Bruno Schestak

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Bruno C. Schestak (* 5. August 1903 in Weißkirchlitz, heute: Novosedlice, Tschechische Republik; † 1950[1]) war Dirigent, Gaufachgruppenleiter der Abteilung Musik der NSDAP in Sachsen und erschuf das Lied Heil Hitler dir.

1 Wirken[Bearbeiten]

Nach einer Quelle war Schestak von 1933 bis 1939 zweiter Dirigent an der Dresdner Philharmonie, neben den ersten Dirigenten Werner Ladwig (1932–1934) und Paul van Kempen (1934-1942).[2] Nach Hans Bajer war Schestak 1936 nicht mehr Konzertmeister der Dresdner Philharmonie, sondern Kapellmeister in Plauen.[3] Von 1938 bis 1945 war er jedenfalls Leiter des Stadtorchesters in Teplitz-Schönau. Während seiner Amtszeit wurde der seit 1899 bestehende Name Teplitzer Stadt-Orchester (Teplický městský orchestr) in Das Städtische Orchester der Badestadt Teplitz-Schönau (Městský orchestr lázeňského města Teplice-Šanov) geändert. (Heutiger Nachfolger: Severočeská filharmonie Teplice, Nordböhmische Philharmonie Teplice)[4]

In der NSDAP war er Gaufachgruppenleiter in Sachsen[5] und Leiter der Landesmusikerschaft Sachsen in der Reichsmusikkammer.[2]

1934 führte das Philharmonische Orchester in Chemnitz unter seiner Leitung das Deutsche Vorspiel des Komponisten Paul Richter (1875–1950) auf.[6] Mit dem Orchester aus Teplitz-Schönau spielte er 1944 die Erstaufführung des Orchesterwerkes „Liebesfeier und Abschied" von Joseph Gustav Mraczek (1878–1944).[7]

Nachdem Schestak bei einer Veranstaltung 1925 Adolf Hitler traf, textete und komponierte er den Marsch Heil Hitler dir (Deutschland erwache aus deinem bösen Traum)[3] Die Komposition kann als Anthologie im Hinblick auf nationalsozialistische Werte und Symbolik aufgefasst werden.[8] Er wurde mit dem Goldenen Parteiabzeichen der NSDAP ausgezeichnet.[3]

Die deutsch-kroatische Pianistin Draga Matković, die trotz Verbots zwei unerwünschte Klavierstücke im Repertoire hatte, soll er 1943 vor der Verhaftung bewahrt haben. Autrittsverbot erhielt sie aber.[9]

2 Werke[Bearbeiten]

  • Von Oper zu Oper : große Fantasie Aufgenommen mit: Dr. Weißmann mit großem Symphonie-Orchester (Mitglieder der Staatskapelle, Berlin); Odeon O-6753; Matritze: xxB.8473 & xxB.8474-2 [10]
  • Bearbeitung/Salonorchesterausgabe: Drei deutsche Tänze ( ~ 8 Min)[1] (Carl Maria von Weber)
  • Text & Musik: Deutschland erwache aus deinem bösen Traum auch bekannt als: Sachsenmarsch [der NSDAP], Deutschland erwache, Heil Hitler dir!, Wir sind die Kämpfer der NSDAP (~ 5 Min) 1925, Verlag: Friedrich Wilhelm Fröhlich, Richard Birnbach, GEMA-Werk.-Nr: 1747350-001
  • Op. 21. No. 2. Impromptu f. Salonorch. FW Fröhlich (1927)[11]
  • Op. 84. Romanze f. V. m. Salonorch.; [sowie eine Version] f . V. u. Pfte., FW Fröhlich (1927)[11]
  • Abend am Tigre. Tango-Serenade f. Salonorch. m. Jazz-St. Leipzig, FW Fröhlich (1927)[11]

