Konzentrationslager Husum-Schwesing

Aus PlusPedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Informationstafel am Gelände des ehemaligen KZ-Husum-Schwesing.
Foto: Funker

1 Bau des "Friesenwalls"

Am 6. Juni 1944 gelang es den Alliierten in der französischen Normandie zu landen [1].
Als Konsequenz hieraus befahl Adolf Hitler am 28. August den "Ausbau der gesamten Küste von der dänischen bis zur holländischen Grenze sowie der bisher noch nicht ausgebauten Nord- und Ostfriesischen Inseln". Das Projekt bekam den Namen bezeichnenden Namen "Friesenwall", abgeleitet von dem als unbezwingbar geltenden "Westwall", welcher die Westgrenze des Deutschen Reiches schützte.
Der Friesenwall bestand aus drei einzelnen Bauwerken:
Zunächst wurden Schützengräben und Unterstände direkt am Seedeich gebaut.
Weiter im Binnenland wurden zwei Linien Panzergräben gegraben. Diese waren bis zu vier Meter tief und fünf Meter breit.
Insgesamt entstanden so allein im Bereich Nordfriesland über 230 Kilometer Panzergräben, ca. 250 Kilometer Schützengräben sowie über 4600 Unterstände.
Fast 25.000 Arbeitskräfte wurden im Oktober 1944 eingesetzt.
Ca. 25% davon wurden von einem Aufgebot von Freiwilligen Arbeitskräften gestellt:
Hitlerjungen, ältere Männer, Wehrmachtsangehörige sowie der Reichsarbeitsdienst und die technische Spezialeinheit "Organisation Todt" [2].
Auch ganze Schulklassen wurden zu sechswöchigen Arbeitseinsätzen nach Nordfriesland verpflichtet.
Mädchen und Frauen sorgten hier für die Verpflegung.
[3]

2 1939-1940: Das zukünftige Konzentrationslager wird als Bauarbeitslager errichtet

Das Luftwaffen-Baubataillon 18./IX errichtete zwischen 1939 und 1940 den Scheinflugplatz Husum-Schwesing. Zur Unterbringung wurde auf der Gemarkung "Engelsburg" ein Barackenlager errichtet. Darin wohnten das Luftwaffen-Baubataillon während des Baus mit 250 bis 400 Mann Besatzung.[4]

3 1944: Das Reichsarbeitsdienstlager wird zum Außenlager des KZ Hamburg-Neuengamme

Am 25. September wurden ca. 1500 Häftlinge aus dem Konzentrationslager Neuengamme nach Husum-Schwesing verlegt.
Weitere 1000 Häftlinge kamen am 19. Oktober an.
Alle wurden mit der Reichsbahn mittels Viehwaggons in das für 400 Personen geschaffene Lager herantransportiert.
Das Schwesterlager Ladelund entstand am 1./2. November und wurde mit 2160 Häftlingen belegt. Die Gesamtzahl der Häftlinge in beiden Lagern belief sich etwa 4000 Menschen.
[3]

4 Alltag im Lager - Zeitzeugenberichte

Der Arbeitstag der KZ-Häftlinge war zehn bis zwölf Stunden lang und bestand im wesentlichen aus dem Ausheben der og. Panzergräben.

In der Forschung über das Alltagsleben im KZ Husum-Schwesing werden überwiegend zwei Zeitzeugen herangezogen.
Zum einen ist dieses der französische Häftling und Priester Pierre Jorand (1907 - 1978) und zum anderen der dänische Lagerarzt und KZ-Häftling Paul Thygesen (1914 - 1999).

Pierre Jorand schloss sich der Resistance an. Er organisierte vor allem die Weitergabe der von Briten per Fallschirm abgeworfenen Waffen. Er wurde schließlich von der örtlichen Gestapo verhaftet und in ein Lager nach Salzgitter verbracht. Von dort wurde er nach Husum-Schwesing und später nach Dachau transportiert, wo er schließlich am 24. April 1945 befreit wurde.
Bereits im Jahre 1946 verarbeitete er seine Erlebnisse in einem dünnen Buch:
"Les Camps de la Mort - Husum - ...ici on extermine!..".:

"Man hat anderswo die höllischen Lebensbedingungen in den KZ's beschrieben. In Husum waren sie noch schlimmer
[...]
Hierzu trug die Grausamkeit des Rapport-Führers bei, des Feldwebels mit Bulldoggengesicht und eisigem, brutalem Blick, der tatsächlich die Führung im Lager hatte.
[...]"
[5]

Pierre Jorand berichtet, was er beim Ausheben eines Panzergrabens gesehen hatte:

