Dignitatis humanae

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Mit dem Incipit Dignitatis humanae[1] ist die Erklärung im Zusammenhang mit dem zweiten Vatikanischen Konzil von 1965 gemeint, in der erstmals die sog. "Vorrechte" des Staates auf Wahrheit und Religion von der Kirche selbst als nicht mehr einforderbar gesehen werden.

Im Grundsatz bedeutet dies, dass die Kirche sich nicht mehr in die Belange des Staates einmischt und auch die weltlichen, wenn auch nicht göttlichen, Gesetze akzeptiert, sie sogar toleriert. Völkerrechtlich gesehen ist somit nicht mehr Gottes Recht an erster Stelle, sondern das weltliche Recht oder die Naturrechte

Von vielen wird das kurze Dokument, dem man seine schwierige Entstehungsgeschichte noch ansieht, als revolutionär bezeichnet. Yes Congar lobte das Dokument als revolutionär, weil es alle staatlichen Regelungen, die nicht die Rechte der Kirche betrifft, erlaubt und billigt. Die Kirche mischt sich sozusagen nicht mehr direkt in die Belange des Staates ein, wenngleich sie weiterhin Forderungen hochhält. Verfahren, wie Scheidungsrechte, gleichgeschlchtliche Lebensgemeinschaft und andere Sünden dürfen Regierungen der Staaten nun ganz offiziel in Gesetze giessen.

Das Dignitatis humanae garantiert somit die Religionsfreiheit aller religiöser Gruppen und wertet sie auf. Die Kirche akzeptiert somit erstmals, dass es auch andere Glaubensrichtungen gibt und stellt ihre Glaubensrichtung nicht mehr als erste fest.

Trotzdem behält sich die Kirche weiterhin einen Absolutionsanspruch in geistlichen Fragen vor. Dieser Anspruch ist im Lumen gentium (insb. Nr. 14) festgehalten:

Das Lumen Gentium wird von einigen Gelehrten als Schwächung Paulus und Stärkung Jesus Christus angesehen, man konzentrierte sich hier vermehrt auf Jesus als Prophet. [2] Im Kapitel VIII wird darauf eingegangen.


Quellen[Bearbeiten]

  1. Integraler Text (offizielle deutsche Übersetzung) von Dignitatis humanae
  2. Pesch 2001, S. 138-140