Condor (Fluggesellschaft)

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Bei Condor (voller Name: Condor Flugdienst) handelt es sich um eine deutsche Fluggesellschaft, die auf den touristischen Mittelstrecken- und Fernverkehr spezialisiert ist. Bis Ende der 1990er Jahre war Condor eine Tochtergesellschaft der Lufthansa und flog für diese Urlaubsziele an. Heute gehört Condor dem Reisekonzern Thomas Cook. Sitz und Heimatflughafen ist der Frankfurt Rhein-Main International.

Boeing 767 der Condor in Retrobemalung.

1 Geschäftsmodell[Bearbeiten]

Gegründet im Dezember 1955 von der Lufthansa und der Deutschen Bundesbahn, ist Condor seit je her eine so genannte "Ferienfluggesellschaft". Das bedeutet, sie verchartert Flüge oder Flugplätze an Pauschalreiseunternehmen oder fliegt im Linienverkehr touristische Ziele an. Bald nach ihrer Gründung wurde Condor so als vollwertige Tochtergesellschaft der Lufthansa zu deren Werkzeug, um im Ferienflugmarkt mit einem von der Lufthansa getrennten Angebot präsent zu sein. Seit 2006 dient Condor in dieser Funktion der neuen Muttergesellschaft Thomas Cook.

2 Flotte[Bearbeiten]

Gegenwärtig (Stand 2017) betreibt Condor 42 Flugzeuge:

  • 9 Airbus A320 (Mittelstrecke)
  • 7 Airbus A321 (Mittelstrecke)
  • 10 Boeing 757-300 (Mittelstrecke)
  • 16 Boeing 767-300ER (Langstrecke)

3 Sicherheit[Bearbeiten]

Trotz ihres in Deutschland guten Rufs, hat Condor - anders als Air Berlin und Germania einige schwere Unfälle mit Todesopfern zu verzeichnen.

  • 1960 fielen beim Anflug auf den Flughafen Rimini alle Motoren einer Convair Maschine aus. Von dreißig Passagieren und vier Besatzungsmitgliedern an Bord kam einer ums Leben.
  • 1970 stieß eine Boeing 737-100 der Condor über Spanien während des Fluges mit einer Piper zusammen. Alle Passagiere der kamen Piper ums Leben.
  • 1988 kollidierte eine damals moderne Boeing 737-200 beim Anflug auf den Flughafen Izmir mit einem Berg, nachdem es Konfusionen bezüglich des Instrumentenlandesystems gab. Die Maschine zerbarst in mehrere Teile und brannte völlig aus. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder kamen zu Tode. Die deutsche Presse berichtete damals nur sehr zurückhaltend über diesen gravierenden Absturz.

3.1 Potentielle Sicherheitsrisiken bei Condor[Bearbeiten]

Generell hat Condor eine für deutsche Verhältnisse sehr alte Flotte und betreibt zahlreiche Flugzeuge aus zweiter, dritter oder sogar vierter Hand, einige davon aus dem Ausland geleast. Die Vorbesitzer wie chinesische, kenyanische und russische Airlines sind nicht für eine besonders ausgereizte Sicherheitsphilosophie bekannt. Betroffen sind vor allem die Langstreckenflugzeuge des Modells Boeing 767-300ER mit einem Durchschnitssalter von ca. 22 Jahren. Häufige Besitzerwechsel, Voreigner aus Ländern der dritten Welt und das Alter der Flugzeuge entsprechen nicht dem Standard, der dem Image der ehemaligen Lufthansa-Tochtergesellschaft entspricht. Condor ist an einer Flottenerneuerung derzeit (2017) nicht interessiert, sondern kauft weitere Gebrauchtflugzeuge der Baureihe B767-300ER billig auf, steckt Geld in die Modernisierung der Passagierkabinen und hat damit hoch rentable, da billig beschaffte Langstreckenflugzeuge im Einsatz.

4 Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Karl-Peter Ritter: Condor, Ferienflieger mit Tradition. Ursa minor Verlag, Wedemark 2011.
  • Sven Weniger: Drei Propellermaschinen ins Heilige Land. Er machte das Fliegen erschwinglich: Der deutsche Charterflug wird sechzig. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31. März 2016.
  • Stauch, Günther: Das große Buch der Lufthansa, Geramond Verlag München 2003.
  • Aviation Safety Network
  • Website der Condor