Ìgbín

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Unverzierte ìgbín ohne Füße.

Die ìgbín (auch bekannt unter den Namen agba oder apesi) ist eine Trommel des im Südwesten Nigerias lebenden Volkes der Yoruba.

1 Details[Bearbeiten]

  • Es handelt sich um aufrecht stehende, oft zylindrische Trommeln. Sie können aber auch kegelförmig oder tonnenförmig gestaltet sein. Auf der oberen Seite sind sie mit einem Fell aus Leder bespannt. Die untere Seite ist offen. Gestimmt werden die ìgbín mit seitlich des Fells befestigten Pflöcken. [1]
  • Die ìgbín stehen oft auf drei aus dem Boden ausgeschabten Füßen. Sie sind teilweise undekoriert, können aber auch reich verziert sein, und sind manchmal sogar in Form menschlicher Figuren gestaltet. [2]
  • Sie werden mittels eines Stocks in der rechten Hand gespielt, während die linke Hand den Ton reguliert.
    Yoruba mit mehreren ìgbín in einem Dorf.
  • Die ìgbín stehen i.A. auf drei aus dem Boden ausgeschabten Füßen. Sie sind teilweise undekoriert, können aber auch reich verziert sein, und sind manchmal sogar in Form menschlicher Figuren gestaltet. [3]
  • Sie werden mittels eines Stocks in der rechten Hand gespielt, während die linke Hand den Ton reguliert.
  • Bei den Yoruba sind Trommeln einzelnen Gottheiten (Orishas) zugeordnet, und die Musik hat primär religiöse Funktion. So sind die ìgbín dem Schöpfergott Obatala geweiht, und werden bei religiösen Zeremonien des Ogboni-Bundes zu seiner Anrufung gespielt. [4]
  • Man fasst drei unterschiedlich große ìgbín, gespielt von drei Musiker, zu einer Gruppe zusammen. Das größte Instrument wird iya ìgbín genannt, das mittlere jagba ìgbín und das kleinste epele ìgbín. [5]
  • Bereits unter den Skulpturen von Ife aus dem 10. bis 14. Jahrhundert finden sich Darstellungen von ìgbín. [6]

2 Links und Quellen[Bearbeiten]

2.1 Siehe auch[Bearbeiten]

2.2 Weblinks[Bearbeiten]

Verzierte ìgbín.

2.2.1 Bilder / Fotos[Bearbeiten]

2.2.2 Videos[Bearbeiten]

2.3 Literatur[Bearbeiten]

  • Bode Omojola: Yoruba Music in the Twentieth Century - Identity, Agency, and Performance Practice, University of Rochester Press, 2012
  • Tamara De Silva: Symbols and Rituals - The Socio-religious role of the Ìgbín drum family, University of Maryland, 2006

2.4 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Frank Willett: A contribution to the history of musical instruments among the Yoruba; in Essays for a Humanist - An Offering to Claus Wachsmann, The Townhouse Press, New York, 1977, S. 351
  2. William Bascom: Drums of the Yoruba of Nigeria, Text zum Folkways Records Album Nr. FE4441, Folkways Records, New York, 1953
  3. Frank Willett: A contribution to the history of musical instruments among the Yoruba; in Essays for a Humanist - An Offering to Claus Wachsmann, The Townhouse Press, New York, 1977, S. 351
  4. Religion en Afrique, Band XX, Brill Academic Publishers, 1990, S. 211
  5. William Bascom: Drums of the Yoruba of Nigeria, Text zum Folkways Records Album Nr. FE4441, Folkways Records, New York, 1953
  6. Gerhard Kubik: Theory of African Music, Band I, University of Chicago Press, 2010, S. 28

3 Andere Lexika[Bearbeiten]

Wikipedia kennt dieses Lemma (Ìgbín) vermutlich nicht.