Radio Luxembourg

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Radio Luxembourg (französisch), später auch unter dem deutschen Namen Radio Luxemburg bekannt, war ein Hörfunksender in der Stadt Luxemburg, der in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch sein mehrsprachiges Programm international bekannt wurde.

1 Geschichte

Die Geschichte des Rundfunks in Luxemburg begann 1924, als die Brüder François und Marcel Anen einen Sender auf dem Dachboden ihres Hauses in der Rue Beaumont einrichteten. Ab April 1924 sendeten sie[1] ein reguläres Musikprogramm von Schallplatten. 1925 gründeten sie die Association Radio Luxembourg. Der Wortanteil war überwiegend auf Luxemburgisch, aber auch auf Deutsch, Französisch und Englisch.[2] Ende der 1920er-Jahre waren Investorengruppen aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland an Sendungen aus Luxemburg interessiert.[1] Die Compagnie Nationale de Radiodiffusion Luxembourgeoise (CNRL) begann 1929 mit dem Bau eines Senders in Cessange (Kohlenberg), um den Anen-Sender fortzuführen. Jedoch verlangte der luxemburgische Staat per Gesetz[3] eine Genehmigung für Rundfunk und untersagte damit im Januar 1930 den weiteren Betrieb. Im September 1930 erhielt die von der französischen Compagnie des Compteurs angeführte Société Luxembourgeoise d’Études Radiophonique (SLER) eine Sendegenehmigung für 25 Jahre unter der Bedingung, dass 30 Prozent der Gewinne als Gebühr an Luxemburg gezahlt werden.

1931 entstand die Compagnie Luxembourgeoise de Radiodiffusion (CLR). François Anen wurde bei der CLR technischer Leiter. Im selben Jahr wurde ein für damalige Zeiten starker Langwellensender in Junglinster errichtet, der aus zwei 40 Meter hohen Türmen bestand, die 90 Meter auseinander lagen.[4][5] Da man jedoch keine passende Sendefrequenz zugewiesen bekam, bemühte sich die CLR mit Unterstützung luxemburgischer Behörden beim Weltrundfunkverein (UIR) um eine Frequenz. Es wurde eine Wellenlänge gewählt, die in Kombination mit der Sendeleistung eine möglichst hohe Reichweite erzielen sollte. Andere Staaten wie Großbritannien befürchteten eine Störung oder eine Konkurrenz und versuchten die Frequenzzuteilung zu verhindern.

Trotz weiterer Bemühungen bekam der Sender keine offizielle Sendefrequenz zugewiesen. Daraufhin startete er am 15. März 1933 um 19 Uhr vom Langwellensender in Junglinster auf der nicht offiziell zugeteilten, selbstgewählten Frequenz 232 kHz mit aufgenommener leichter Musik. Moderiert wurde das Programm in Deutsch, Französisch und Luxemburgisch. Die Sendezeit war täglich von 19 bis 23 Uhr und der Sender nannte sich „Radio Luxembourg Expérimental“. Programme in englischer Sprache gab es ab dem 3. Dezember 1933. Man hoffte weiterhin auf eine offizielle Sendefrequenz, bekam sie aber erst 1948 im Kopenhagener Wellenplan auf der Langwelle mit 236 kHz zugewiesen. Schnell fand Radio Luxembourg mit seinem Unterhaltungsprogramm ein großes Publikum in Frankreich und Deutschland. 1957 startete Radio Luxembourg ein eigenes deutschsprachiges Programm, das heute als RTL Radio bekannt ist. Radio Luxembourg änderte seinen Namen 1966 im Zuge einer großen Programmreform, bei der auch eine völlig neue Mannschaft zusammengestellt wurde, in RTL. Die Abkürzung sollte prägnanter und moderner klingen und den Zusammenhang mit dem alten Programm, das unter dem Namen Radio Luxembourg gelaufen war, vergessen lassen. Das deutsche und englische Programm behielt den ursprünglichen Namen.[6] 1972 wurde der Sendebetrieb auf der Langwelle zum Sender Beidweiler verlagert.

2 Andere Lexika



3 Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 https://de.wikipedia.org/wiki/RTL_(Frankreich)#Radio_Luxembourg
  2. RTL Group - the history
  3. Gesetz vom 19. Dezember 1929, betreffend die im Großherzogtum bestehenden oder zu errichtenden Rundfunksendestationen
  4. 100ansderadio.free.fr: Radio Luxembourg
  5. radio-journal.de: RTL Radio Luxemburg Chronik
  6. https://de.wikipedia.org/wiki/RTL_(Frankreich)#RTL

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