"Ein Kamerad - ein Niederländer - bricht zusammen; wieder aufgerichtet durch Fußtritte, verabreicht vom Kapo - genannt "Der Ventlator" -, läßt er sein Werkzeug fallen. Nach einigen Minuten wirft er sich entschlossen ins Wasser. Man fischt ihn wieder heraus. "Ich will sterben! Ich will sterben!" bringt er schwach hervor. "Ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr." Wir erklären dem Kapo die Situation, weil wir auf etwas Mitleid hoffen. Er lacht höhnisch und geht weiter, während er nach rechts und links Schläge verteilt.
Der zweite Versuch des Unglücklichen ... Von neuem läßt er sich in den Graben fallen, wo das schlammige Wasser fließt. Zum zweitenmal wird er herausgezogen, triefend naß. Wir würden ihn gern beschützen, aber wir müssen unentwegt schaufeln.
Eine Viertelstunde später täuscht der arme Kerl, der es nicht geschaft hat, sich zu ertränken, einen Fluchtversuch vor. Ein Wachtposten bemerkt ihn und schießt einmal in die Luft. Der Flüchtende dreht sich um, breitet die Arme aus und fleht mit einer verzweifelten Geste um die befreiende Kugel. Die Kugel kommt nicht. Deshalb setzt er die Flucht fort. Erstarrt betrachen wir das Geschehen.
Nun wird ein Mann bestimmt, den Flüchtenden aufzuhalten. Er weigert sich. Der Kapo stürzt hinterher und bringt das Opfer zurück, dessen Kräfte es verlassen haben und das zusammengebrochen ist. Jetzt passiert diese furchtbare Sache: Der Kapo tritt ihn mit Füßen, schlägt mit einem Knüppel, schlägt ihm in die Seiten, ins Gesicht, schlägt auf den ganzen Körper. Er prügelt mit einer unglaublichen Grausamkeit. Das Blut fließt..., das Opfer bewegt sich nicht. Entsetzt und voll hilfloser Wut sehen wir diese furchtbaren Szene zu.
[...]
Der SS-Mann ist da; er schaut lachend zu.
[...]
Die Leiche bleibt den ganzen Tag vor unseren Augen liegen. Armer Kerl. Abends tragen vier von uns den angeschwollenen, blutigen, dreckigen Körper im Laufschritt sechs Kilometer durch den Morast auf unseren Schultern zurück.
[...]
Damit ein Mensch so verzweifelt ist - und das ist kein Einzelfall -, müssen die Lebensbedingungen in diesem Außenlager ganz besonders grausam sein."
[5]

Auch Pierre Jorand trug schwere gesundheitliche Folgen aus der Haft davon. Seinen Beruf als Priester konnte er nie mehr vollständig ausüben.[3]

Paul Thygesen berichtet:
"Was nun das Essen betrifft, so lag der vorgeschriebene Kalorieenwert noch unter dem Minimum, das selbst bei ganz leichter Arbeit erforderlich ist, und auf die Beigabe spezieller wertvoller Nahrungsmittel wie Vitamine, Eiweiß usw. wurde überhaupt nicht geachtet.
[...]
Die Zusammensetzung des Essens war in ihrer ganzen Einfachheit folgende: Ein Liter halb gekochter Rübensuppe, in der mann - wenn man zu den wenigen Auserwählten zählte - vielleichteine Faser Fleisch inden konnte; dazu 250 Gramm schlechtes Schwarzbrot und ab und zu ein kleines Stück synthetische Margarine, eine Scheibe schlechte Wurst oder einen Löffel voll Marmelade.
[...]"
[6]

Auch die sanitäre Situation beschreibt Thygesen:
"Die unbeschreiblichen schmutzigen Toilettenbaracken lagen abseits der Schlafstellen - über einfachen Erdlöchern errichtet und mit einem Abfluss, der überhaupt nicht in der Lage war, den Inhalt der überlasteten Klosetts abzutransportieren. Die Überlastung resultierte einerseits einfach aus dem Umstand, dass die Häftlinge durchschnittlich ein halbes Dutzend mal am Tag Stuhlgang hatten. Eine der Geißeln der Konzentrationslager, die widerliche Diarrhöe, herrschte auch hier. Eine Mischung aus Erbrochenem, Urin und Abgeführtem floss über die Erde hinter den Baracken, und bei Windstille vermengten sich der Gestank davon und der strenge Geruch verrotteter Rüben vom Komposthaufen miteinander.
[...]"
[6]

Gezielt wurden die Häftlinge selbst bei den geringsten Vergehen bestraft. Zwischen den Toilettenbaracken des Lagers steht, noch immer, der Lagerhydrant. Auf ihm musste ein Häftling einen Tag lang sitzen und, wie ein Hahn, krähen - er hatte, vor Hunger, eine Rübe gestohlen. [7][8]
Andere mussten mit einer Kartoffel im Mund un deiner Rübe in jeder Hand mit ausgestreckten Armen auf dem Hydranten ausharren. Fielen sie herunter, wurden sie geschlagen, einige bis zum Tod.[3]

Am 29. Dezember 1945 wurde der Befehl zum Bau des "Friesenwalls" widerrufen.
Die überlebenden Häftlinge werden nach Neuengamme zurücktransportiert.

