Thies Christophersen

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Thies Christophersen (* 27. Januar 1918 in Kiel; † 13. Februar 1997 in Molfsee/Schleswig-Holstein)[1]) war ein deutscher Publizist, Verleger und Landwirt. Ab Januar 1944 war er in der Versuchsanstalt für Pflanzenzucht, die dem SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt unterstand, nahe dem Konzentrationslager Auschwitz eingesetzt.[2] Ende der 1960er Jahre beteiligte er sich an der Gründung der Notgemeinschaft Deutscher Bauern, die später als Bürger- und Bauerninitiative benannt wurde. Hauptberuflich war er als Landwirt in Schleswig-Holstein tätig. Christophersen war 1969 Mitbegründer der Zeitschrift „Die Bauernschaft − Für Recht und Gerechtigkeit“. 1973 veröffentlichte er auf Anregung des Rechtsextremisten Manfred Roeder[3] die Broschüre Die Auschwitz-Lüge, deren Titel zum Synonym der Holocaustleugnung wurde. Christophersen behauptete in seiner Schrift, dass im KZ Auschwitz die Häftlinge gut behandelt worden seien. So sei bei der Arbeit getanzt und gesungen worden. Die Häftlinge seien ordentlich verpflegt worden.[4] Er habe auch nichts von Massenvergasungen mitbekommen. Die Schrift erschien in mehreren Auflagen und Sprachen mit einem Vorwort Roeders.[5][6]

1 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Angaben des „Antifaschistischen Pressearchivs und Bildungszentrums Berlin e.V.“
  2. Brigitte Bailer-Galanda, Wilhelm Lasek, Heribert Schiedel: „Revisionismus“ und das Konzentrationslager Mauthausen. Zur Genese und Aktualität des „Revisionismus“. In: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes: Jahrbuch 2004, Lit Verlag, Wien 2004, ISBN 978-3-8258-7580-0, S. 137 mit Fußnote 4.
  3. Der Spiegel Heft 18/1998, S. 70.
  4. Argumente gegen rechtsextreme Vorurteile. – Auschwitzlüge (herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung).
  5. Christian Mentel: Christophersen, Thies. In: Brigitte Mihok, Wolfgang Benz und Werner Bergmann (Hrsg.). Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart, Band 2: Personen (A-K), Berlin 2009, S. 140
  6. Der Spiegel Heft 5/1981, S. 78.

2 Andere Lexika[Bearbeiten]