Diskurs

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Der Begriff Diskurs (von lateinisch discursus umherlaufen) wurde ursprünglich in der Bedeutung „erörternder Vortrag“ oder „hin und her gehendes Gespräch“ verwendet. Diskurs ist manchmal auch Synonym für ein Gespräch. Historische Beispiele sind der Diskurs über die Methode (Originaltitel Discours de la méthode) von Descartes oder Machiavellis Abhandlungen über die ersten zehn Bücher des Titus Livius (meist nur kurz Discorsi genannt. Seit den 1960er Jahren wird der Begriff zunehmend in Theoriediskussionen verwendet.

Einige Kritiker bezeichnen den Begriff als „hochgestochenes Wort“ und seine Verwendung als „Geschwätz, das bestimmte Tatsachen von vornherein als politisch unkorrekt ausklammert.“[1]

Zitat: «Als ich 2009 in Leipzig einmal zwei Stunden bei einer wissenschaftlichen Tagung über Demographie zuhörte, fiel in dieser Zeit mindestens dreißigmal der Begriff "Diskurs". Im selben Sitzungssaal der Universität hatte 25 Jahre lang der Arbeitskreis Sozialgeschichte unter Leitung von Prof. Hartmut Zwahr getagt, und ich kann mich nicht erinnern, dass jemals der Begriff "Diskurs" gefallen wäre. Im Unterschied zu mir wusste offensichtlich auch jeder der durchschnittlich eine Generation Jüngeren, was damit gemeint sei, während es mir nur gelang, "Diskurs" in eine mir verständliche Sprache mit "höherem Geschwätz bzw. Geschwätz, das bestimmte Tatsachen von vornherein als politisch unkorrekt ausklammert" zu übertragen.»[2]

Zitat: «Ein wesentlicher Teilbereich der ideologischen Herrschafts­ausübung ist die Begriffs­hoheit und damit die Regelung der öffentlichen Sprache in Verbindung mit der Vergabe von Teilnahme­rechten und Zugangschancen in Bezug auf den öffentlichen Diskurs. ... Das Anheften von Etiketten ohne rational überzeugende Begründung ist untrennbarer Bestandteil von Diskurs­herrschaft - auch in nicht­totalitären Herrschafts­systemen wie dem post­demokratischen Kapitalismus. "Politische Korrektheit" im Allgemeinen ist demnach sprachlich domestizierte und öffentlich ausgedrückte Herrschafts­konformität via Diskurs­anpassung.»[3]

Zitat: «Die (extreme) Linke war schon immer Meister im Besetzen der Begriffe und damit der Köpfe - beginnend mit Marx und Lenin. (...) Es ist ihnen gelungen, den eigenen politischen Standpunkt und Willen als den allein "demokratischen" auszugeben und die Gegner mit den Begriffs-Keulen "Faschismus", "Rassismus", "Fremden­feindlichkeit" etc. zu belegen und damit a priori aus dem politischen Diskurs auszuschalten. Wer heute bei der Ausländer- und Asyl­politik anderer Meinung ist, wer dem EU-Europa als dem Europa der Konzerne und Banken misstraut, wird automatisch als "undemokratisch", "rechtsextrem" usw.usf. diffamiert und gerät in den Ruch des Verfassungs­feindes. Der Linksfaschismus marschiert im Gewand der antifaschistischen Demokratie.»[4]

1 Quellen

  • Volkmar Weiss: Der Totalitätsanspruch der Gleichheitsideologie in der Wikipedia: Der exemplarische Fall Andreas Kemper alias Schwarze Feder, 22. Mai 2009 (Zuletzt bearbeitet: 5. März 2011, 10:01 Uhr)
  • Rationalität, Liberalität und Zivilisation, AchDomina am 30. Oktober 2014
  • Anleitung für Diskussionsforen, kreuznet am 27. Dezember 2013
  • Christian Schmidt: Der Ton in der radikalen Männerbewegung, Alles Evolution am 5. Januar 2011
  • WGvdL-Forum (Archiv 2): Meta-Diskussion, Mus Lim am 6. April 2012 - 09:19 Uhr

2 Andere Lexika





3 Einzelnachweise

  1. Josef Joffe, Dirk Maxeiner, Michael Miersch, Henryk M. Broder: Schöner Denken. Wie man politisch unkorrekt ist. Piper Verlag 2008, ISBN 3-492-2536-4, S. 51-52
  2. frei nach Volkmar Weiss, siehe WikiMANNia
  3. Hartmut Krauss über Political correctness, postmodernen Feminismus und die die Errichtung wahrheits­widriger Tabuzonen. Teil 1, Heise/Telepolis am 7. April 2012
  4. Klaus Hornung: Kolumne: Begriffshoheit, Junge Freiheit am 13. Oktober 2000

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