Gänse

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Graugänse

Gänse (Anserinae) sind eine mit etwa 30 Arten weltweit verbreitete Unterfamilie etwa 0,4 bis 1,7 m langer Entenvögel, die in der freien Natur eng an Gewässer gebunden sind.

Vermutlich wurde die Graugans seit der Jungsteinzeit als Haustier gehalten. In Kleinasien und Griechenland waren die Gänse der Aphrodite heilig. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurden Gänse Attribut des heiligen Martin, den man als Schutzpatron der Gänse anrief.

1 Anatomie[Bearbeiten]

Der Hals ist länger als bei den Enten, aber kürzer als bei Schwänen, der Schnabel keilförmig, die Oberschnabelspitze als kräftiger, nach unten gebogener Nagel gestaltet, der zum besseren Abrupfen und -zupfen von Gräsern, Blättern und Halmen dient.

2 Systematik[Bearbeiten]

Man unterscheidet drei Gruppen:

  • die entengroßen Pfeifgänse,
  • die sehr großen, langhalsigen Schwäne
  • und die zwischen diesen Gruppen stehenden Echten Gänse mit etwa 15 Arten, vor allem in den gemäßigten und kälteren Regionen Eurasiens und Nordamerikas.

Die echten Gänse sind meist gute Flieger, die im Flug den Hals nach vorn strecken. Sie sind Zugvögel, die häufig in Keilformation ziehen. Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt, Paare halten auf Lebenszeit zusammen.

Die fast 90 cm lange, dunkelgraue Saatgans (Anser fabalis) kommt auf Grönland und in Nord-Eurasien vor. Sie unterscheidet sich von der sehr ähnlichen Graugans vor allem durch die etwas dunklere Gesamtfärbung, schwarze Abzeichen auf dem gelben Schnabel, schwärzlich-grauen Kopf und Hals sowie orangefarbene Füße.

Eine aus der Schwanengans (Anser cygnoides) gezüchtete Hausgansrasse ist die Höckergans, hellbraun mit großem, orange-gelben und schwarzem Schnabelhöcker. Sie wird in Deutschland als Ziervogel gehalten.

Fast 70 cm lang ist die in Zentralasien lebende Streifengans (Anser indicus), bräunlich-grau mit Ausnahme des weißlichen Kopfes und Oberhalses.

Die Kaisergans (Anser canagius) ist etwa so groß wie die Graugans und kommt in Nord-Alaska und Ost-Sibirien vor, sie ist schwärzlich-grau mit weißem Kopf, weißer Halsober- und schwarzer Halsunterseite.

Bis 75 cm lang und weiß mit schwarzen Handschwingen ist die Große Schneegans (Anser caerulesens) in Nordost-Sibirien, im nördlichen Nordamerika und auf Grönland.

Die Zwergschneegans (Anser rossii) ist bis über 50 cm lang und wie die Große Schneegans gefärbt, Schnabelbasis der Männchen mit Warzen, in Nord-Kanada vorkommend.

Die Graugans (Anser anser) ist 70 cm (w.) bis 85 cm (m.) groß und kommt in Eurasien vor, mit dunkelgrauer, meist weißlich quergebänderter Ober- und hellgrauer Unterseite und hellgrauem Kopf, Beine fleischfarben, Schnabel bei der westlichen Rasse gelb, bei der östlichen fleischfarben, Vorderflügelrand silbergrau; Stammform der Hausgans. Ihre Verhaltensweisen sind besonders von Konrad Lorenz erforscht worden.

Ein Wintergast an der Nordseeküste ist die Blässgans.

Die Arten der Gattung Meergänse (Branta) haben einen völlig schwarzen Schnabel. Bekannt sind u. a. Rothalsgans (Branta ruficollis), bis 55 cm lang, in West-Sibirien; Kanadagans (Branta canadensis), bis 1 m lang, in Nordamerika und Europa, mit schwarzem Kopf und Hals, breitem, weißem Wangenfleck, dunkelgraubrauner Ober- und weißlicher Unterseite; Ringelgans (Branta bernicla), etwa 60 cm lang, im arktischen Küstengebiet, mit schwarzem Kopf und Hals, schwärzlicher Ober- und weißer oder dunkler Unterseite, Hals mit weißer Ringelzeichnung.

3 Andere Lexika[Bearbeiten]