Manacor

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Manacor ist das drittgrößste von den 53 selbstständigen Verwaltungsgebieten der Baleareninsel Mallorca.

Es hat den Status einer Stadt (Ciudad) und ist zugleich landwirtschaftlicher Mittelpunkt des Ostteils der Insel. Das Stadtwappen umfasst eine Hand und ein Herz und so ist auch die Bedeutung von Man-a-Cor einfach Hand am Herz. Amtssprachen sind Katalanisch und Spanisch. Der auf der Insel gesprochene katalanische Dialekt wird Mallorquí genannt.

1 Statistische Daten

Die Gemeinde hat eine Fläche von 260,22 km². Im Süden grenzt sie an die Gemeinde Felanitx, im Westen an Vilafranca de Bonany, im Nordwesten an Petra und im Nordosten an Sant Llorenç des Cardassar. Die Küste im Osten ist rund 27 km lang. Die Einwohnerzahl beträgt 39.434 (2008) und Bevölkerungsdichte ist 151,54 Einw./km².

Die Bevölkerung ist auf die verschiedenen Ortschaften verteilt. 74 % konzentrieren sich auf die Stadt Manacor, während 16 % in Porto Cristo leben. Hier ist der Anstieg in den letzten Jahren bemerkenswert. Der Rest verteilt sich auf Illot, Cales de Mallorca, Son Macià, Cala Murada, Cala Anguila und Cala Mendia.

Im Laufe der Geschichte verhielt sich das Bevölkerungswachstum der Gemeinde ähnlich dem des Restes der Insel. Im 16. Jahrhundert waren es etwa 5.000 Einwohner, und die Zahl stieg im 18. Jahrhundert bis auf 7.000. Die bedeutendste Bevölkerungszunahme begann im 19. Jahrhundert mit fast 13.000 Einwohnern zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Zwischen 1920 und 1940 stieg die Zahl bis auf 19.000 und danach verlangsamte sich das Wachstum. Von den 60er Jahren an bis in die Gegenwart begann die Bevölkerungszahl langsam wieder anzusteigen. Dieser letzte Anstieg ist vorwiegend der Einwanderungswelle zuzuschreiben, die durch das Wirtschaftswachstum ausgelöst wurde, das parallel zur Entwicklung des Tourismus stattfand.


2 Geschichte

Die ersten Anzeichen menschlicher Besiedlung im heutigen Landkreis Manacors gehen bis in die prätalaiotische Zeit (2000 bis 1400 v. Chr.) zurück, auch wenn die Ankunft des Menschen auf Mallorca im fünften Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung liegt. Aus dieser Zeit sind die künstlichen Grabhöhlen (cova de Homonet auf Son Ribot, Mitjà de les Beies und die Navetes), alleinstehend oder in Gruppen, die als Wohngebäude dienten (sa Marineta, Hospitalet Vell).

Um 1400 v. Chr. fand eine strukturelle Änderung in der Vorgeschichte Mallorcas statt, einerseits auf Grund der internen Entwicklung der prätalaiotischen Gesellschaft, andererseits durch die Ankunft neuer Volksstämme aus dem östlichen Mittelmeer bedingt. Es entstand eine Kultur, die durch ihre Megalithbauten geprägt war, von denen heute nur noch Keramikscherben zeugen. Es sind Ortsnamen erhalten, die auf arabischen oder Berber-Ursprung hinweisen.

Der Ursprung der Stadt Manacor liegt wahrscheinlich vor der islamischen Herrschaft, wie aus den archäologischen Funden hervorgeht, die in der Umgebung der Pfarrkirche gemacht wurden.

