Barnim

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Der Barnim ist eine nordöstlich von Berlin im Land Brandenburg gelegene historische Landschaft. Anteil am Barnim haben heute die Landkreise Oberhavel, Barnim, Märkisch-Oderland und Oder-Spree. Auf Berliner Stadtgebiet liegen die Stadtbezirke Reinickendorf, Pankow, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf zu großen Teilen auf dem Barnim.

Blühende Landschaft in Deutschlands Osten.

1 Lage und Siedlungsgeschichte

Bis zum starken Wachstum Berlins im ausgehenden 19. Jahrhunderts war der Barnim nur sehr dünn besiedelt. Für den östlichen Teil gilt das bis heute. Außerhalb Berlins liegen auf dem Barnim mit Bernau und Strausberg nur zwei Städte mit mehr als 10.000 Einwohnern. Werneuchen, Altlandsberg und Biesenthal sind kleine Landstädte. Um den Barnim herum reihen sich perlschnurartig mehrere Städte, ursprünglich gehörte Berlin auch dazu. Weiterhin zählen zu dem Stadtring Oranienburg, Eberswalde, Bad Freienwalde, Wriezen, Buckow und Berlin-Köpenick. Der westliche Barnim ist heute dichter besiedelt. Zahlreiche einwohnerstarke Dorfgemeinden existieren dort im Berliner Umland

2 Geschichte

Siedlungsspuren lassen sich im Barnim für die Zeit der ausklingenden Vereisung im Jungpaläolithikum nachweisen. Dabei folgten Jäger und Sammler überwiegend den Flussläufen, wie archäologische Funde im Bereich von Oranienburg, Eberswalde, Birkenwerder oder am Tegeler Fließ im Norden Berlins belegen. Vor rund 6000 Jahren entstanden an den Bächen und Flüssen mit der Herausbildung der Landwirtschaft erste Dauersiedlungen. Aus der jüngeren Bronzezeit liegen Funde von Bronzesicheln und Steintrögen aus dem westlichen Barnim vor. Im Stadtgebiet von Strausberg wurde eine bronzezeitliche Besiedlung aus den Jahren 1200 bis 700 v. Chr. nachgewiesen.

2.1 Slawische Zeit

Hier siedelte der germanische Stamm der Semnonen. Nach deren Abwanderung folgten im 6. und 7. Jahrhundert n. Chr. die slawischen Stämme der Sprewanen und wahrscheinlich der Rezanen, die bei Biesenthal/Wandlitz sesshaft wurden. Am "Finowfließ" bei Biesenthal befand sich eine ausgedehnte slawische Burganlage. "Barnim" ist zudem ein im Slawischen häufig vorkommender Eigenname. Der Barnim wurde laut Märkischer Fürstenchronik von den Markgrafen Johann I. und Otto III. von Brandenburg um 1230 von dem Pommerschen Herzog Barnim übernommen und daher als Nova Terra Nostra Barnem bezeichnet. Wolfgang H. Fritze hat 1986 aufgrund des aktuellen Forschungsstands diese Hypothese für die wahrscheinlichste erklärt, weitere Forschungen werden dies zu bestätigen haben.

2.2 Mittelalter

Während bis in die slawische Zeit eher die Niederungen um den und die wenigen Fließe auf dem Barnim bevorzugte Standpunkte für die Gründung von Dörfern und Befestigungsanlagen gewesen waren, begann eine erste strukturierte Aufsiedlung des Plateaus in den 1230er Jahren unter den gemeinsam regierenden askanischen Markgrafen Johann I. und Otto III. im Zuge des deutschen Landesausbaus nach Osten. Entsprechende Siedlungsaktivitäten gab es auch durch die wettinischen Markgrafen von Meißen. Während die Askanier über den Nordrand des Oberbarnim über Oranienburg bis ungefähr nach Strausberg vorgedrungen waren, stießen die Wettiner von Süden über ihre Burgen in Mittenwalde und Köpenick auf den Niederbarnim vor. Die Frage der Landesherrschaft über diese Siedlungsgemengelage führte zu den Kämpfen um den Barnim und Teltow, dem Teltow-Krieg zwischen 1239 und 1245. Nach jüngeren Untersuchungen versuchten die Wettiner unter dem Meißener Markgrafen Heinrich dem Erlauchten sehr wahrscheinlich mit einem Dörferkranz um Hönow und Altlandsberg nordöstlich des heutigen Berlins eine Herrschaft auf dem Barnim zu errichten. Zudem hatte auch der Rivale der Askanier, das Erzstift Magdeburg unter Wilbrand von Käfernburg, Besitz auf dem Plateau. Das von ihnen 1180 bei Jüterbog gegründete Zisterzienserkloster Zinna besaß ausgedehnte Ländereien um Rüdersdorf bei Berlin, wo die Mönche um 1230 den bis in die jüngere Zeit bedeutenden Kalksteinbruch Rüdersdorf begründeten. Nach dem Teltow-Krieg hatten die brandenburger Markgrafen die Herrschaft über den Barnim inne. Dennoch verblieb ein großer Teil des südwestlichen Barnim um Rüdersdorf bis zur Linie Stobberbach/Löcknitz bis zur Säkularisation im Besitz des Klosters Zinna. In einer Urkunde von 1247 bestätigten Johann I. und Otto III. dem Kloster Zinna den Besitz auf dem Barnim ausdrücklich. Zur Stabilisierung ihrer Herrschaft gründeten die Askanier in der Mitte des 13. Jahrhunderts das Kloster Chorin und das Frauenkloster Friedland. Chorin und die Ruinen Friedlands mit der Klosterkirche gelten architekturhistorisch als bedeutsamste mittelalterliche Klosterbauten der Region.

2.3 Nach dem Dreißigjährigen Krieg

Bis zum starken Wachstum Berlins im ausgehenden 19. Jahrhunderts blieb der Barnim weiterhin vergleichsweise dünn besiedelt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg gab es noch eine größere Siedlungswelle insbesondere mit holländischen Kolonisten, die bei der Trockenlegung des Havelbruchgebiets halfen. Doch blieben auch diese Bewegungen wie auch die steuer- und abgabebegünstigten Kolonistendörfer in friderizianischer Zeit weitgehend auf die Fluss- und Kanalbereiche beschränkt.

3 Literatur

  • Brandenburgisches Namenbuch, Teil 5: Die Ortsnamen des Barnim. Bearb. v. Gerhard Schlimpert, Weimar 1984.
  • Wolfgang H. Fritze: Zur Deutung und ursprünglichen Beziehung des Landschaftsnamens „Barnim“. In: Jahrbuch für brandenburgische Landesgeschichte, 37 (1986), S. 41–50.
  • L. Lippstreu, N. Hermsdorf, A. Sonntag: Geologische Übersichtskarte des Landes Brandenburg 1 : 300.000 - Erläuterungen. Potsdam 1997, ISBN 3-7490-4576-3.
  • Carsten Rasmus, Bettina Klaehne: Wander- und Naturführer Naturpark Barnim. KlaRas-Verlag, Berlin 2001. ISBN 3-933135-09-5.
  • Werner Stackebrandt, Volker Manhenke (Hrsg.): Atlas zur Geologie von Brandenburg. Landesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe Brandenburg (heute: Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, LBGR), 2. Aufl., 142 S., 43 Karten, Kleinmachnow 2002, ISBN 3-9808157-0-6.
  • Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag Berlin-Brandenburg 2005

4 Quelle

Leserfreundlich bearbeitete Übernahme von Wikipedia, Autoren dort.

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