Mehr als 300 Häftlinge sind zwischen dem 26.9. und dem 29.12.1944 an der schweren Arbeit, kombiniert mit Mangelernährung, Misshandlung, keinerlei winterfeste Kleidung, unzureichender medizinischer Versorgung, schlechter sanitärer Einrichtungen aber auch nach sinnlosen Strafaktionen gestorben.

5 Nach dem Kriegsende

Direkt nach dem Kriegsende wurde das ehemalige Lager für die Kriegsheimkehrer Nordfrieslands genutzt.

6 Juristische Konsequenzen

Die SS-Angehörigen Klingler und Eichler sowie der Kapo Wilhelm Schneider wurden von der britischen Besatzung in Hamburg vor Gericht gestellt.
Klingler wurde zum Tode verurteilt, die beiden anderen zu fünf bzw. zu vier Jahren Haft verurteilt.
Der Kommandant der beiden Lager Husum-Schwesing und Ladelund, SS-Untersturmführer Hans Griem gelang es, aus der britischen Haft zu entkommen. Zunächst unter falschem, später unter seinem richtigen namen lebte er in Deutschland, später in Hamburg-Bergedorf. In den 60er Jahren ermittelte die Flensburger und die Hamburger Staatsanwaltschaft nochmals gegen ihn. Er stritt in den Vernehmungen jegliche Schuld ab. Er starb im Jahre 1971, bevor es zu einer Anklage-Erhebung gekommen war.[3]

7 Geschichtliche Aufarbeitung

Auf drängen des Pastors Dethlefsen wurde im Jahre 1957 auf dem Husumer Ostfriedhof ein Gedenkort mit großen und kleinen Steinkreuzen errichtet worden.[3] Erst im Jahre 1983 wurde die Geschichte des Lagers durch die "KZ-Arbeitsgruppe Husum-Schwesing" veröffentlicht.
Vor über 1000 Zuhörern berichteten überlebende Zeitzeugen von den erlebten Grausamkeiten.

1985 kaufte der Kreis Nordfriesland eine Hälfte des ehemaligen Lagergeländes der Bundesrepublik Deutschland ab.
Auf der anderen Hälfte bewohnte ein Privatmann die ehemalige Küchenbaracke des Lagers.

Am 27. November 1987, knapp über 43 Jahre nach Eröffnung des Lagers wurde eine Gedenkstätte auf dem Lagergelände eingeweiht.

1994 wurde der BRD weitere Geländeteile abgekauft und vom Kreis Nordfriesland unter Denkmalschutz gestellt.
Vor einiger Zeit ist es dem Kreis gelungen, den restlichen Geländeteil (Küchenbaracke) aufzukaufen.
Es gibt derzeit Überlegungen, in der ehemaligen Baracke ein Dokumentationszentrum einzurichten.

In den Folgejahren wurde eine mehrsprachige Informationstafel neben dem Parkplatz aufgestellt sowie die überwucherte alte Lagerstrasse wieder freigelegt.

1999 und 2000 wurde eine Informationsbroschüre in deutsch und französisch herausgegeben.
Eine dänische und englische Fassung folgte 2001 und 2003.
Weitere Übersetzungen sind in Planung.

Im November 2001 begann man damit, jedem bekannten Opfer ein eigenes Denkmal in Form einer Namens-Stele aus Spezialstahl zu errichten.
Die Idee des Stelenfeldes kam von Ina Kühnast und Ulrich Lindow.
Die Husumer Nachrichten berichteten in ihrer Ausgabe vom 25.09.2002:
"Stelenfeld gibt den Opfern die Namen zurück
Gestern wurden auf dem ehemaligen Lagergelände Husum-Schwesing die letzten von isgesamt 297 Stahlstelen zum namentlichen Gedenken an die Opfer des Nazi-Terrors im Konzentrationslager Husum-Schwesing gesetzt. Die Fertigstellung des Werkes wurde mit einem offiziellen Festakt begangen.
[...]"
[9]

8 Erste Print-Veröffentlichungen

Neben den bereits erwähnten Informationsbroschüren schrieb einer der Häftlinge, der französische Priester und Widerstands-Kämpfer Pierre Jorand, seine Erlebnisse im Lager nieder.
Sie wurden von Gymnasiasten der Theodor-Storm-Schule in Husum im Jahre 1995 übersetzt und 1996 im Verlag Nordfriisk Instituut unter dem Titel "Pierre Jorand, HUSUM - Hier wird Leben ausgerottet, Bredstedt 1996, ISBN 3-88007-246-9" veröffentlicht.

