Atalanta Fugiens

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Erste Fuge und Epigramm aus dem Atalanta fugiens
Der Atalanta Fugiens ist ein Buch mit allegorischen Illustrationen des deutschen Arztes und Alchemisten Michael Maier aus dem frühen 17. Jahrhundert.

Das Buch wurde 1617 von dem Verleger Johann Theodor de Bry im oberrheinischen Oppenheim veröffentlicht. 1618 erschien eine zweite Auflage. Im Jahr 1708 erschien unter dem Titel Chymnisches Cabinet eine deutsche Übersetzung. Diese basierte allerdings auf der unter dem Titel Secretoris naturae secretorum scrutinium chymicum im Jahr 1687 erschienenen, um die Fugen gekürzten Ausgabe des Atalanta Fugiens.

Der Atalanta Fugiens gehört zur Gattung der soganennten Emblembücher, Büchern mit allegorischen Illustrationen, erklärendem Text, und/oder moralischen Betrachtungen und/oder Gedichten. Diese Gattung war im Europa des 16. und 17. Jahrhunderts sehr populär. Der Atalanta Fugiens besteht aus 50 Kapiteln, die sich jeweils aus einem Emblem des Schweizers Kupferstechers Matthäus Merian, einer dreistimmigen Fuge mit lateinischem Text, einem sechszeiligen Epigramm in deutscher und lateinischer Fassung und einem zweiseitigen lateinischen Discursus zusammensetzen.

Der Titel des Atalanta Fugiens bezieht sich auf den antiken Mythos der Atalanta aus Ovids Metamorphosen, die dem Freier zur Braut versprochen war, der sie im Wettlauf besiegte. Erst Hippomenes gelang dies, indem er während des Wettlaufs drei ihm von Venus geschenkte goldene Äpfel fallen ließ, die Atalanta aufhebt bevor sie besiegt wird. [1] Der Mythos der Atalanta dient als Rahmen, indem die Personen des Mythos in den drei Stimmen der Fugen wiederkehren. Atalanta bildet die erste Stimme (vox fugiens), welche von der zweiten Stimme des Hippomenes (vox sequens) verfolgt wird, während die dritte Stimme (vox morans) des Apfels den cantus firmus bildet. Die alchemische Allegorie sieht dies folgendermaßen: Atalanta ist der flüchtige Mercurius Philosophicus, also das Quecksilber, das vor dem Sulphur auf der Flucht durch den goldenen Apfel chemisch gebunden wird.

Die fünzig Embleme stellen keine fortlaufende Erzählung dar, sondern bilden chemische Prozesse ab und/oder sind naturphilosophischen Betrachtungen gewidmet. Die Diskurse stellen keine eindeutigen Erklärungen der Embleme dar, sondern sind eher als Auslegungen bzw. Deutungsmöglichkeiten dieser zu verstehen.

Der Atalanta fugiens entwickelte sich zu einem vielbeachteten Werk. Neben der einzigartigen, multimedialen Kombination von Bild, Text und Musik war es vor allem die Qualität der Kupferstiche die große Beachtung fand. Kindlers Literaturlexikon schrieb:

"Dies ist unstreitig das schönste, merkwürdigste und erfindungsreichste Werk der esoterischen Alchemie des siebzehnten Jahrhunderts."

1 Internetquellen[Bearbeiten]

- Original des Atalanta Fugiens auf der Webseite der Elektronischen Bibliothek Schweiz

2 Bücher[Bearbeiten]

- Volkhard Wels: Manifestationen des Geistes - Frömmigkeit, Spiritualismus und Dichtung in der frühen Neuzeit, V & R unipress, Göttingen, 2014, Seite 190 - 203

- Gernot Böhme und Hartmut Böhme: Feuer, Wasser, Erde, Luft - Eine Kulturgeschichte der Elemente, C. H. Beck,, München, 2010, Seite 242 - 256

3 Quellen[Bearbeiten]

  1. Volkhard Wels: Manifestationen des Geistes - Frömmigkeit, Spiritualismus und Dichtung in der frühen Neuzeit, V & R unipress, Göttingen, 2014, Seite 190

4 Andere Lexika[Bearbeiten]

Wikipedia kennt dieses Lemma (Atalanta Fugiens) vermutlich nicht.