Isaac Algazi

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Profil.png Profil: Algazi, Isaac
Persönliche Daten
24. April 1889
Izmir
3. März 1950
Montevideo


Isaac Algazi (* 24. April 1889 in Izmir; gest. 3. März 1950 in Montevideo) war ein jüdischer Kantor und Sänger.

1 Vita

Der Kantor Isaac Algazi
  • Die Familie Algazi führte ihre Wurzeln bis auf den Rabbiner Salomon ben Abraham Algazi (ungefähr 1610 bis 1683) zurück. Isaac Algazis Großvater Ḥayyim Menahem und sein Vater Salomon Algazi (man nannte ihn u.a. Bülbüli Salomon, d.h. Salomon die Nachtigall) waren Kantoren. [1]
  • Isaac Algazis Erziehung war vom Gegensatz zwischen Moderne und Tradition geprägt: An einer Schule der Alliance Israélite Universelle erfuhr er eine weltliche, europäisch ausgerichtete Ausbildung und in der Toraschule ging es traditionell jüdisch-orthodox zu. Später lernte er unter Izmirs Oberrabbiner Abraham Palache an der Hillel Jeschiwa. Sein Vater unterwieß ihn in jüdisch-liturgischer Musik und die bekannten Komponisten Chemtov Chikiar und Hayyim Alazraki vermittelten ihm die klassische türkische Musik. [2] Als Jugendlicher singt er im Chor der Portugal Synagoge. Da in Izmir auch öfters meist aus Frankreich stammende Operntruppen auftraten, kann Algazi auch mit westlich-europäischer Musik Bekanntschaft schließen.
  • 1908 wird Algazi Kantor an der Bet-Israel-Synagoge, der größten Synagoge Izmirs, ist von 1908 bis 1911 Mitglied des Stadtrats und unterrichtet ab 1914 an jüdischen Schulen.
  • Nach der von 1919 bis 1923 andauernden Besetzung der Stadt durch die Griechen verdächtigte man die jüdische Gemeinde der Kollaboration mit dem Feind und zwingt die geistliche Führung zum Verlassen Izmirs. So geht Algazi 1923 nach Istanbul, wo er im Chor der Neve-Schalom-Synagoge singt und ihn der Oberrabbiner der Türkei (Hahambaşılığı) kurz darauf als Kantor und musikalischen Direktor an die im Stadtteil Galata gelegene und für ihre exzellenten musikalischen Aktivitäten bekannte Italienische Synagoge/Kal de Los Francos holt. [3] In Istanbul überschreitet Algazi – der ein glühender Unterstützer der von Kemal Atatürk betriebenen Modernisierung des Landes war - den engen Bereich der Synagogalmusik und betätigt sich im jüdischen Erziehungswesen sowie an der Verbesserung der Beziehungen zwischen den jüdischen Gemeinden und der türkischen Republik. Seine Vorstellungen publiziert er u.a. in der von ihm zusammen mit Moise Dalmedico 1930 gegründeten, wöchentlich in Französisch und Hebräisch [4] erscheinenden Zeitschrift La Voz Orientale. [5]

2 Literatur

  • Edwin Seroussi: Mizimrat qedem - The life and music of R. Isaac Algazi from Turkey, Renanot-Institute for Jewish Music, 1989
  • Rita Ottens: „anyos munchos i buenos“ - Die Kunst des Rabbi Isaac Algazi, in Neue Zeitschrift für Musik, Heft III, Leipzig, 2002

3 Weblinks

4 Video und Audio

5 Andere Wikis

6 Einzelnachweise

  1. Corry Guttstadt: Die Türkei, die Juden und der Holocaust, Assoziation A, 2008, S. 120
  2. Edwin Seroussi: Mizimrat Qedem – The Life Music of R. Issaac Algazi from Turkey, Renanot-Institute for Jewish Music, Jerusalem, 1989, S. 16
  3. Bülent Aksoy: Great Voices of Ottoman Turkish and Jewish Music / Rabbi İzak Algazi Efendi
  4. Okşan Svastics und Monika Demirel: Jüdisches Istanbul, Mandelbaum, 2010, S. 167
  5. Edwin Seroussi: Music - Muslim-Jewish sonic encounters; in Josef Meri: The Routledge Handbook of Muslim-Jewish Relations, Routledge, 2016

7 Hinweis zur Verwendung

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