3 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Schestak, Bruno (1903 - 1950), Notenkatalog Bundesverband Deutscher Liebhaberorchester e.V., abgerufen am 16. August 2011
  2. 2,0 2,1 Matthias Herrmann, Hanns-Werner Heister (Hrsg.): Dresden und die avancierte Musik im 20. Jahrhundert: Bericht über das vom Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik und vom Institut für Musikwissenschaft der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" Dresen veranstaltete Kolloquium vom 7. bis 9. Oktober 1996 in Dresden. 1933-1966, Teil 2, Laaber, 2002, ISBN 389007510X, S. 190
  3. 3,0 3,1 3,2 Hans Bajer: Ruhmesblätter in der Geschichte des SA-Liedes (Teil 1), in: Die Musik. Amtl. Organ der NS-Kulturgemeinde, Berlin, 29. Jg. 1936/37, Heft 3, S. 170 ff
  4. Severočeská filharmonie Teplice (Version vom 7. Dezember 2009), Český hudební slovník osob a institucí (Datenbak über Personen und Instituinen der Musik in Tschechien), Ústav hudební vědy Filozofické fakulty Masarykovy Univerzity ("Institut für Musikwissenschaft der Masaryk-Universität Philosophische Fakultät") als "Bruna Schestaka"
  5. William Saunders: Songs of the German Revolution, in: Music & Letters, Vol. 16, Nr. 1 (Jänner 1935), S. 50-57
  6. Franz Metz: Musikforschung und Südosteuropa. Die Wiederentdeckung deutscher Musikkultur in Südosteuropa durch die Zeitschrift Deutsche Musik (gegründet 1933). Ein Intermezzo mit Folgen, in: Musikkultur und ethnische Vielfalt im Südosteuropa des 19. und 20. Jahrhunderts – Einflüsse deutscher Musik. Bericht über das Internationale musikwissenschaftliche Symposium Sibiu / Hermannstadt, 6.-9. September 2003, Band 8 von Südosteuropäische Musikhefte, Edition Musik Südost, München 2007, ISBN 978-3-939041-11-5 (Online bei edition-musik-suedost.de)
  7. Musik im Kriege, Band 1, Verlag: Joachim-Friedrichstrasse., 1944, S. 157
  8. Eric Michaud,Janet Lloyd:The cult of art in Nazi Germany.2004.
  9. (Querverweis zu Wikipedia:) Benutzer:Pauloffenberger in der Initialversion von Draga Matkovic, 30. Juli 2007; einen Tag später Korrektur: Bruno Schessdag -> Bruno Schestak
    Draga Matković in der Version von 19. Januar 2011, 15:56 UTC, Versions-ID 84121300 in Wikipedia, Die freie Enzyklopädie, Datum des Abrufs: 16. August 2011, 02:48 UTC:
    "Nach Kriegsbeginn wurde in Aussig ihr Dirigent verhaftet, als Draga Matković das verbotene D-Moll-Klavierkonzert des „nichtarischen“ Felix Mendelssohn Bartholdy spielte. In den letzten beiden Kriegsjahren wurde ihr ein Auftrittsverbot erteilt, weil sie 1943 in Bad Teplitz-Schönau das ebenfalls indizierte B-Moll-Klavierkonzert von Tschaikowski spielen wollte. Der dem NS-Regime nahestende Dirigent Bruno Schestak (seinerzeit Gauabteilungsleiter der Abteilung Musik der NSDAP in Sachsen) verhinderte immerhin vor dem geplanten Konzert ihre Inhaftierung durch die deutschen Behörden."
  10. "Katalog der Deutschen Nationalbibliothek: Von Oper zu Oper : große Fantasie. I. Teil / Bruno C. Schestak"
  11. 11,0 11,1 11,2 Handbuch der musikalischen Literatur, Band 17,Teil 1, F. Hofmeister, S. 568

4 Literatur[Bearbeiten]

5 Schnelllöschdiskussionen in der Wikipedia[Bearbeiten]

Für diesen Stand.

5.1 Siehe auch[Bearbeiten]

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