Günter Guillaume

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Günter Guillaume (* 1. Februar 1927 in Berlin; † 10. April 1995 in Eggersdorf) war Offizier im besonderen Einsatz (OibE) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und als Agent im Bundeskanzleramt tätig.[1][2] Seine Enttarnung war der größte Spionagefall in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.

Die Berliner Zeitung berichtete im Juli 2007 unter Berufung auf den Historiker Götz Aly, Guillaume sei als Hitlerjunge 1944 auch NSDAP-Mitglied geworden. Er heiratete 1951 Christel Boom. 1956 siedelten die Eheleute im Auftrag der Stasi in die Bundesrepublik Deutschland um, wo sie sich als „Flüchtlinge“ ausgaben. 1957 trat er in die SPD ein. 1969 leitete Guillaume den Wahlkampf des Bundesministers für Verkehr Georg Leber in dessen Wahlkreis in Frankfurt am Main und bewies dabei sein Organisationstalent, was dem Minister eine sehr hohe Anzahl von Erststimmen einbrachte. Zuletzt war er für Bundeskanzler Willy Brandt persönlicher Referent von 1972 bis 1974. Hier erhielt er Zugang zu geheimen Akten und Einblick in die Privatsphäre von Brandt.

Am 24. April 1974 wurde Guillaume in Bonn unter Spionageverdacht verhaftet. Im Dezember 1975 wurde Günter Guillaume wegen Landesverrats zu 13 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Im Jahr 1981 kehrte das Ehepaar Guillaume im Rahmen eines Agentenaustauschs in die DDR zurück. Er wurde offiziell als „Kundschafter des Friedens“ gefeiert, erhielt den Karl-Marx-Orden und wurde zum Oberst im MfS befördert.

1 Siehe auch

2 Andere Lexika




3 Einzelnachweise

  1. Nina Grunenberg, Der Haken, an dem ein Kanzler sich aufhängte. In: Die Zeit, 27. Juni 1975.
  2.  Helmut Müller-Enbergs: Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit. Christoph Links Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-86153-145-3 (online).

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