Majer Balaban

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Profil.png Profil: Balaban, Majer
Beruf Jüdischer Historiker
Persönliche Daten
1877
Lemberg
24. Dezember 1942
Warschauer Ghetto


Majer Balaban (Meir Balaban, Majer Samuel Balaban, Meyer Samuel Balaban; * 1877 in Lemberg; † 24. Dezember 1942 im Warschauer Ghetto) war der Gründer der jüdischen Historiographie in Polen und gilt bis heute als einer der hervorragendsten Historiker des polnischen und galizischen Judentums.

1 Leben[Bearbeiten]

Majer Balaban studierte in Lemberg Jura und Geschichte und war aktiv in der zionistischen Bewegung. Er schrieb Leitartikel für die Wochenschrift Wos'chod und unterrichtete Religion an verschiedenen jüdischen Schulen in Galizien. 1918 bis 1920 war er Leiter der Jüdischen Hochschule in Tschenstochau, 1920 bis 1930 Direktor des Rabbinerseminars Tachkemoni in Warschau. 1924 gab er eine wissenschaftlich-literarische Zeitschrift, Nowe Życie, heraus. Seit 1928 war er Professor an der Universität Warschau.

Majer Balaban veröffentlichte etwa 70 quellenorientierte historische Arbeiten, zahlreiche Zeitschriften-Artikel zur Geschichte des polnischen Judentums, ca. 150 Artikel für die Jewrejska Enzyklopedja sowie Studien zur Vierländersynode für die elfbändige russische Geschichte der Juden (1914).

Er starb noch vor der Liquidation des Ghettos und fand seine letzte Ruhestätte auf dem jüdischen Friedhof in Warschau.

2 Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Erscheinen bekannt

  • Die Juden in Lemberg an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert, 1906
  • Die Judenstadt von Lublin, 1919
  • Geschichte und Literatur der Juden, 1924/1925, 3 Bde.
  • Kulturdenkmäler der Juden in Polen, 1929
  • Die Geschichte der Juden in Krakau und Kazimierz 1304-1868, 1931-1936, 2 Bde.
  • Le-Toledot ha-Tenu ach ha-Frankit, 1934-1935, 2 Bde.

Ohne Jahr bzw. nicht ermittelt

  • Geschichte der Ritualmordanklagen
  • Herz Homberg
  • Verfassungsgeschichte der Juden in Polen

3 Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Wininger 1925 ff., Bd. I.
  • Jüdisches Lexikon, Berlin 1927, Bd. I.
  • Lexikon des Judentums, Gütersloh etc. 1971
  • Julius H. Schoeps (Hrsg.), Neues Lexikon des Judentums, Gütersloh/München 1992

4 Andere Lexika[Bearbeiten]