Karl Jaspers

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Karl Theodor Jaspers (* 23. Februar 1883 in Oldenburg; † 26. Februar 1969 in Basel) war ein deutscher Psychiater und Philosoph von internationaler Bedeutung. Er lehrte zuletzt an der Universität Basel und wurde 1967 Schweizer Staatsbürger.

Als Arzt hat Jaspers grundlegend zur wissenschaftlichen Entwicklung der Psychiatrie beigetragen. Er gilt auch als herausragender Vertreter der Existenzphilosophie, die er vom Existentialismus Jean-Paul Sartres strikt unterschied. Sein philosophisches Werk wirkt insbesondere in den Bereichen der Religionsphilosophie, Geschichtsphilosophie und der Interkulturellen Philosophie nach.[1] Mit seinen einführenden Schriften zur Philosophie, aber auch mit seinen kritischen Schriften zu politischen Fragen wie zur Atombombe, zur Demokratieentwicklung in Deutschland und zur Debatte um eine deutsche Wiedervereinigung hat er hohe Auflagen erreicht und ist einem breiteren Publikum bekannt geworden.

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1 Schriften (Auswahl)

  • Heimweh und Verbrechen (= Archiv für Kriminalanthropologie und Kriminalistik, Band 35), Vogel, Leipzig 1909 (Dissertation Universität Heidelberg 1908, 116 Seiten).
  • Allgemeine Psychopathologie. Ein Leitfaden für Studierende, Ärzte und Psychologen. Springer, Berlin 1913; 4., völlig neu bearbeitete Auflage: Berlin/Heidelberg 1946; seitdem zahlreiche weitere unveränderte Auflagen, ISBN 3-540-03340-8.
  • Psychologie der Weltanschauungen. Springer, Berlin 1919, ISBN 3-540-05539-8. (Inhaltsübersicht; PDF; 275 kB)
  • Strindberg und van Gogh. Versuch einer pathographischen Analyse unter vergleichender Heranziehung von Swedenborg und Hölderlin. E. Bircher, Leipzig 1922 (131 Seiten).
  • Die Idee der Universität. Springer, Berlin 1923; Neufassung 1946; weitere Neufassung, „für die gegenwärtige Situation entworfen“, mit Kurt Rossmann, 1961,
  • Die geistige Situation der Zeit. Berlin/Leipzig 1931; 5. Auflage 1932, ISBN 3-11-016391-8.
  • Max Weber. Deutsches Wesen im politischen Denken, im Forschen und Philosophieren. Stalling, Oldenburg i.O. 1932 (unter dem Titel Max Weber. Politiker, Mensch, Philosoph. Storm, Bremen 1946; mit neuem Vorwort: Piper, München 1958).
  • Philosophie. 3 Bände (I.: Philosophische Weltorientierung; II.: Existenzerhellung; III.: Metaphysik). Springer, Berlin 1932, ISBN 3-540-12120-X.
  • Vernunft und Existenz. Wolters, Groningen 1935.
  • Nietzsche. Einführung in das Verständnis seines Philosophierens. Springer, Berlin 1936, ISBN 3-11-008658-1.
  • Descartes und die Philosophie. Springer, Berlin 1937, ISBN 3-11-000864-5.
  • Nietzsche und das Christentum. Verlag der Bücherstube Fritz Seifert, Hameln [1938].
  • Existenzphilosophie. Drei Vorlesungen. de Gruyter, Berlin 1938.
  • Die Schuldfrage. Lambert Schneider, Heidelberg 1946.
  • Volk und Universität. In: Die Wandlung. Band 2, 1947, S. 54–64.
  • Von der Wahrheit. München 1947
  • Der philosophische Glaube. Fünf Vorlesungen. München/Zürich 1948. (Gehalten 1947 als Gastvorträge in Basel)
  • Vom Ursprung und Ziel der Geschichte. München & Zürich 1949 (Darstellung der Achsenzeit)
  • Einführung in die Philosophie. Zwölf Radiovorträge. Zürich 1950, ISBN 3-492-04667-3.
  • Vernunft und Widervernunft unserer Zeit. Drei Gastvorlesungen. München 1950.
  • Rechenschaft und Ausblick. Reden und Aufsätze. München 1951.
  • Die Frage der Entmythologisierung. München 1954 (Vgl. Beiträge zu Rudolf Bultmann und Fritz Buri).
  • Schelling. Größe und Verhängnis. München 1955. (Rezension)
  • Die großen Philosophen. Piper, München 1957, ISBN 3-492-11002-9.
  • Die Atombombe und die Zukunft des Menschen. München/Zürich 1957, ISBN 3-8302-0310-1.
  • Philosophie und Welt. Reden und Aufsätze. München 1958.
  • Wahrheit, Freiheit und Friede. Gemeinsam mit Hannah Arendt in: Karl Jaspers. Reden zur Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels. Piper, München 1958 (mit Arendts Laudatio Jaspers'. Diese online, siehe Weblinks
  • Freiheit und Wiedervereinigung. München 1960, ISBN 3-492-11110-6
  • Der philosophische Glaube angesichts der Offenbarung. Piper, München 1962, ISBN 3-492-01311-2
  • Nikolaus Cusanus, München 1964.
  • Kleine Schule des Philosophischen Denkens. Dreizehnteilige Vorlesungsreihe, BRD 1964 (Vorlesungen gehalten im 1. Trimester des Studienprogramms des Bayerischen Fernsehens im Herbst 1964); Tonaufzeichnungen von hinterlassenen Original-Tonbändern sind in Form von CD und Audio-DVD erhältlich.
  • Hoffnung und Sorge. Schriften zur deutschen Politik 1945–1965. München 1965.
  • Wohin treibt die Bundesrepublik? Tatsachen, Gefahren, Chancen. München 1966, mit einer Einführung von Kurt Sontheimer (Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste vom 13. Juni bis zum 16. Oktober 1966)
  • Zur Kritik meiner Schrift „Wohin treibt die Bundesrepublik?“. München 1967.
  • Schicksal und Wille. Autobiographische Schriften. München 1967.(Um ein Kapitel zu Heidegger erweiterte Neuausgabe) Piper, München 1977.
  • Gesamtausgabe. Band 21: Schriften zur Universitätsidee. Hrsg. v. Oliver Immel; Verlag Schwabe, Basel 2016, ISBN 978-3-7965-3423-2.