Im Jahre 1993 veröffentlichte der Boyens-Verlag in Heide eine 182-seitige Dokumentation des Schülers Olde Lorenzen: "Macht ohne Moral, ISBN-10: 3804206859". Dieses Buch ist leider vergriffen.


9 Das KZ Husum-Schwesing

9.1 -- Eine Spurensuche --

Persönliche Eindrücke. Der frisch gefallene Schnee knirschte unter meinen Schuhsohlen.

Es ist Ende Dezember 2002. Ich betrat die ehemalige Lagerstrasse des Konzentrationslagers Schwesing. Der Ort Schwesing liegt in Nordfriesland/ Schleswig-Holstein und ist nur wenige Kilometer von der "Grauen Stadt am Meer", Husum, entfernt.

Die Lagerstrasse des KZ-Husum-Schwesing.

Es war eines der "kleinen" Konzentrationslager des "Dritten Reiches" und es war "nur" drei Monate "in Betrieb".

Für die 2500 Häftlinge drei Monate, die sie ihr Leben lang nicht vergessen. Sie kamen aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritanien, Italien, Jugoslawien, Niederlande, Polen, der Sowjetunion, aus Spanien, der Tschechoslowakei und Ungarn.
Schwesing war kein Vernichtungslager wie Auschwitz, Dachau oder Maidanek. Es war ein politisches Lager in denen die Gegner des NS-Regimes eingesperrt wurden.
Das Lager Schwesing ist, ursprünglich, bereits im Jahre 1938/1939 für den "Reichsarbeitsdienst" zum Bau des benachbarten Flugplatzes für zunächst 200-250 Personen errichtet worden. Am 25. September 1944 wurde es als "Aussenlager" des KZ Neuengamme/Hamburg ohne Erweiterungsbauten für die 10fache Personenzahl reaktiviert.

Am 23.8.1944 befahl die NS-Regierung den Bau des sogenannten "Friesenwalls", einer Abwehrbarriere entlang der deutschen Nordseeküste.
Es wurden Arbeitskräfte benötigt, welche das KZ Neuengamme bereitstellte. Es entstand das Barackenlager Schwesing.
Zunächst für 400 Häftlinge gebaut, wurden politische KZ-Häftlinge aus Neuengamme zum ausheben des "Friesenwalls" gezwungen.

Der Lagerhydrant des KZ-Husum-Schwesing.

Sie waren der Willkür ihrer Bewacher schutzlos ausgeliefert.
Insgesamt starben mehr als 300 Häftlinge an der unzureichenden Ernährung, Unterbringung, medizinischen Versorgung und an den Folgen grausamer "Strafen". Olde Lorenzen geht, in seinem Buch "Macht ohne Moral", gar von 500 Toten aus.
Zwischen den Toilettenbaracken des Lagers steht, noch immer, der Lagerhydrant. Auf ihm musste ein Häftling einen Tag lang sitzen und, wie ein Hahn, krähen - er hatte, vor Hunger, eine Rübe gestohlen.

Jahrzehntelang wurden die Vorkommnisse und die Existenz des Lagers verschwiegen. Man redete ganz einfach nicht mehr darüber...
Bis zu dem Tag, an dem der Husumer Klaus Bästlein durch einen reinen Zufall doch etwas von dem KZ erfuhr und selbst mit Nachforschungen begann. Es wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, welche die Geschichte der nordfriesischen Konzentrationslager erforschte. Diese Arbeitsgruppe knüpfte Kontakte zu den ehemaligen Häftlingen und organisierten eine, bis heute, nachhaltige Veranstaltung.
Am 30.1.1983, zum Jahrestag der "Machtergreifung Hitlers", berichteten einige Überlebende des Lagers öffentlich über ihre Erlebnisse.

"In Husum war von Anfang an klar, dass wir hier einem Leben ausgesetzt sein würden, das mit dem in Neuengamme nicht zu vergleichen war, einem teuflischen System der Vernichtung, entsetzlicher als jede der Menschheit bekannte Form der Sklaverei.", so beschrieb der ehemalige Häftling John Vanderliet-Awick die Situation im Lager anlässlich der Einweihungsfeier des Denkmals am 27.11.1987.

