Heil Hitler dir

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Heil Hitler dir! ist ein 1925 von Bruno Schestak getextetes und komponiertes nationalsozialistisches Kampflied.

Nach dem Beginn des Liedes ist es auch als Deutschland erwache (aus deinem bösen Traum) bekannt, unter dem es heute oft zu finden ist. Es ist nicht mit dem eigentlichen Deutschland erwache (Sturmlied) von Dietrich Eckart und Hans Gansser aus den Jahren 1919-1922 zu verwechseln.

1 Entstehung und Name[Bearbeiten]

Nach Hans Bajer (1936) kam im Jahre 1925 Bruno C. Schestak von Dresden zu einer öffentlichen Veranstaltung in Plauen (Vogtland) um Adolf Hitler zu hören, den er dort auch persönlich kennenlernte. Er war "von dem Erlebnis in solchem Maße beeindruckt, daß er spontan diese Weise aufzeichnete und gleichzeitig auch eine eigene Melodie dazu schrieb."[1]

Schestak nannte das Stück zuerst Sachsenmarsch der NSDAP. Von der Plauener SA wurde es dann unter dem Namen Deutschland erwache weiterverbreitet. Auf dem Wege nach Berlin hieß das Lied Wir sind die Kämpfer der NSDAP. Schließlich wurde es in Berlin selbst von der ersten SA-Kapelle unter [suhsels] Leitung unter dem Titel Heil Hitler dir bekannt gemacht.[1]

Erstmals gedruckt wurde der Marsch als Klavierausgabe in Plauen.[1]

2 Das Lied[Bearbeiten]

Der Marsch beginnt mit einer instrumentalen Einleitung von etwa einer halben Minute und nach zwei Überleitungstaktenn beginnt das Gesang. Auf allen bekannten zeitgenössischen Aufnahmen werden nur die erste und dritte Strophe gesungen, was zu einer Länge von 2 1/2 bis 3 Minuten führt.

3 Verwendung[Bearbeiten]

In einigen Kopien (Raubkopien?) des Films Triumph des Willens, einem von Leni Riefenstahl produzierten Dokumentarfilm (hergestellt im Auftrage der NSDAP) über den Reichsparteitag der NSDAP 1934 in Nürnberg, ist es als Eingangsmelodie eingeblendet. Möglicherweise sind einige Takte am Morgen des zweiten Tages bei der Morgenwäsche in einem Potpourri kurz zu hören (nach der Fanfare, beim Filmen aus dem Zelt hinaus, ca. 14:36[2]).

Durch den eindeutigen Text, der sich auch auf die NSDAP und Hitler bezieht, fällt die öffentliche Aufführung in Deutschland unter § 86 Abs. 1 Nr. 4 StGB (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen). In Österreich fällt dies als Wiederbetätigung unter das Verbotsgesetz 1947.

4 Verzeichnete Bearbeitungen[Bearbeiten]

  • 1925, Verlag: Friedrich Wilhelm Fröhlich, Richard Birnbach, GEMA-Werk.-Nr: 1747350-001 (~ 5 Min)
  • Musikalische Bearbeitung von Curt Mahr für Concert Band, GEMA-Werk.-Nr: 1747350-002, ISWC: T-801.070.693-2