Schon im Jahr 1300 erteilte Jaume II. Manacor die Stadtrechte. Die Existenz einer Pfarrkirche wurde schon im Jahre 1236 urkundlich belegt. Von den Anfängen der Stadt sind ein ehemaliger Bestandteil des Königspalastes, der Torre del Palau, und einige befestigte Herrenhäuser (Torre de ses Puntes und Torre dels Enagistes) erhalten. Im Mittelalter spielte Manacor eine wichtige Rolle bei den sozialen Kämpfen, in denen der aus Manacor stammende Simó Tort der Vorkämpfer war.

Die städtische und soziale Entwicklung wurde besonders durch die Gründung des Klosters Sant Vicenç Ferrer und die Entstehung des Stadtviertel Fartàritx gekennzeichnet. Hier standn die meisten Windmühlen, die das Stadtbild prägten. 1576 gründete der Dominikanerorden das erwähnte Kloster und der Bau der Barockkirche begann. Anfang des folgenden Jahrhunderts wurde der Kreuzgang errichtet. Das Eigentum der Mönche fiel 1835 in die Hände des Staates. Das Kloster ist seitdem Sitz der Gemeindeverwaltung und des Gerichtshofs.

Bis zum 19. Jahrhundert basierte die Wirtschaft Manacors auf Landwirtschaft (Getreide- und Weinanbau) und Viehzucht (Schafe), auch wenn der Textil- und Lebensmittelsektor sowie das Töpfereigewerbe eine wichtige Rolle spielten. Im 19. Jahrhundert begannen die Veränderungen, die aus Manacor das machten, was es heute ist. Die Industrien zur Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte nahmen zu. Im Stadtbild erschienen die Windmühlen und eine Branntweinfabrik. Seit der zweiten Hälfte des Jahrhunderts bilden die Möbelherstellung und die später gebauten Fabriken eine der wirtschaftlichen Grundlagen Manacors. Aber auch das Töpfereigewerbe und die Herstellung von Likören und Weinen sind weiterhin bedeutend.

1879 wurde die Eisenbahnstrecke zwischen Inca und Manacor eingeweiht und 1902 die erste Perlenfabrik gegründet. So wurde Manacor zum Handels- und Industriezentrum des Ostens der Insel. Seit 1912 ist Manacor Stadt.

Diese wirtschaftliche Entwicklung veränderte nicht nur die Gewohnheiten der Gesellschaft, sondern wirkte sich auch auf das Stadtbild aus, besonders seit Beginn des Tourismus in den 60er Jahren. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die neue Pfarrkirche Nostra Senyora dels Dolors gebaut, die an der selben Stelle wie die vorherigen Kirchen steht. Die älteste von ihnen wurde schon 1232 unkundlich belegt und war wahrscheinlich über einer arabischen Moschee errichtet worden (Fund einer Grabinschrift, die heute im Museu Diocesà in Palma aufbewahrt wird). Das emblematischste Element ist der Glockenturm. Zur selben Zeit wurden einige der schönsten Herrenhäuser in den Straßen Nou, Major, Pius XII, Bosch usw. gebaut, die historischen Stadtviertel (Fartàritx und es Barracar) erweitert und verstärkt und in der Umgebung des Bahnhofs und der Promenade na Camella entstanden neue Viertel. Heute findet das Wachstum der Stadt hauptsächlich in den neueren Stadtteilen der Schulzentren und der Promenaden Port, Fartàritx und Ferrocarril statt.

3 Pflanzenwelt

Die Vegetation besteht aus den typischen Pflanzen Mallorcas. Etwas über 20 % der Fläche ist mit Wald bedeckt. In den Bergen wachsen hauptsächlich Pinienwälder, wogegen es fast keine Steineichenwälder gibt. Die mittelländischen Buschformen wie Oleaster und Zwergpalme breiten sich an der Küsten aus, wo Arten wie Zistrosen, Lentisken, Bartgras, Rosmarin und Erika zu finden sind. An der Küste wachsen unter anderem Strandfenchel und Astragalus balearicus, während die Disteln von den Stränden beinahe verschwunden sind. In den Feuchtgebieten gedeihen Tamariske und Schilfrohr. Wildbäche bilden die hydrologische Grundlage. Der Wildbach Na Borges hat ein hydrographisches Becken von 338 km². Ihm fließen die Bäche Son Caules, Conies und Son Cifre zu und er mündet schließlich in der Bucht von Alcúdia ins Meer. Weitere Wildbäche entstehen in den Hügeln im Landesinneren, durchqueren das Land und fließen ins Meer.

