Kuwait

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Kuwait (arabisch الكويت al-Kuveit, alternativ auch: Kuweit) ist ein selbständiger arabischer Staat in der monarchischen Staatsform eines Emirats, mit einem "Emir" als Herrscher an der Spitze. Kuwait liegt im Nahen Osten, an der Mündung der Flüsse Euphrat und Tigris in den Persischen Golf, einem Meeresarm zwischen der arabischen Halbinsel und Iran. Die Hauptstadt heißt Kuwait-Stadt.

Feuerwerk in Kuwait-Stadt

1 Geographie

Kuwait ist ein kleines Land und mit rund 17.000 Quadratkilometern Flächen in etwa so groß wie Thüringen. Sein Staatsgebiet besteht im Wesentlichen aus unfruchtbarer Wüste, am Mündungsdelta zum Persischen Golf findet sich auch Sumpfland. Die Bevölkerung lebt quasi komplett in der Hauptstadt Kuwait-Stadt und ihren Vororten direkt am Meer. Im Norden grenzt Kuwait an den Irak, im Süden an Saudi-Arabien. Über das Mündungsdelta von Euphrat und Tigris ist Kuwait auch ein quasi direkter Nachbar des Iran. Der Boden unter Kuwait ist extrem ölreich.[1]

2 Bevölkerung

In Kuwait leben rund vier Mio. Menschen, davon aber nur etwa 1,3 Millionen kuwaitische Staatsangehörige. Der Rest rekrutiert sich aus Gastarbeitern mit Herkunft Indien, Philippinen und aus anderen arabischen Ländern. So erklärt sich auch die religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung. Während die Kuwaitis selbst zu fast hundert Prozent muslimischen Glaubens sind, ist die Wohnbevölkerung religiös heterogener zusammengesetzt. Kuwaiter: Etwa 50% sind muslimische Sunniten, rund 25% muslimische Schiiten und 25% Christen, Buddhisten, Hindus sowie sonstige.[2]

3 Geschichte

Kuwait wurde nach langer osmanischer und kurzer britischer Kolonisierung 1961 unabhängig. Sofortige Gebietsansprüche des Irak, welcher sich Kuwait als Provinz einverleiben wollte, führten zu Militärabkommen mit Großbritannien. Diese wurde jedoch bereits 1971 von Kuwait gekündigt. Der Irak erkannte die Unabhängigkeitserklärung Kuwaits jedoch weiterhin notorisch nicht an, da er an die massiven kuwaitischen Ölreserven herankommen wollte. Der irakische Ministerpräsident Abd el-Karim Kasim drohte sogar offen mit einem Einmarsch, weshalb Großbritannien abermals Soldaten zum Schutze Kuwaits stationierte. 1977 wurde zwischen beiden Ländern schließlich ein Grenzabkommen unterzeichnet. Im Sommer 1990 marschierte der Irak dennoch, nun unter Führung von Präsident Saddam Hussein in Kuwait ein und annektierte das Land. Die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre Verbündeten bereinigten diese Situation jedoch nach dem Scheitern diplomatischer Bemühungen im Spätwinter 1991 militärisch und befreiten Kuwait von den irakischen Truppen. Der geflohene Emir konnte zurückkehren und der Status quo ante war wiederhergestellt.[3]

4 Wirtschaft, Politik und Kultur

Dank seiner riesigen Ölvorkommen ist Kuwait ein sehr wohlhabendes Land mit einer wirtschaftlich und technisch modernen Bevölkerung. Kulturell ist Kuwait jedoch ein konservativ-islamisches Land, das beispielsweise die Gleichberechtigung der Frau nicht kennt. Regiert wird der Staat als Monarchie mit der Herrscherfamilie al-Sabah an den Hebeln der Macht. Staatsoberhaupt ist Emir Scheich Sabah Al-Ahmad Al-Jaber Al-Sabah an der Spitze, Regierungsschef Scheich Jaber Al-Mubarak Al-Hamad Al-Sabah und Außenminister Scheich Sabah Al-Khaled Al-Hamad Al-Sabah. Ein Pseudoparlament existiert unter dem Namen "Majlis Al-Umma". Dieses besteht aus einer Kammer mit fünfzig gewählten Mitgliedern. Stimmberechtigt sind zusätzlich alle Kabinettsmitglieder. Die Macht des Landes liegt dennoch grundsätzlich in der Hand des Emirs.[4]

5 Literatur

  1. Schwedler: Kuwait. Stadtentwicklung im Wandel der Zeiten. In: Günther Meyer (Hg.): Die Arabische Welt im Spiegel der Kulturgeographie. Mainz, 2004
  2. The CIA Factbook: Kuwait
  3. Koch: Interessengruppen und politische Entwicklung in einem arabischen Golfstaat. Das Emirat Kuwait. Islamkundliche Untersuchungen; Bd. 232, Berlin 2000
  4. Länderinformation "Kuwait" des Auswätigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland

6 Andere Lexika