Metapedia

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Metapedia
Kommerziell Nein
Beschreibung Metapedia ist ein extrem rechtes und geschichtsrevisionistisches Wiki (laut Verfassungsschutz NRW)
Sprachen diverse
Artikelanzahl 53.000 (Stand: Juli 2016)
Erschienen 2006
Status Aktiv
URL http://de.metapedia.org

Metapedia ist laut Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen ein geschichtsrevisionistisches und extrem rechtes Wiki. Das Projekt wurde 2006 in Schweden begonnen und verfügt inzwischen über 15 Sprachen.[1] Die größte Version existert in ungarischer Sprache mit über 70.000 Artikeln. Mit eund 53.000 deutschsprachigen Artikeln (Stand 2016) stellt die deutsche Version die zweitgrößte der Welt dar.

Metapedia benutzt die MediaWiki Software und ähnelt im Aufbau der Wikipedia und weiteren Wikiprojekten. Laut Impressum ist der Sitz der Firma NFSE Media AB, Sweden in Linköping und für die Internetpräsenz von Metapedia verantwortlich. [2] Deren IP-Adresse zeigt jedoch auf eine amerikanischen Firma SoftLayer Technologies Inc., die ihren Sitz in Dallas hat. [3]

1 Selbstdarstellung

In ihrer Selbstdarstellung[4] präsentiert sich die Metapedia als eine "Weltnetz-Enzyklopädie[5] über Kultur, Philosophie, Wissenschaft, Politik und Geschichte". Sie möchte "Teil eines größeren, europäischen Netzwerkes mit dem Ziel, durch das Erkennen der Wahrheit den Frieden und die Verständigung der Völker zu fördern" sein. Aufgrund der Lebendigkeit eines Wikis wird der Leser explizit darauf hingewiesen, dass er sich mit den Inhalten kritisch auseinandersetzen soll. Er sei herzlich eingeladen, mitzumachen Fehler zu verbessern. Die "deutschsprachige Sektion der Metapedia richtet sich an alle Personen, die keine antideutschen Vorurteile hegen", geht jedoch inhaltlich klar darüber hinaus tief hinein in die Sprach- und Gedankenwelt der extremen Rechten.

Die Metapedia sieht die Wikipedia als "Spiegel des gegenwärtigen Zeitgeistes" der sich "von politischem Konformitätsdruck leiten läßt". Die Metapedia will dagegen "in der Arbeit unabhängig, im Sinne der Freiheit der Wissenschaft, sein." Anders als die ebenfalls wikipediakritische, aber freiheitliche und politisch pluralistische PlusPedia, ist die Metapedia in Stil und Inhalt Teil der rechtsextremen Gedanken- und Lebenswelt.

Die Metapedia will "einen Beitrag leisten, das "deutsche Kulturerbe" vor Verdrängung und dem Vergessen zu bewahren und zugleich die deutsche Sprache zu schützen", wobei mit "deutsch" ein sehr begrenztes und eigenwilliges und ideologisiertes Deutschlandbild gemeint ist. Darüberhinaus würden in der Metapedia auch "Sachverhalte und Positionen dargestellt, die in anderen Diskursen nicht thematisiert und teilweise bewußt tabuisiert" würden. Hier sind in der Praxis allerdings primär Verschwörungstheorien gemeint.

Das Logo der Metapedia zeigt einen Ausschnitt der Skulptur Jünglingsgestalt von Arno Breker.[6]

3 Indizierungsverfahren wegen jugendgefährdenden Inhalten

Am 19. Februar 2009 wurde die Metapedia, angeblich für nur einen Tag, im deutschen Angebot der Suchmaschine "Google" nicht angezeigt. Begründet wurde diese Entfernung der Suchergebnissse durch die Bundesprüfstelle damit daß, so wörtlich, „das Angebot der Metapedia Jugendliche in ihrer geistigen Entwicklung verwirren“ könne. An den schwedischen Betreiber wurde die Aufforderung verschickt, den Zugriff von Jugendlichen zu verhindern, woraufhin Folge geleistet wurde.

