'Ss brent, Brider, 'ss brent (Lied von Mordechaj Gebirtig)

Aus PlusPedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Dieser Artikel wurde exklusiv für das Fernbacher Jewish Music Research Center geschrieben und darf ausdrücklich und unter Strafandrohung nicht in anderen Projekten/Wikis verwandt werden.


Antijudaismus gab es auch schon im Mittelalter - Diorama der Talmudverbrennung in Paris im Jahr 1242
'Ss brent, Brider, 'ss brent ist ein im Jahr 1938 vom jüdisch-polnischen Komponisten und Dichter Mordechaj Gebirtig komponiertes und getextetes Lied.

1 Entstehung[Bearbeiten]

  • Gebirtig komponierte das Lied unter dem Eindruck von antijüdischen Pogromen in Polen.
  • Er ließ sich speziell von einer Reihe von rund 150 polnischen Pogromen zwischen 1935 und 1937, bei denen insgesamt 79 Juden getötet und etwa fünfhundert verletzt wurden, zu dem Lied inspirieren.
  • Das Lied ist auch unter den Titeln Es brennt, Gore, Ss´ brennt oder Undser schtetl brennt bekannt. [1]

2 Musik[Bearbeiten]

Anfang des Liedes 'Ss brent, Brider, 'ss brent
  • Das in a-Moll stehende, traurige Lied beschränkt sich auf die tonleitereigenen Hauptstufen Tonika (a-Moll), Dominante (E-Dur und E7) und Subdominante (d-Moll).
  • Der Gesang ist eher, wie bei einem Rezitativ oder einer Moritat, sprechmäßig gehalten.
  • Die Textzeile `Ss brent bzw. das Wort brent wird melodisch durch Quartsprünge und längere Notenwerte (Viertel und punktierte Viertel) dramatisch hervorgehoben. Die restlichen Teile des Liedes sind dagegen von Sekundschritten, Tonwiederholungen und einigen Terzintervallen in kürzeren Notenwerten (Achtel und Sechzehntel) bestimmt.

3 Text[Bearbeiten]

  • Der Text ist in Jiddisch.
  • Das Lied ist eine Anklage gegen die Gerwalt gegenüber Minderheiten, und Menschen die nicht bereit sind sich dagegen einzusetzen.
  • Zuerst wird berichtet, wie die jüdische Siedlung (Schtetl) brennt. Im Text heißt es zu Anfang:
"`Ss brent! Brider, s’brent! / Oj, undser orem Schtetl nebech brent! / Bejse Windn mit Irgosen / Rajssn, brechn un zeblosn, / Schtarker noch di wilde Flamn, / Alz arum schojn brent!"
  • Dann wird den Zuschauern ihrer Tatenlosigkeit vorgeworfen. Im Text heißt es hier u.a.
"Alz arum schojn brent! / Un ir schtejt un kukt asoj sich mit farlejgte Hent, / Un ir schtejt un kukt asoj sich, unser Schtetl brent!"
  • Zu Ende des Liedes werden die Menschen aufgefordert tatkräftig beim Löschen mitzuhelfen. Im Text heißt es nun u.a.:
"`Ss brent, Brider, `ss brent! / Di Hilf is nor in ajch alejn gewent! / Ojb doss Schtetl is ajch tajer, / Nemt di Kejlim, lescht doss Fajer, / Lescht mit ajer efgen Blut, / Bawajst, as ir doss kent!" [2]

4 Aufnahmen und Rezeption[Bearbeiten]

5 Links und Quellen[Bearbeiten]

5.1 Siehe auch[Bearbeiten]

5.2 Weblinks[Bearbeiten]

5.2.1 Bilder / Fotos[Bearbeiten]

5.2.2 Videos auf Youtube[Bearbeiten]

5.3 Quellen[Bearbeiten]

5.4 Literatur[Bearbeiten]

5.5 Andere Wikis[Bearbeiten]

5.6 Naviblock[Bearbeiten]

5.7 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Moritz Pirol: Halali Band 2 - Zehn Porträts von Moritz Pirol, Verlag Orpheus und Söhne, 2010, S. 108
  2. Benjamin Ortmeyer: Jiddische Lieder gegen die Nazis, Seite 13 und 14
  3. Version der Band Oi Va Voi auf Youtube
  4. Ha’ayara Bo’eret von Salem auf Youtube
  5. www.salemband.com
  6. www.seekingcrackedpleasures.blogspot.de

6 Andere Lexika[Bearbeiten]

Wikipedia kennt dieses Lemma ('Ss brent, Brider, 'ss brent (Lied von Mordechaj Gebirtig)) vermutlich nicht.