5 Bekannte Aufnahmen[Bearbeiten]

  • Bemerkung
    • zu zeitgenössischen Namen: Die Nationale Schallplattendienst GmbH Berlin registrierte 1932 die Wortmarken Nationale Ton Platte, Patria und Natopla. Zum Teil wurde bei der Firma Artiphon gepresst (die sich in jüdischem Besitz befand.) Die National-Sozialistische-Schallplatten-Industrie, auch NS-Schallplatten-Industrie verwendete zuerst Matritzen von Brillant bis eigene Aufnahmen bei der Tonographie-Gesellschaft in Berlin erstellt wurden, welche am Präfix "To" vor der Matritzen-Nummer erkennbar sind.[3]
    • zum Aussehen dieser Platten: Die ersten Platten hatten ein weißes Label mit Hakenkreuz. Die reguläre Serie hatte ein Hakenkreuz im roten Ring mit der Firmenbezeichnung NS-Schallplatten-Industrie. Mit dem "Gesetz zum Schutz der nationalen Symbole" vom 19.05.1933 (RGBl. I Seite 285) war das Hakenkreuz Produkten, die unmittelbaren Bezug zu Partei hatten, vorbehalten. Das rot umrandete Label enthielt nun einen Adler, dessen Fänge den Eichenlaubkranz halten und die Bezeichnung wurde in Viktoria geändert.[3]
    • zu Abkürzungen, Organisationen und Personen:
      • OSAF = Oberste SA-Führung; Kapelle der Obersten SA-Führung, Ost = Stabskapelle der NSDAP Berlin-Brandenburg[4]
      • Johannes Fuhsel, * 15. März 1880 in Houverath/Rheinbach, nachweisbar bis 1934, + unbekannt[4]
      • NSD = National-sozialistisches Deutsches-...; „NSD“-Marschorchester = NS-Orchesterring[4], Dirigent: Hans Bajer; Berlin
      • Schalmeienkapelle „Horst Wessel“, wahrscheinlich aus Mitgliedern der 5. SA-Standarte „Horst Wessel“ bestehend.[4]
      • Traditionsmusikkorps der alten Armee = Musikkorps der alten Deutschen Wehrmacht, Dirigent: Hugo Eduard Riemann; Berlin[4]
  • Heil Hitler Dir!
    • Kapelle der OSAF-Ost; Dirigent: Musikzugführer Johannes Fuhsel; mit SA-Gesang; Berlin 1930; Artiphon Company; Nationale Ton-Platte 502; Matritze: 11764; (andere Seite: Badenweiler Marsch)
    • „NSD“-Marschorchester; mit SA-Gesang; Berlin o. J. [1932-1935]; Hakenkreuz-Platte; Patria 156; Matrizen-Nr: To 273; Dauer: 2:23; (Rückseite: Aufwärts mit Hitler!)
    • Schalmeienkapelle „Horst Wessel“; Berlin 1932; Hakenkreuz-Platte; Bestell-Nr: 2017; Matrizen-Nr: (Tono) 2017; Dauer: 2:32; (Rückseite: Brüder in Zechen und Gruben)
    • Traditionsmusikkorps der alten Armee; Dirigent: Hugo Eduard Riemann; mit SA-Gesang; Berlin 1932; Patria 502
    • Kapelle des S-Sturmbanns XII (SA-Untergruppe Berlin-Ost); Dirigent: Musikzugführer Martin Ewers; Gesang: Männerchor; Berlin 1933; Deutsche Crystalate GmbH; Kristall 2075; Matritze: C 4700
    • Kapelle des S-Sturmbanns XII (SA-Untergruppe Berlin-Ost); Dirigent: Musikzugführer Martin Ewers; Gesang: Rolf Sandor (Tenor) und Männerchor; Berlin 1933; Deutsche Grammophon AG; Matritze: C 1350
    • Musikkorps des III Bataillons des 9. (Preußischen) Infanterie-Regiments, Berlin-Spandau; Dirigent: Obermusikmeister Adolf Berdien; Berlin 1933; Electrola GmbH; Katalog-Nr: 60-2309; Bestell-Nr: EG 2826; Matrizen-Nr: OD 1578-1; Dauer: 2:40; (Vorderseite: Heil Deutschland [Marsch über das bekannte Soldatenlied „Blau Äuglein“])
    • Großes Blasorchester; Dirigent: Carl Woitschach; Gesang: Männerchor; Berlin Juni 1933; Telefunken-Platte GmbH; Telefunken A 1412; Matritze: 19168
    • SA-Kapelle Johannes Fuhsel; mit Gesang; Berlin 1933; NS-Schallplatten-Industrie; Hakenkreuz-Platte 2047; (Rückseite: a) Bayrischer Präsentier-Marsch b) Bayrischer Zapfenstreich)
  • Heil Hitler Marsch (Mit Dir! Mit Gott! Für's Reich!)
    • Musikzug der SS-Standarte 42; 1933; auf LP: Third Reich's Military Music Archives, Volume 4, Black Round Records 2009; Dauer: 2:56
  • Deutschland erwache aus deinem bösen Traum
    • Live-Mitschnitt: Aus der Kundgebung „Deutsche Mainacht der Hitlerjugend und des BdM" am 30.4.1933 im Harz; Strophen 1-2 mit Männerchor; Bestellnr. des Deutschen Rundfunkarchivs: 1820112-36; Dauer: 1:25[5]

6 Weblinks[Bearbeiten]

7 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 Hans Bajer: Ruhmesblätter in der Geschichte des SA-Liedes (Teil 1), in: Die Musik. Amtl. Organ der NS-Kulturgemeinde, Berlin, 29. Jg. 1936/37, Heft 3, S. 170 ff
  2. Triumph des Willens (Full movie - English subbed) 14:36, YouTube.com
  3. 3,0 3,1 Rainer E. Lotz: Online Discography - National-Sozialistische-Schallplatten-Industrie, lotz-verlag.de
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 www.schellackforum.com
  5. Marion Gillum, Jörg Wyrschowy (Hrsg.): Politische Musik in der Zeit des Nationalsozialismus: ein Verzeichnis der Tondokumente (1933-1945), Band 30 von Veröffentlichungen des Deutschen Rundfunkarchivs, Verlag für Berlin-Brandenburg, 2000, ISBN 393298174X, Nr. 79 / S. 39