Aufgrund der rechtsextremistischen Inhalte hat das Bundesamt für Verfassungsschutz die zuständigen Strafverfolgungsbehörden unterrichtet. Hinsichtlich einer Verlinkung zu einer Downloadmöglichkeit des NS-Propagandafilms „Der ewige Jude“, dessen Rechte der Bundesrepublik Deutschland zustehen, ermittelt das Landeskriminalamt Berlin wegen Urheberrechtsverletzung. Darüber hinaus wurde bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ein Indizierungsverfahren eingeleitet.[3] (Quelle: Wikipedia)

MetaPediaIndiziert.png

4 Stimmen zu Metapedia (Zitatauszüge)

4.1 Meinungsbilder aus der politischen Mitte

„Eine Alternative ist "Metapedia" für sehr rechts denkende Menschen, die ihre Weltanschauung vor lästigem Faktenwissen schützen wollen.[7]

Volker Schmidt: Lexikon für Ignoranten. "Metapedia" wäre gern ein Nachschlagwerk für die rechte Szene.; in der Frankfurter Rundschau

„Die Macher der deutschsprachigen Ausgabe der „alternativen Enzyklopädie für Kultur, Philosophie, Wissenschaft, Politik und Geschichte“ 'Metapedia' versuchen seit dem Jahr 2007, eine im Stil der 'Wikipedia' gehaltene rechtsextremistische Variante aufzubauen. Unter dem Deckmantel der „Freiheit der Wissenschaft” solle „jedem Gegenstand eine unvoreingenommene Darstellung“ geboten werden. 'Metapedia' beansprucht, „über Fakten und Wahrheiten [zu] schreiben und nicht über das, was die politisch korrekte Mehrheit von Schreibern dafür hält“. Zwar sei politische Agitation und weltanschauli- che Missionierung nach dem Selbstverständnis von 'Metapedia' unerwünscht, gleichwohl tragen 'Meta- pedia'-Artikel eindeutige geschichtsrevisionistische und das NS-Regime verharmlosende Züge.[1]

– Verfassungsschutzbericht Nordrhein-Westfalen 2008

4.2 Meinungsbilder von politisch linker Seite

„Mit „Metapedia“ wollen rechte Kreise ihr eigenes Online-Nachschlagewerk aufbauen. Das sieht dem Vorbild Wikipedia verblüffend ähnlich, nur dass auf den Seiten kein allgemeingültiges Wissen zusammengetragen, sondern unter dem Anstrich der Information rechte Ideologie verbreitet wird...[8]

– Endstation-Rechts: Wikipedia-Verschnitt: Das rechte Online-Nachschlagewerk Metapedia

„Schwülstige Sprache und der Begriff der Metapolitik - mit dem das Ziel der Kulturellen Hegemonie durch gezieltes Einwirken auf gesellschaftliche Diskurse verbunden ist - erinnern an den Duktus und strategischen Ansatz der intellektuellen Neuen Rechten.[9]

Thomas Pfeiffer: Virtuelle Gegenöffentlichkeit und Ausweg aus dem "rechten Ghetto"

„Metapedia ... ist eine braune Alternative. Ein überwältigend großer Anteil der Beiträge behandelt das Dritte Reich und den Nationalsozialismus. Da wird ausführlich dargelegt, dass der Zweite Weltkrieg durch eine jüdische Kriegserklärung an Deutschland begonnen habe. Dass der "sogenannte deutsche "Angriff auf Polen" 1939" nur eine Maßnahme gewesen sei, um das "deutsche Volk" vor den polnischen Provokationen zu schützen.[10]

