Kommersbuch

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Ein Kommersbuch (auch Commersbuch) ist ein Liederbuch der Studentenverbindungen, dass Liedgut für studentische Feiern (Kneipen) und Kommerse enthält. Neben Studentenliedern enthält ein Kommersbuch meistens auch viele Volkslieder. In der Schweiz und in Österreich werden Kommersbücher traditionsgemäß auch „Kantusprügel“genannt.

1 Das Allgemeine Deutsche Kommersbuch[Bearbeiten]

Das Lied vom Rhein aus dem Allgemeinen Deutschen Commersbuch 55.-58. Tausend aus dem Jahr 1893. In der Originalausgabe von 1858 unter Nr. 26 stehend.

Am bekanntesten im deutschsprachigen Raum ist das Allgemeine Deutsche Commersbuch, das erstmalig 1858 erschien und im Jahr 2008 seine 165. Auflage verzeichnete. Vorläufer des Commersbuches von 1858 war das 1843 von Justus Wilhelm Lyra, Rudolf Löwenstein und Hermann Schauenburg herausgegebene akademische Liederbuch Deutsche Lieder. Schauenburg brachte die Idee dann in den Verlag seines Bruders Moritz in Lahr ein. [1] Die musikalische Redaktion übernahmen der bekannte Liedkomponist Friedrich Silcher und Friedrich Erk. Das Vorwort der Herausgeber ist dem Patrioten und Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung, Ernst Moritz Arndt, gewidmet. Das Buch ist in der Originalauflage von 1858 dreigeteilt. Nach 94 Vaterländischen Liedern folgen 118 Studentenlieder und 104 Volkslieder. Die Lieder sind teils einstimmig und teils mehrstimmig bis zur Vierstimmigkeit und vereinzelt auch in zwei Systemen notiert.

In der 165. Auflage von 2008 wurden die Tonlagen der Lieder den Bedürfnissen heutiger Sänger angepasst und den Liedern erstmals den Gitarrenharmonien beigegebent. [2]

1.1 Historischer Stellenwert[Bearbeiten]

Wie kaum ein anderes Buch jener Jahre demonstriert das Allgemeine Deutsche Commersbuch das Zeitbewußtsein der Generation um 1848, die dem Aufruf zur Freiheit und nationalen Einheit folgte. Es versinnbildlicht als Zeitdokument ersten Ranges das Lebensgefühl der damaligen akademischen Jugend, die sich als "Kaste" verstand und den "Philistern" in frechen Versen und Liedern Paroli bot. Diese passten kaum zum militärischen Comment und erinnerten eher an den freien Ton älterer Vaganten- und Scholarenlieder. Die Bedeutung des Buches nahm bald nach dem Ende des Ersten Weltkriegs rapide ab. [3]

2 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Werner Heilmann in der Einleitung von Allgemeines Deutsches Commersbuch - Erstausgabe 1858, Heyne ExLibris, München, 1975, S. 8
  2. Aus dem Vorwort der 165. Auflage von 2008 auf www.kommersbuch.de
  3. Werner Heilmann in der Einleitung von Allgemeines Deutsches Commersbuch - Erstausgabe 1858, Heyne ExLibris, München, 1975, S. 7 und 8