Suites de Pièces pour le Clavecin (Händel)

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Von Jean-Paul Rouaud für Nicolas Dumont im Jahr 1707 gebautes Cembalo.
Die Suites de Pièces pour le Clavecin [1] sind 16 Suiten und ein Präludium und Chanconne für Cembalo zu zwei Händen von Georg Friedrich Händel. [2] Sie wurden wohl in den Jahren zwischen 1703 und 1726 komponiert und in zwei Teilen in den Jahren 1720 und 1733 unter den Werkverzeichnisnummern HWV 426 bis 433 sowie HWV 434 bis 442 veröffentlicht. [3]

1 Rezeption

Die Klaviersuiten fanden in der Zeit nach Veröffentlichung weite Verbreitung und übten nachhaltigen Einfluss auf die damaligen Zeitgenossen aus. Johannes Brahms, der eine Kopie der ersten Ausgabe von 1733 besaß, verwandte für seine Variationen und Fuge über ein ein Thema von Händel des Jahres 1862 ein Thema aus der ersten Suite in B-Dur (HWV 434) der zweiten Ausgabe. [4] Der erste Händel-Biograph, Friedrich Chrysander, schrieb zu den Klaviersuiten Händels im Jahr 1867:

"Zu allen Zeiten wird es die Menschen erfreuen und seine unverwüstliche Frische offenbaren. In vielen Sätzen ist es kinderleicht zu spielen; aber wer die Suiten so vorzutragen weiß, wie sie im Geist des Komponisten vorgetragen werden müssen, nimmt als Spieler einen sehr hohen Rang ein, denn in dieser Hinsicht gehören sie zu den schwierigsten Werken welche vorhanden sind. (...) Den Anfang der Herausgabe seiner Instrumentalwerke machte er im beginnenden Mannesalter und zwar mit einem herrlichen Werke für das Klavier, mit Compositionen die er in ihrer Art gleich unübertroffen setzte und ausführte." [5]

Im 20. Jahrhundert geriet Händels Klavierwerk, und auch die Suiten, dann zunehmend in den Schatten von Bachs Werken der gleichen Gattung. Die Suites de Pièces pour le Clavecin als "Gipfelwerke der Klaviermusik" werden auch gegen Ende des 20. Jahrhunderts von Hobby- und Berufspianisten längst noch nicht ihrem eigentlichen Rang nach "entsprechend gewürdigt". [6]

"Kaum ein Komponist erscheint in der heutigen Wertung seines Klavierwerkes mehr bedroht von der unmittelbaren Nähe J.S.Bachs wie sein größter Zeitgenosse, Händel." [7]

2 Erste Sammlung (HWV 426 bis 433)

  • Erste Suite in A-Dur mit den Sätzen Präludium - Allemande - Courante - Gigue
  • Zweite Suite in F-Dur mit den Sätzen Adagio - Allegro - Adagio - Allegro
  • Dritte Suite in d-Moll mit den Sätzen Präludium - Allegro - Allemande - Courante - Air mit Variationen - Presto
  • Vierte Suite in e-Moll mit den Sätzen Allegro - Allemande - Courante - Sarabande - Gigue
  • Fünfte Suite in E-Dur mit den Sätzen Präludium - Allemande - Courante - Air mit Variationen (später auch The Harmonious Blacksmith [8] genannt)
  • Sechste Suite in fis-Moll mit den Sätzen Präludium - Largo - Allegro - Gigue
  • Siebente Suite in g-Moll mit den Sätzen Ouverture - Andante - Allegro - Sarabande - Gigue - Passcaille
  • Achte Suite in f-Moll mit den Sätzen Präludium - Allegro - Allemande - Courante - Gigue

3 Audio

4 Weblinks

5 Andere Wikis

Die deutsche Wikipedia verfügt über keine Artikel zu einem der beiden Werke.

6 Einzelnachweise

  1. Anm.: Im Deutschen ist heute für das Werk auch die Bezeichnung Klaviersuiten, Suiten oder Acht große Suiten üblich.
  2. Anm.: Die Werke HWV 426 bis 433 sind nicht zu verwechseln mit den acht Klaviersuiten HWV 443 bis HWV 453 oder der Suite in B-Dur (HWV 455) sowie der Suite für zwei Cembali in c-Moll (HWV 446) von Händel.
  3. Hans Joachim Marx (Hrsg.): Das Händel-Handbuch, Band V, Händels Instrumentalmusik, Verlag Laaber, 2008, Seite 136 bis 142
  4. Klaus Wolters: Handbuch der Klavierliteratur zu zwei Händen, Atlantis Musikbuch-Verlag, Freiburg i. Br. und Zürich, 1977, S. 382 und 383
  5. Händel: Klavierwerke/Keyboard Works I - Erste Sammlung von 1720 - Urtext der Halleschen Händel-Ausgabe, Bärenreiter-Verlag, Kassel, 1995, BA 4224, (hier aus dem Text "Einführung in Händels Klaviersuiten"), Seite V
  6. Händel: Klavierwerke/Keyboard Works I - Erste Sammlung von 1720 - Urtext der Halleschen Händel-Ausgabe, Bärenreiter-Verlag, Kassel, 1995, BA 4224, (hier aus dem Text "Einführung in Händels Klaviersuiten"), Seite V
  7. Klaus Wolters: Handbuch der Klavierliteratur zu zwei Händen, Atlantis Musikbuch-Verlag, Freiburg i. Br. und Zürich, 1977, S. 204
  8. Zur Enstehungsgeschichte der Bezeichnung "The Harmonious Blacksmith" (auf Deutsch "Der harmonische Grobschmied") siehe Edward Bannerman Ramsay: Two lectures on the genius of Handel an the distinctive caracter of his sacred compositions, William Blckwood & Sons, London/Edinburgh, 1862, S. 19 und 20; Online hier nachzulesen