– Netz gegen Nazis: [11] Nazi-Wissen im Netz: Metapedia

4.3 Meinungsbilder von politisch rechter Seite

„Als Gegengewicht zur linkslastigen Internet-Enzyklopädie Wikipedia enstand am 09. August 2006 in Schweden die Enzyklopädie Metapedia, (...) Auch echauffiert sich die BPJM, [12] daß gewisse Geshichtsdogmen nicht als unumstößliche Tatsachen zementiert werden, sondern daß durchaus Raum für wissenschaftlichen Zweifel gelassen wird: [13]

Der Nonkonformist: Metapedia – Die alternative Enzyklopädie

5 Sonstiges

Wer Autor werden möchte, soll eine E-Mail an Metapedia schreiben. Um die Reinheit der deutschen Sprache zu bewahren, werden bei Metapedia tunlichst Anglizismen wie „Internet“ oder „Email“ vermieden. Stattdessen sollte man Wörter wie „Weltnetz“ oder „E-Post“ verwenden. Zudem legt man sehr viel Wert auf die Rechtschreibreformen, die während der NS Zeit gültig waren, insbesondere der „Schreibung von „ss und ß“.

6 Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Verfassungsschutzbericht Nordrhein-Westfalen 2008; ebd. Druckseite 88
  2. Peter Nowak: Rechte Wikipediakopie zwischen Anspruch und Wirklichkeit
  3. 3,0 3,1 Bundestags-Drucksache 16/10215 vom 12. September 2008, S. 6f.: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Monika Lazar; ebd. auf Druckseite 6 (vorletzter Absatz); (PDF, 460 KB)
  4. Anm.: Alle kursiv gesetzten Textteile in Klammern sind Originaltext aus Seiten der Metapedia. Aus rechtlichen Gründen wurde auf eine direkte Verlinkung auf die entsprechenden Metapedia-Seiten verzichtet.
  5. "Metapedia" verwendet, wie auch politisch am rechten Rand stehende sowie rechtsradikale Parteien und Vereinigungen, die Bezeichnung "Weltnetz" anstelle das gebräuchliche Wort "Internet".
  6. Siehe Hauptseite der Metapedia.
  7. Volker Schmidt: Lexikon für Ignoranten. "Metapedia" wäre gern ein Nachschlagwerk für die rechte Szene. Frankfurter Rundschau, 4. März 2008
  8. "Endstation-Rechts" Wikipedia-Verschnitt: Das rechte Online-Nachschlagewerk „Metapedia"
  9. Thomas Pfeiffer: Virtuelle Gegenöffentlichkeit und Ausweg aus dem "rechten Ghetto"; in Stephan Braun, Alexander Geisler und Martin Gerster (Hrsg.): Strategien der extremen Rechten - Hintergründe, Analysen, Antworten, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 2009, S. 302
  10. "Netz gegen Nazis" Nazi-Wissen im Netz: Metapedia
  11. Anm.: Der wichtigste deutsche Experte zum Thema Rechtsradikalismus im Internet ist der Berliner Autor Burkhard Schröder, der zahlreiche Bücher zum Thema veröffentlichte. Er hat für "Netz gegen Nazis" zwei Artikel beigetragen, sieht die Sache aber kritisch: "Das alles wirkt wie Moraltheologie", sagt Schröder. "Die Haltung der Seite erinnert an den regierungsamtlichen Kampf gegen rechts seit 2000, der auch nur dazu geführt hat, dass die NPD in mehreren Landtagen sitzt."; aus [1]
  12. Anm.: Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien
  13. Der Nonkonformist
    Hinweis:
    Auf seiner Hauptstartseite verweist der Inhaber "Der Nonkonformist" angeblich auf sein "Hausrecht":
    Demnach verbietet er allen Bürgern der Bundesrepublik Deutschland der Besuch dieser Seite sowie und aller Unterseiten.
    Er beruft sich hierbei auf eine Entscheidung des Landgerichts München I vom 25. Oktober 2006 (Az. 30 O 11973/05).
    Kläger war der Heise Zeitschriften Verlag (Hintergrundinfos hier)
    .

7 Weblinks

8 Andere Lexika