Franz Grillparzer

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Profil.png Profil: Grillparzer, Franz
Beruf Österreichischer Dramatiker
Persönliche Daten
15. Januar 1791
Wien
21. Januar 1872
Wien


Franz Grillparzer (* 15. Januar 1791 in Wien; † 21. Januar 1872 ebenda) war ein österreichischer Schriftsteller, der gemeinhin als österreichischer Nationaldichter gilt.

1 Leben

Franz Grillparzer, der zu selbstquälerischen Zweifeln und zur Hypochondrie neigte, war ein von Shakespeare, Lope de Vega, Calderón, dem Wiener Volksstück und der Romantik beeinflusster bedeutender Dramatiker in der Nachfolge der Weimarer Klassik. Aufgrund früher Theatererfolge wurde er 1818 zum Theaterdichter des Burgtheaters ernannt. Seit 1821 war er mit K. Fröhlich, seiner "ewigen Braut", verlobt, die er sich nie zu heiraten traute.

Im Jahr 1826 unternahm er eine Deutschlandreise, auf der er u. a. Tieck, Fouqué, Chamisso, Rahel Varnhagen, Hegel und vor allem Goethe kennenlernte. Allgemeine Anerkennung wurde Grillparzer erst ab ca. 1850 zuteil (Inszenierungen H. Laubes).

In der Tragödie "Die Ahnfrau" (1818) gestaltete er in der Nachfolge von Schillers Trauerspiel "Die Braut von Messina", des englischen Schauerromans und des romantischen Schicksalsdramas Schicksal als determinierende Macht. Dann folgten als Problemkreise der Mensch zwischen Tat und Verharren (um nicht schuldig zu werden) sowie die Frage nach dem Sinn und Recht des Staates.

Bedeutend nach dem Künstlertrauerspiel "Sappho" (1819) sind vor allem die Tragödien "Das goldene Vliess" (Trilogie, 1822), "König Ottokars Glück und Ende" (1825), "Des Meeres und der Liebe Wellen" (1831), "Der Traum ein Leben" (1834) und "Libussa" (1848 vollendet, herausgegeben 1872) sowie sein Lustspiel "Weh dem, der lügt" (1838).

Spätwerke sind "Die Jüdin von Toledo" und "Ein Bruderzwist in Habsburg" (beide herausgegeben 1872).

Von seinen wenigen Prosawerken gehört die autobiografisch getönte Erzählung "Der arme Spielmann" (1848) zu den Meisterwerken des psychologischen Realismus des 19. Jahrhunderts. Seine Lyrik ist rational-reflektierend. Wichtig sind darüber hinaus noch seine Selbstbiografie sowie die Tagebücher.

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