Schächten

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Schächten (Schechita) ist das rituelle Schlachten von Tieren im Judentum und im Islam. Bezweckt wird das möglichst rückstandslose Ausbluten des Tieres, da der Genuss von Blut sowohl im Judentum als auch im Islam verboten ist.


Die Tötung erfolgt im Judentum unbetäubt. Im Islam ist eine elektrische Betäubung, allerdings nur nach nach bestimmten Rechtsschulen, zulässig.

In der Tora steht geschrieben „Du sollst von Deinem Grossvieh und Kleinvieh schlachten, so wie ich Dir befohlen habe“, Dtn 12,21. Da zu den Worten „wie ich Dir befohlen habe“ in der ganzen Bibel kein weiterer Hinweis zu finden ist, Regelung in der mündlichen Lehre, festgehalten im Talmud (Traktat Chulin 1-2), in Maimonides' Mischne Tora (Sefer Keduscha) und in Karos Schulchan Aruch (Jore De'a 1-28).

Das Schächtgebot – sehr umstritten - soll ein äusserst humanes, das Leid des Tieres schonendes Verfahren sein. Das halachisch korrekte Schächten besteht aus einem Halsschnitt, der bei Säugetieren durch Luftröhre und Speiseröhre, bei Vögeln durch eine von beiden gehen muss. Der Schnitt muss durch Hin- und Herfahren ohne die geringste Unterbrechung mit einem scharfen, glatten und schartenfreien Messer ausgeführt werden.

Verboten ist: a) die kleinste Pause bei der Durchführung des Schnitts (hebr. Schehija); b) das Drücken des aufliegenden Messers in den Hals (hebr. Derassa); c) das Stechen des Messers in den Hals (hebr. Chalada); d) das Ausführen des Schnitts ausserhalb der für Schechita bestimmten Grenzen am Hals (hebr. Hagrama); e) das Losreissen der Halsgefässe durch den Schnitt (hebr. Ikur).

Der Schlachter (hebr. Schochet) selbst muss eine Ausbildung abgeschlossen haben, die sowohl praktische als auch „geistige“ Aspekte seiner Arbeit umfasst.

Das Schlachtmesser muss scharf wie eine gute Rasierklinge sein und darf keinerlei Scharten o. ä. aufweisen. Auch der Schlachtprozess selbst ist festen Regeln unterworfen.

Erste Voraussetzung ist, dass das Tier im Judentum koscher bzw. im Islam halal ist. Mit einem einzigen Schnitt ist nun die Kehle zu durchschneiden, wobei beide Halsschlagadern, beide Halsvenen, die Luftröhre, die Speiseröhre sowie beide Vagus-Nerven durchtrennt werden müssen; diese Technik führt für gewöhnlich den Tod binnen 3-4 Sekunden herbei. Tierschützer, die solche Szenen bereits verborgen gefilmt haben, bestreiten allerdings, dass vor allem auch bei Grossvieh ein einziger Schnitt ausreicht, sie sprechen von längeren grossen Leiden der Tiere.

Das Tier muss vollständig ausbluten, da der Genuss von Blut verboten ist.

Nachfolgende Handlungen[Bearbeiten]

Schechita beschreibt nicht allein den Prozess der Schlachtung selbst, sondern auch die anschliessende Kontrolle des Tieres und des Fleisches; so müssen im Judentum z.B. alle Blutrückstände beseitigt werden, was gewöhnlich durch Waschen und Salzen geschieht.

Ausserdem müssen Fleisch und Organe auf eventuelle Unregelmässigkeiten (z.B. Krebsgeschwüre) untersucht werden, welche das Fleisch treif, d. h. nicht koscher, machen würden.

Fisch unterliegt nicht dem Gesetz von Schechita. Der Talmud lehrt dies im Traktat Chullin 27b, und auch der Schulchan Aruch geht auf diesen Sachverhalt im Abschnitt Hilchot Schechita 1 ein. Hier ist nur das Faktum entscheidend, dass es sich um eine von der Tora als koscher genannte Fischart handelt.

Der Schächter untersteht der Aufsicht des Rabbiners. Der Schächter ist Besitzer eines Diploms, das es ihm erlaubt, Grossvieh (Ochsen, Kühe) oder Kleinvieh (Schafe, Lämmer) zu schlachten. Einige Schächter haben nur eine Genehmigung, ausschliesslich Geflügel zu schlachten.

Dem Schächter zur Seite steht der Menaker. Er allein ist zuständig für das Entfernen des Talgfettes (Chelev) des Viehs, denn er kennt den Unterschied zwischen dem als Speise verbotenen Talgfett eines Tieres und seinem erlaubten Fett (das die Därme umgibt). Der Menaker versteht sich auch auf das Entfernen der Hüftsehne, jenem Teil der Flanke eines Tieres, dessen Genuss ebenfalls verboten ist

Bedika nennt sich die jüdisch-rituelle Fleischbeschau. Der Schächter, der für die Schechita zuständig war, führt auch die Untersuchung durch, d. h. er ist gleichzeitig auch Fleischbeschauer.