Lexika

Wikipedia kennt dieses Lemma (Hashkiveinu (Komposition von Leonard Bernstein)) vermutlich nicht.




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