Walter Süskind

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Profil.png Profil: Süskind, Walter
Beruf Angestellter
Persönliche Daten
29.10.1906
Lüdenscheid
28.02.1945
Konzentrationslager Auschwitz


Walter Süskind (* 29.10.1906 in Lüdenscheid; † 28.02.1945 im KZ Auschwitz)

1 Kindheit[Bearbeiten]

Walter Süskind wurde am 19.10. 1906 als Kind von Hermann (Heymann) Süskind (1883-1931) und Frieda Süskind, geb. Keßler aus Gießen, in Lüdenscheid geboren. Sie wohnten zuerst in der Schillerstr. 7 a und später in der Grabenstr. 1.
1908 wurde ihnen ihr Sohn Karl geboren und 1911 in Königsborn der Sohn Alfred.

2 Schulzeit in Gießen[Bearbeiten]

1913 zog die Familie nach Gießen in den Neuenweg 29 .
"Die Personenstandskarte im Stadtarchiv benennt als Herkunftsort Oldenzaal/Holand und bei der Staatsangehörigkeit ist 'preußisch' durchgestrichen, stattdessen steht für alle Familienmitglieder 'Holland'."
(Quelle: Hessische Heimat Nr.17/15.8.2009)
Er besuchte dort die Volks- und die Handelsschule.

3 Berufsleben[Bearbeiten]

1925 ging er nach Osterode im Harz zur Ausbildung bei dem Kaufmann Nathan Rosenthal und zog 1928 nach Neustadt/Hardt, um seine erste Stelle anzutreten.
1929 ging er nach Saarbrücken, wohin ihm Johanna Natt aus Gießen 1930 folgte. Im gleichen Jahr heirateten sie dort.
1931 zog das Paar nach Köln, wo Walter Vertreter für den Verkauf von Margarine ausbildete. Die Mütter der beiden waren inzwischen verwitwet und zogen auch nach Köln. Auguste Fran. Natt hatte ihre Wohnung in Köln-Klettenberg, Luxembuerger Str. 330.

4 Flucht in die Niederlande/ Amsterdamer Judenrat[Bearbeiten]

1938 reisten, bzw. flohen alle in die Niederlande. Dort wurde am 28. März Walters und Hannas Tochter Yvonne geboren.
Walter arbeitete nun für Unilever.
Als deutsche Truppen 1940 die Niederlande eroberten, wählte der Judenrat von Amsterdam Walter Süskind zum Verhandlungsführer gegenüber den Deutschen. Er wurde auch beauftragt, ab 1942 die Deportation der Amsterdamer Juden zum "Arbeitseinsatz im Osten", also in das Vernichtungslager Auschwitz, zu organisieren. Da Walter Süskind sich gegenüber den Deutschen sehr zuvorkommend verhielt, wurde er von den meisten jüdischen Holländern verachtet.

5 Rettungsaktion[Bearbeiten]

Walter Süskind nutzte sein Ansehen, um ca. 800-1000 jüdische Kleinkinder mit Unterstützung holländischer Untergrundorganisationen und des Kinderheims neben dem Schauburgtheater zu retten.
Er bat die jungen Eltern, welche zur Deportation vorgesehen waren, ihm ihre Kinder anzuvertrauen. Über das wahre Ziel der Deportationszüge durfte er den Eltern nichts sagen, daher begründete er die Bitte damit, daß die Kinder unter den schweren Arbeitsbedingungen nicht leiden sollten.
Damit die fehlenden Kinder nicht bei den Zählungen auffielen, bekamen die Eltern Puppen aus Stroh.
Zu den so geretteten Kindern soll auch ein späterer Oberbürgermeister von Amsterdam gehören.

6 Tod[Bearbeiten]

Die meisten Indizien weisen darauf hin, dass er mit seiner Frau und seiner Tochter 1943 vom niederländischen Konzentrationslager Westerbork aus ebenfalls in den Tod deportiert wurde.

7 Anerkennung und Gedächtniss[Bearbeiten]

In den Niederlanden hat Walter Süskind aufgrund dieser Rettungsaktion so einen hohen Bekanntheits - und Beliebtheitswert erlangt, dass er in vielen Geschichtsbüchern erwähnt wird.
Ihm zu Ehren sind ein Amsterdamer Jugendzentrum, sowie eins in Bosten (USA) benannt worden. Auch wurde eine Amsterdamer Brücke nach ihm benannt. Die dort angebrachte Plakette lautet, sinngemäß:
"Für alle, die während der deutschen Besatzung geholfen, jüdische Kinder vor der Deportation zu schützen. 1940-1945. "

In seiner Geburtsstadt Lüdenscheid ist Walter Süskind, weitgehend, vergessen.

8 Film[Bearbeiten]

Karin und Tim Morse (USA) haben im Jahre 2005 über Walter Süskind den Dokumentarfilm "Secret Courage" gedreht. Er wird demnächst auch in deutscher Sprache veröffentlicht.

9 Literatur/ Quellennachweis[Bearbeiten]

10 Quellen[Bearbeiten]

1. Boston Globe 21.Oktober 1990, von David Arnold
2. Der Reidemeister Nr. 122, 6. April 1993
3. Hessische Heimat Nr. 17/15.8.2009: Der Retter vieler jüdischer Kinder von Dagmar Klein
4. Film "Secret Courage - The Walter Suskind Story" von Karen und Tim Morse, 2005 www.morsephotography.com/suskind/
5.Walter Suskind and a theatre in Holland von Hans Wiedeman, Amsterdam Jewish Historical Museum 1990

11 Internetquellen[Bearbeiten]

12 Hinweis/ Danksagung[Bearbeiten]

In der am 20.05.2010/ 12:29 Uhr erstellten Version dieses PlusPedia-Artikels arbeitete der Lüdenscheider Historiker Mathias Wagner (siehe auch Ge-Denk-Zellen Altes Rathaus Lüdenscheid) mit. Er formulierte bislang wenig bekannte Forschungsergebnisse in den Text ein.
An dieser Stelle herzlichen Dank an M. Wagner.