Jake Guzik

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Profil.png Profil: Guzik, Jake
Beruf Jüdisch-amerikanischer Gangsterboss
Persönliche Daten
20. Mai 1886
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21. Februar 1956


Jake Greasy Thumb ["Schmierdaumen"] Guzik (* 20. Mai 1886; gest. 21. Februar 1956) war ein amerikanischer Mobster polnisch-jüdischer Herkunft und lange Zeit oberster Finanz-, Rechts- und später auch Politik-"Berater" (d. h. er machte das politische Umfeld, Polizei, Richter etc. mit Bestechungsgeldern gefügig) für das Chicago Outfit.

Geboren vermutlich nahe Krakau, kam er um 1902 in die USA. Seine Eltern stammten aus Kattowitz. Später war er - zum Teil gemeinsam mit seinem Bruder Harry Guzik - aktiv im Geschäft mit Prostitution, Zwangsprostitution und Schutzgelderpressungen in der South-Side Chicagos, womit er seinen Rivalen Jack Zuta zunehmend verdrängte.

In den frühen 1920er Jahren erfuhr er von Plänen, Al Capone zu ermorden, informierte ihn und wurde bald zu dessen engstem Verbündeten und Mitarbeiter und zu einer Führungsfigur im Chicago Outfit. Guzik wurde zum Schatzmeister und Geldbeschaffer der Organisation und avancierte nach Capones Fall und zuvor während dessen haftbedingten Absenzen zu deren faktischem Anführer und blieb es bis zu seinem Tod im Jahr 1956.

Klein von Gestalt, kurzsichtig, übergewichtig und physischer Gewalt abgeneigt, unfähig, eine Waffe zu benutzen, war er Capone und den meisten Mobstern geistig weit überlegen, die diese Überlegenheit ebensowenig in Frage stellten wie seine Loyalität zur Organisation und seine persönliche Anhänglichkeit an Capone, der Guzik immer in Schutz nahm gegenüber jedermann. Bezeichnend dafür ist eine Episode, die sich 1924 ereignete: Als Guzik in einer Kneipe von einem Mann verprügelt und als "Judenlümmel" beschimpft wurde, stellte Al Capone diesen Mann später zur Rede und machte ihm Vorwürfe, warum er "den kleinen Juden zum Heulen" gebracht hätte. Als dieser antwortete "Geh zurück zu deinen Mädchen, du Spaghettifresser-Zuhälter", zog Al Capone wortlos seinen Revolver, hielt ihn ihm an den Kopf und leerte das ganze Magazin.

Guzik starb an einem Herzinfarkt während des Essens. Chicagos grösste Synagoge war bei seinem Trauergottesdienst voll besetzt und zählte dabei mehr italienischstämmige (christliche) Besucher als jemals zuvor.

1 Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Robert J. Kelly, Encyclopedia of Organized Crime in the United States. Westport, Connecticut: Greenwood Press, 2000
  • Carl Sifakis, The Encyclopedia of American Crime. New York: Facts on File Inc., 2001
  • John Binder, The Chicago Outfit. Arcadia Publishing, 2003
  • Oz Almog, Kosher Nostra Jüdische Gangster in Amerika, 1890-1980 ; Jüdischen Museum der Stadt Wien, 2003
  • Carl Sifakis, The Mafia Encyclopedia. New York: Da Capo Press, 2005

2 Weblinks (Auswahl)[Bearbeiten]