Gustav Frenssen

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Profil.png Profil: Frenssen, Gustav
Beruf Ev. Pastor;

Schriftsteller;
Dr. h.c. (Universität Heidelberg);
Ehrensenator des Reichsverbands
Deutscher Schriftsteller (1933);
Wilhelm-Raabe-Preis (1936);
Goethe-Medaille (1938)

Persönliche Daten
19.10.1863
Barlt (Dithmarschen)
11.04.1945
Barlt (Dithmarschen)


Gustav Frenssen
Gustav Frenssens Grab in Windbergen
Das Frenssenhaus in Barlt kann, nach vorheriger Anmeldung und Terminabsprache, besichtigt werden.[1]

Gustav Frenssen (geb. 19. Oktober 1863 in Barlt, Dithmarschen; gest. 11. April 1945 in Barlt) war ein evangelischer Pastor und zu Lebzeiten ein sehr erfolgreicher Schriftsteller.

Seine Kindheit verbrachte er in dem Dorf Barlt im Kreis Dithmarschen.
Nach seinem Schulabschluss in Husum, seinem Studium in Tübingen, Berlin sowie in Kiel besetzte Frenssen ab 1890 bis 1902 eine Pastorenstelle in Hennstedt und in Hemme.
Bereits 1896 publizierte er seinen ersten großen Roman: "Die Sandgräfin".
1901 veröffentlichte er sehr erfolgreich seinen Roman "Jörn Uhl"[2], welcher in einer Millionenauflage erschien. 1902 gab er seine Pastorenstelle auf. Seinen Lebensunterhalt bestritt er seitdem als Schriftsteller. 1903 bekam er die Ehrendoktorwürde der Universität Heidelberg verliehen. In den Folgejahren wurde er zum meistgelesenen Ronmanautor des deutschen Kaiserreiches.
1905 veröffentlichte er den Roman "Hilgenlei". Er wurde ein weiterer Verkaufserfolg.
In seinem 1906 veröffentlichten Roman "Peter Moors Fahrt nach Südwest" schrieb er über den Vernichtungskrieg des kaiserdeutschen Militärs gegen die Herero im damaligen Deutsch-Südwestafrika. Der Roman wurde ebenfalls, trotz (oder gerade(?)) wegen der rassistischen Formulierungen, zu einem Bestseller.
Er wurde mehrfach zu einem Kandidaten für den Nobelpreis in Literatur vorgeschlagen. Statt seiner wurde jedoch, im Jahre 1929, Thomas Mann geehrt.[3]

Ab 1920 bis zu seinem Tode im Jahre 1945 nutzte Gustav Frennsen und seine Frau das bis dahin nur als Sommerhaus genutztes Haus in Barlt als ständigen Wohnsitz.

Seit ca. 1932 sympathisierte er mit der nationalsozialistischen Weltanschauung. Als Beispiel mögen hier einige Auszüge aus dem Buch "Lebenskunde" herangezogen sein:

„Diese Todesgefahr unseres Volkes zu beseitigen, müssen die, welche krankes Erbe haben, unfruchtbar gemacht werden
...
Solche Kranke sind: die in dritter Generation erblich körperlich oder seelisch Schwächlichen oder Verkrüppelten. Ferner, die sich schon in der drittern Generation, unverantwortlich und unwirtschaftlich, von Nachbarn oder Gemeinschaft unterstützen und unterhalten lassen, weil sie verschmutzen oder verderben, was immer in ihre Hände gerät. Ferner die sittlich Verfallenen (Labilen), die in kranken Neigungen (Trunksucht, Perversität, Eigentumsverbrechen) immer wieder die Notwendigkeit der Gemeinschaft stören, hemmen und verletzen.“

Gustav Frenssen: "Lebenskunde", ebd. §74


„Die aber, die unheilbar sind und so schwer krank, daß ihr Leben für sie selbst kein Menschenleben mehr ist ..., sollen nach germanischem Gefühl für das Wahre, mit ihrer eigenen Billigung oder nach dem Willen der Gemeinschaft, ausgelöscht werden. Solche Kranke sind die völlig verkrüppelten Neugeborenen, die unheilbaren Idioten, die unheilbar Irren. Ferner die geborenen Mörder, Rohlinge (Gewalttäter), Einbrecher, Diebe, Arbeitsunwillige, Herumtreiber, Volksfeinde aus krankem Willen oder um Geld.
...
Es ist dem germanischen Gewissen unwahr und unrecht, sie weiterhin die Volksgemeinschaft schädigen zu lassen, wahr und gerecht, sie auszulöschen.“

Gustav Frenssen: "Lebenskunde", ebd. §75


„Das ist dir, germanischer Mensch, nach dem Locken und Treiben des Göttliochen in dir, nach Gottes Gesetz, Gebot, Willen und Zwang, das Wahre. Und ist zugleich ... das Gute und Schöne.“

Gustav Frenssen: "Lebenskunde", ebd. §78

Aufgrund dieser und ähnlicher Aussagen ist Gustav Frenssen bis heute sehr umstritten.[4]

Nach Gustav Frenssens Tod im April 1945 bewohnte seine Frau Anna bewohnte das Haus bis zu ihrem Tode im Jahre 1965 weiterhin.

Das Frenssenhaus bietet einen guten Einblick in die bürgerliche Wohnkultur der 20er bis 30er Jahre und ist, nach Anmeldung und Terminabsprache, zu besichtigen.[1]

1 Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 "Kreis Dithmarschen: Frenssen-Haus"
  2. Eine Kurzinhaltsangabe findet man auf "DHM - LeMo: Gustav Frenssen: Jörn Uhl"
  3. Im Dithmarschen-Wiki steht:
    "Vor 1914 wurde er mehrfach als Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt."
    Quelle: "Dithmarschen-Wiki: Frenssen, Gustav"
    Auf der Webseite des Kreises Dithmarschen ist folgendes vermerkt:
    "Der Barlter Dichter Gustav Frenssen schaffte es mit seinen Auflagen fast bis zum Nobelpreis für Literatur. Das Komitee entschied sich seinerzeit für Thomas Mann."
    Quelle: "Kreis Dithmarschen: Literarisch-musikalische Streifzüge/ Frenssen-Haus"
    Gemäß der Liste der Literaturnobelpreise auf der Internetseite des "Deutschen historischen Museums" /LeMo, wurde Thomas Mann der Literaturnobelpreis im Jahre 1929 verliehen.
  4. "Dithmarschen-Wiki: Frenssen, Gustav - Abschnitt Polarisierungen" bzw.
    "Kreis Dithmarschen: Literarisch-musikalische Streifzüge/ Frenssen-Haus"

2 Hauptquellen

3 Weblinks


4 Weiterführende Literatur

  • "Kay Dohnke/, Dietrich Stein: Gustav Frenssen in seiner Zeit; Verlag: Boyens & Co., ISBN: 978-3804207509"
  • "Volker Griese: Die drei Leben des Gustaf F. Eine Frenssen-Chronik. Münster: MV-Verlag 2011. ISBN 978-3-86991-415-2"

5 Andere Lexika

6 Andere Lexika