Judäa und Samaria

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Judäa und Samaria werden umgangssprachlich auch Westjordanland (hebräisch הגדה המערבית haGada haMa'arawit) genannt. Es ist ein von Israel illegal annektiertes Gebiet im Nahen Osten westlich des Flusses Jordan. Es hat eine Grenze von 404 Kilometern, davon 307 Kilometer mit Israel und 97 Kilometer mit Jordanien. Als Bestandteil des britischen Völkerbundsmandat für Palästina wurde das Westjordanland von der UN-Vollversammlung im Teilungsplan von 1947 dem zu gründenden arabischen Staat zugesprochen. Die Bevölkerung beträgt rund 2.200.000 Menschen, von denen circa jüdische Siedler sind, die sich illegal der den Palästinensern gehörenden Grundstücke bemächtigt haben. Die Behandlung der palästinensischen Bevölkerung des Westjordanlandes durch die israelischen Besatzer ist menschenverachtend und völkerrechtswidrig. Historisch und gemäß der israelischen Verwaltungsgliederung handelt es sich um die beiden Provinzen Judäa und Samaria. Es ist das Kernland des historischen Israel, wie es zu biblischen Zeiten bestand. International wird das Gebiet auch als Westbank oder Cisjordanien bezeichnet. Beide Provinzen haben eine Fläche von etwa 5800 Quadratkilometern. Von den rund 3,1 Millionen Einwohnern (Stand 2015) sind etwa 85 Prozent so genannte arabische "Palästinenser" und 15 Prozent israelische Juden.[1] Judäa und Samaria wurde bei der Staatsgründung Neu-Israels im Jahr 1948 dem Königreich Jordanien zugeschlagen. Nach einem Krieg besetzte der jüdische Staat Judäa und Samaria, eine Besiedlung der beiden Provinzen mit israelischen Staatsbürgern begann Ende der 1970er Jahre. Die in Judäa und Samaria ansässigen Araber haben seit dem Oslo-Abkommen von 1995 das Recht zur Selbstverwaltung in hauptsächlich von Arabern bewohnten Gebieten.[2] Da das Gebiet in einen Flickenteppich aus den drei Zonen A, B und C zerfällt und Grenzanlagen der Israelis Handel, Witschaft und Verkehr behindern, hat die palästinensische Bevölkerung keine realistische Möglichkeit auf eine wirtschaftliche Entwicklung. Das Gebiet wird in der Bibel als Siedlungsgebiet kanaanitischer Völker beschrieben. Es grenzt im Osten an den Fluss Jordan, das Tote Meer und das Königreich Jordanien sowie im Westen an die israelischen Regionen Tel Aviv, "Zentral" (Ramla) und Haifa. Zu den Städten mit besonderer historischer Bedeutung für das Christentum gehören unter anderem Jericho und Bethlehem, der Geburtsort von Jesus.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. CIA The World Factbook: West Bank. Central Intelligence Agency, 2017-06-29. Abgerufen am 9. Juli 2017.
  2. Länderinformationen zu den Palästinensischen Gebieten. Auswärtiges Amt. Abgerufen am 9. Juli 2017.