4 Sehenswürdigkeiten

  • Die vorgeschichtliche Siedlung Hospitalet Vell an der Landstraße Manacor-Cales de Mallorca (1800-1500 v. Chr.), eine Talaiotsiedlung. Besonders bemerkenswert ist der Talaiot, eine Art Turm mit quadratischem Grundriss, von dem die mittelländische Säule und die Bedachung aus großen Steinplatten sowie eine rechteckige Einfriedung erhalten sind.
  • Die frühchristliche Kirche Son Peretó, an der Landstraße Palma-Artà gegen Ende des fünften Jahrhunderts n. Chr. gebaut. Sie besteht aus einer Taufkirche mit zwei Taufbecken und der Kapelle.
  • Der Turm Torre dels Enagistes an der Landstraße Ctra. Manacor-Cales de Mallorca, Schutzbau und Herrenhaus aus dem 14. Jahrhundert (anschließend an die katalanische Eroberung 1229). Heute ist das Gebäude Sitz des Museums von Manacor mit einer Ausstellung der Archäologie und Völkerkunde Manacors. Die bemerkenswertesten Ausstellungsstücke sind das Grabmosaik der Balèria, eines der Mosaiken der frühchristlichen Kirche Son Peretó, und die Miniaturmöbel. In der ersten Etage sind Graffiti vom 15. bis 18. Jahrhundert zu sehen.
  • Das Kloster und der Kreuzgang Sant Vicenç Ferrer am Convent-Platz. Das Kloster wurde 1576 vom Dominikanerorden gegründet. Die Kirche erstand zwischen Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts und weist die typischen Merkmale der barocken Klosterkirchen Mallorcas auf: Es hat ein einziges Kirchenschiff mit acht Seitenkapellen zwischen Bogenpfeilern und Tonnengewölbe. Besonders bemerkenswert ist die Pfeifenorgel aus dem 18. Jahrhundert.
  • Die Kirche Nostra Senyora dels Dolors am Platz Rector Rubí. Die Pfarrkirche wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts im gotischen Historizismusstil gebaut. Sie steht an der selben Stelle, wo früher andere Kirchen standen. Die älteste wurde schon 1232 dokumentarisch belegt und war wahrscheinlich über einer arabischen Moschee errichtet worden (Fund einer arabische Grabinschrift, die sich heute im Museu Diocesà in Palma befindet). An dem neuen Gebäude sind sowohl Bauelemente als auch Kunstgegenstände, die von lokalen Künstlern stammen, erhalten. Der Glockenturm ist unter dem Namen Torre Rubí bekannt, zur Erinnerung an den Baumeister der Kirche. Er ist an die Apsis angebaut, wo die vorherige Kirche das Hauptportal hatte. Es ist das höchste Gebäude der Stadt, ein neogotisches Werk des Architekten G. Bennassar Moner.
  • Windmühle Molí en Polit an der Straße en Modest Codina. Es handelt sich um eine Windmühle aus dem 19. Jahrhundert.
  • Perlenfabrik Majòrica
  • Coves del Drach (Tropfsteinhöhlen) Porto Cristo. Der Martelsee ist einer der größten unterirdischen Seen der Welt, an dem täglich Konzerte klassischer Musik dargeboten werden.

5 Quellen

  • Manacor, Informationsbroschüre über Mallorca, Pedro Servera, Mallorca (2003)

6 Weblinks

 Commons: Gemeinde Manacor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

7 Andere Lexika




8 Init-Quelle

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