Der Backsteinbau: "Beim Eintreten bedrückend."

Im Jahr 1985 war es dann soweit:
Der Kreis Nordfriesland erwarb, nach und nach, bis auf den Teil, auf denen die ehemaligen Küchenbaracken stehen, das Gelände zurück.
Seit dieser Zeit ist der Bildhauer und Architekt Ulrich Lindow mit der Betreuung und Gestaltung des Geländes vom Kreis Nordfriesland beauftragt.
In den letzten Jahren haben auch Husumer Schülerinnen und Schüler daran mitgewirkt.

Das Stelenfeld: "Den Opfern einen Namen wiedergeben."

So entstand ein Gedächtnissplatz und ein Backsteingebäude, in dem der Besucher die beklemmende Enge des "Eingesperrtseins" nachvollziehen kann.
Dort ist auch ein Modell des Lagers, nach einem alten Luftbild, zu besichtigen.

Über 300 Menschen, die genaue Zahl ist bisher nicht bekannt, starben in diesem Lager. Von 297 Opfer sind die Namen bekannt, welche, seit Herbst 2002, auf 297 rostig-roten Metall-Stelen auf dem Gelände, wahllos aufgestellt, eingraviert sind.
297 Namen.
297, jetzt nicht mehr anonyme, Opfer. Menschen, welche von Menschen ermordet wurden.

Man muss ganz genau hinsehen, um die Namen zu entziffern.
Man muss sich mit den Tafeln, den Namen, beschäftigen - Ja, im wahrsten Sinne des Wortes, sie manchmal auch ertasten.

Es ist Ende Dezember 2002.
58 Jahre nach den Geschehnissen, welche sich hier, in diesem kleinen Konzentrationslager, abgespielt haben.
Diese Geschehnisse dürfen sich nie wiederholen.
[7]


10 Weitere Bilder

Ehrenmal/ Grabstätte für die Opfer aus dem KZ Husum-Schwesing auf dem Husumer Ostfriedhof (Flensburger Chaussee).Foto: Funker Ehrenmal/ Grabstätte für die Opfer aus dem KZ Husum-Schwesing auf dem Husumer Ostfriedhof (Flensburger Chaussee).Foto: Funker

Ehrenmal/ Grabstätte für die Opfer aus dem KZ Husum-Schwesing auf dem Husumer Ostfriedhof (Flensburger Chaussee) im Januar 2011.


11 Einzelnachweise

  1. http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/kriegsverlauf/normandie/index.html - "Deutsches Historisches Museum: LeMO: Lebendiges virtuelles Museum Online: Landung in der Normandie ("Operation Overlord")
  2. http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/innenpolitik/todt/ - "Deutsches Historisches Museum: LeMO: Lebendiges virtuelles Museum Online: Die "Organisation Todt"
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 Thomas Steensen: "Geschichte Nordfrieslands von 1918 bis in die Gegenwart." Durchgesehene und aktualisierte Neuauflage. 224 S., ISBN 78-3-88007-349-4, Verlag Nordfriisk Instituut, Bräist/Bredstedt 2008, ebd. S. 107 ff.
  4. Uwe Danker, Nils Köhler, Eva Nowottny, Michael Ruck (Hg.): "Zwangsarbeitende im Kreis Nordfriesland 1939-1945." 64 S., ISBN 3-89534-552-0, Verlag für Regionalgeschichte, 2004, ebd. S. 271 ff.
  5. 5,0 5,1 Pierre Jorand: "Husum - Hier wird Leben ausgerottet", 53 S., ISBN: 3-88007-246-9, Verlag Nordfriisk Instituut, Bredstedt 1996
  6. 6,0 6,1 Paul Thygesen: "Arzt im Konzentrationslager"
  7. 7,0 7,1 http://www.dqb656.de/schwesing.htm www.dqb656.de: Das KZ Husum-Schwesing -- Eine Spurensuche --
  8. Olde Lorenzen, „Macht ohne Moral“. Vom KZ Husum-Schwesing zum Mahnmal für die Opfer Verlag: Boyens, Heide 1994.
  9. http://www.nordfriesland.de/index.phtml?La=1&sNavID=45.89&mNavID=45.89&object=tx%7C45.795 - Kreis Nordfriesland: :Außenkommando des Konzentrationslagers Hamburg-Neuengamme - Die Husumer Nachrichten berichteten in ihrer Ausgabe vom 25.09.2002 (Auszug)

12 Weitere verwendete Quellennachweise/ Weblinks