Adalbert Stifter

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Adalbert (Albert) Stifter, (geb. am 23. Oktober 1805 in Oberplan/ Böhmen, gest. am 28. Januar 1868 in Linz) war ein österreichischer Schriftsteller der Biedermeierzeit, ein Maler und Pädagoge.

1 Vita

Adalbert Stifter wurde als Sohn des Leinewebers Johann Stifter und seiner Ehefrau, einer Tochter des Fleischhauers Friepaß, geboren. Der Geburtsort Oberplan und seine Umgebung, der Wald vor allem anderen, kehren in seinen Werken immer wieder und die Erinnerung an Eltern und Großeltern ist in ihnen festgehalten. In früher Kindheit verlor Stifter seinen Vater durch einen Unglücksfall, als dieser durch ein umstürzendes Pferdefuhrwerk erschlagen wurde.

Nach dem Besuch der Ortsschule kam er als Dreizehnjähriger nach Kremsmünster in die Klosterschule, wo er eine umfassende Ausbildung erhielt. Danach besuchte er die Universität Wien, wo er sich als Student der Rechte eintragen ließ. Zu seinen besonderen Interessengebieten gehörten in der Folgezeit Philosophie, Mathematik und die Naturwissenschaften.

Erste Anregungen für sein späteres dichterisches Schaffen gewann er durch Jean Paul, durch die Romane Coopers und die Werke E.T.A. Hoffmanns. Zunächst zeigte Stifter aber Interesse für die Malerei, einer Liebe, der er ein Leben lang fröhnte.

Die unglückliche Liebe zu Fanny Greipl in Friedberg, die an seiner eigenen Unentschlossenheit scheiterte, schlug ihm eine tiefe Wunde. Fast im Trotz heiratete er die Tochter eines früheren Fähnrichs des österreichisch-ungarischen Heeres, Amalie Mohaupt. Sie stand seinem dichterischen Schaffen zunächst fern, dennoch war sie für Stifter eine wichtige Stütze.

Seinen ersten literarischen Erfolg feierte Stifter mit seiner Erzählung "Der Kondor", die ihn rasch bekannt machte. Stifter veröffentlichte nach diesem Erfolg zahlreiche weitere Erzählungen, die der befreundete Verleger Gustav Heckenast in Budapest herausgab. Das literarische Werk Stifters fand zunächst lebhafte Anerkennung.

Die Revolution von 1848 begrüßte Stifter, reagierte jedoch enttäuscht auf deren Folgen. Er führte nun einen Kampf gegen den Unglauben seiner Zeit. In einem Brief an seinen Verleger z.B. schrieb er 1856 zu seinen religiösen Gefühlen: "Das ist der Inhalt meines Gebetes: Herr, was von dir kömmt, ist gut, ich bete es an, wenn es auch schmerzet."[1]

Nach langer Kinderlosigkeit nahmen Stifter und seine Ehefrau Amalie die Nichte Juliane an Kindes statt an. Juliane riß mehrmals aus, 1859 ertrank sie in der Donau. Der Verlust hat die Stifters schwer getroffen.

Nach langer schwerer Krankheit öffnete sich Stifter am 26.Januar 1868 die Halsschlagader und verstarb zwei Tage später.

2 Weblinks

 Commons: Adalbert Stifter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

3 Einzelnachweis

  1. H. Glaser et al.: Wege der deutschen Literatur

4 Andere Lexika