Krankheit als Weg (Buch)

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Das Buch Krankheit als Weg (Untertitel: Deutung und Be-Deutung der Krankheitsbilder) gehört seit 1983 zu den Standardwerken der deutschen Esoterik und spirituellen Medizin. Es ist ein Gemeinschaftswerk von Thorwald Dethlefsen und Rüdiger Dahlke. In München wurde es zunächst vom Bertelsmann Verlag, später vom Goldmann Verlag publiziert, wechselte später die Verlagsnamen und findet sich heute im Katalog eines auf spirituelle Themen ausgerichteten Publishers.

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1 Inhalt

Das Buch betrachtet Krankheiten auf einer metaphorischen Ebene, der zufolge alle Symptome eine spezifische inhaltliche Bedeutung tragen und ein seelisches Thema des Patienten widerspiegeln. Der Ansatz basiert unter anderem auf der Lehre vom Schatten, einer verzerrten Interpretation C.G. Jungs und dem Konzept der Psychosomatik, unterscheidet sich von letzterer aber bewusst dadurch, dass eine psychosomatische Deutung für jedes Symptom ohne Ausnahme für möglich (und sogar nötig) gehalten wird. Jede Krankheit wird somit in einem Sinnzusammenhang betrachtet. Diese Sichtweise nennen die Autoren selbst esoterisch und nicht wissenschaftlich".[1] Das Buch gliedert sich in einen etwas kürzeren ersten Teil, der die weltanschaulichen Grundlagen ihres Krankheitsverständnisses erklärt, und einen zweiten Teil, in dem die Autoren ihre Interpretation verschiedenster gängiger Krankheitsbilder erläutern. Sie sehen in ihrem Werk eine Ergänzung zur schulmedizinischen Sicht, die sie in ihrem Rahmen anerkennen und zugleich außerhalb von dieser angesiedelt ist.

2 Grundannahmen

Das Werk zeichnet sich durch eine Verdrehung und Unschärfe der Begrifflichkeiten aus, wie etwa "Lebensfilm", "Zeitlosigkeit", "Oberbewußtsein", "All-Einheit", etc. Allesamt wenig trennscharf, schwammig, wenn nicht gänzlich wohlklingende Nichtwörter. Sprechen die Autoren von "Psychotherapie", meinen Sie die von ihnen praktizierte "Reinkarnationstherapie", teilen dies aber erst auf den letzten Seiten des Buches mit. Generell meinen die Autoren, man könne Krankheiten durch das Analysieren ihrer Namen verstehen und verweisen auf Sprüche aus dem 'Volksmund', die auf irgendeine Art und Weise mit dem zu besprechenden Körperteil zu tun haben, beispielsweise "Ge-horsam" oder "jemandem sein Ohr leihen" im Kapitel über Ohrenkrankheiten. Von diesen Begriffen aus schließen sie auf die symbolische Bedeutung der jeweiligen Krankheit. Im Falle der Ohren kommen sie so zu dem Schluss, dass Ohrenkrankheiten etwas mit Gehorsamsverweigerung zu tun haben. Im Kapitel über Augenkrankheiten schliessen sie aus der Redewendung des "Nicht-sehen-wollens", dass Blinde deshalb nicht sehen können, weil sie ihr Inneres zu betrachten verweigert hätten und von der Redensart des "Nicht-mehr-schlucken-könnens" kommen sie zu der Erklärung, Halsschmerzpatienten seien nicht mehr bereit Wahrheiten oder Realitäten zu schlucken. So geht es durch das ganze Buch bis hin der Erkenntnis, dass man bei mangelendem "Kontakt" (gemeint ist Sex) zu Autounfällen neigt, weil man dann "bumms" macht.[2]

3 Kritik

Die Tatsache, dass viele Beispiele und Analogien einfach nicht stimmen können, fällt dem Leser zunächst nicht auf. Dies erreichen die Autoren durch den missbräuchlichen Einsatz von Kommunikationstricks (z.B. NLP), das Vertauschen von Ursache und Wirkung und einer intuitiven 'Bauernschläue' der Argumente. Auch alternativmedizinisch tätige Mediziner sehen hier ein erhebliches Problem, weil das Buch nicht nur völlig unwissenschaftlich ist. Vor allem wird bemängelt, dass die Autoren die Schuld für jede erdenkliche Krankheit beim Patienten abladen, dann aber keine Lösung anbieten. Weder medizinisch noch in ihrer eigenen Weltsicht, von der Werbung für eine "Reinkarnationstherapie" einmal abgesehen.

4 Literatur

  • Karin Spaink: Krankheit als Schuld? Die Fallen der Psychosomatik. Deutsch von Helga van Beuningen, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1994
  • Harald Walach: Ganzheitliche Heilkunde – theoretische Überlegungen und der Versuch einer Vision. In: Heilkunde versus Medizin. Hrsg. Albrecht, Henning, Hippokrates Verlag, Stuttgart 1993
  • Harald Walach: Spiritualität. Warum wir die Aufklärung weiterführen müssen. Drachen Verlag, Klein Jasedow 2011
  • Nina Buchheld, Harald Walach: Achtsamkeit in Vipassana-Meditation und Psychotherapie: Die Entwicklung des „Freiburger Fragebogens zur Achtsamkeit“. Zeitschrift für klinische Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie, 50, 2002

5 Belege

  1. 20. Auflage, vollständige Taschenbuchausgabe, Goldmann/Arkana München 2000, Seiten 8, 16
  2. Dethlefsen, Thorwald und Dahlke, Rüdiger: Krankheit als Weg. Deutung und Be-Deutung der Krankheitsbilder. Erste vollständige Taschenbuchausgabe. München 1989. Seite 311

6 Quelle

Thema löschgefährdet bei Wikipedia. Autoren dort. Rettende Übernahme des Init-Beitrags aufgrund seiner schlechten Qualität nicht möglich. Neufassung von Peter Frank, ehemals Europa-Universität Viadrina, für PlusPedia.

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