Kompostheizung

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Komposthaufen als Biomeiler
Kompostsilo innerhalb eines Wohnhauss

Eine Kompostheizung, auch Biomeiler, ist eine Anordnung zur Nutzung der Abwärme eines Kompostierungssystems. Dabei wird die beim Verrottungsprozess durch die Arbeit von Mikroorganismen und Kleinlebewesen entstehende Wärme in geeigneter Weise so umgelenkt, dass sie am Nutzungsort zur Verfügung steht. Dies kann z.B. ein Wohnhaus sein.

Im Gegensatz zur Erzeugung von Biogas muss hier genügend Sauerstoff zugeführt werden, um den aeroben Verwesungsprozess zu ermöglichen und die Entstehung von Fäulnis zu vermeiden.

Als Erfinder des Biomeilers gilt der französische Agronom Jean Pain, der sich mit Landbau im Einklang mit der Natur beschäftigte.

1 Komposthaufen im Garten mit Wasserkreislauf

Bei diesem Typ wird ein großer Komposthaufen im Freigelände mit einem mehr oder weniger gewundenen Wasserrohr durchzogen. Der Wasserkreislauf leitet die Kompostwärme ab und transportiert sie zu einem Nutzgebäude. Dort kann das durch den Komposthaufen erwärmte Wasser direkt in den Heizkreislauf eingespeist oder seine Wärme über einen Wärmetauscher an den Heizkreislauf abgeben werden.

Der Meiler muss etwa 8000 Liter Biomasse enthalten, um auch im Winter eine Temperatur halten zu können, bei der der Kompostierungsprozess weiter ablaufen kann.

2 Kompostheizungssilo innerhalb des Nutzgebäudes

Der Kompostierungsprozess läuft in einem Kompostheizungssilo ab. Dieser wird im Inneren eines Gebäudes aufgestellt und gibt seine Heizleistung direkt über die Gefäßwandung ab. Ein Wasserkreislauf zur Verteilung der Wärme kann optional eingebaut werden, ist aber bei einfachen Anlagen nicht erforderlich.

3 Berechnungen

Auf einem Grundstück mit einer Fläche von 1000 Quadratmetern kann Biomasse in Form von Rasenschnitt, Laubabwurf, Strauchschnitt usw. geerntet werden. Das entspricht einer Energiemenge von etwa 4000 kWh pro Jahr. Als Berechnungsgrundlage dienen die bekannten Daten vom Anbau eines Energiewaldes (Kurzumtriebsplantage).

Daten Energiewald Zahlenwerte
Ertrag je Hektar 8 bis 12 Tonnen
Energiegehalt von Biomasse 3,86 kWh je kg Holz (bei 20% Restfeuchte))

Während bei konventionellen Einfamilienhäusern (Baujahr bis etwa 2000) ein Heizenergiebedarf von etwa 20000 kWh pro Jahr besteht, verbrauchen vergleichbare Häuser mit Wärmedämmung nur noch weniger als 10000 kWh pro Jahr. Durch spezielle Raumaufteilung (z.B. im Zwei-Zonen-Haus) kann der Heizenergiebedarf eines Wohngebäude so weit verringert werden, dass bereits ein Kompostheizungssilo mit einem Volumen von 1000 l ausreicht, um behagliche Raumtemperaturen ganzjährig sicherzustellen.

4 Weitere Internetseiten zum Thema

  • Kompost-Tipps mit Informationen zu Funktion und Praxis von Biomeilern
  • Was ist der Biomeiler mit Informationen über den Erfinder des Biomeilers Jean Pain
  • Native Power Viele Informationen zum Selbstbau von Kompostheizung und Mini-Biogasanlage