Aus dem Nachlass:

  • Chiffren der Transzendenz. Eine Vorlesung aus dem Jahr 1961, München 1970, ISBN 3-8302-0335-7.
  • Kant. Leben, Werk, Wirkung. München 1975.
  • Was ist Philosophie? München 1976.(Um ein Kapitel zu Heidegger erweiterte Neuausgabe) Piper, München 1977.
  • Philosophische Autobiographie. (Um ein Kapitel zu Heidegger erweiterte Neuausgabe) Piper, München 1977.
  • Notizen zu Martin Heidegger. München 1978.
  • Die großen Philosophen. Nachlass, Bd. 1. München 1981.
  • Die großen Philosophen. Nachlass, Bd. 2. München 1981, ISBN 3-492-02732-6.
  • Weltgeschichte der Philosophie (Einleitung). München 1982.
  • Wahrheit und Bewährung. Philosophieren für die Praxis. München/Zürich 1983.
  • Briefwechsel 1945–1968. K. H. Bauer & Karl Jaspers, hg. von Renato de Rosa. Springer, Berlin u. a. 1983 ISBN 3-540-12102-1
  • Briefwechsel 1926–1969. Hannah Arendt & Karl Jaspers, hg. von Lotte Köhler und Hans Saner. Piper, München/Zürich 1985. ISBN 3-492-02884-5
  • Briefwechsel 1920–1963. Martin Heidegger & Karl Jaspers, hg. von Walter Biemel, Hans Saner. Piper Klostermann, München Frankfurt am Main 1990. ISBN 3-465-02218-1
  • Nachlass zur Philosophischen Logik, hg. von Hans Saner. Piper, München 1991, ISBN 3-492-03458-6.
  • Erneuerung der Universität. Reden und Schriften 1945/46, hg. von Renato de Rosa. Lambert Schneider, Heidelberg 1986 ISBN 3-7953-0901-8.
  • Das Wagnis der Freiheit. Gesammelte Aufsätze zur Philosophie, hg. von Hans Saner. Piper, München/Zürich 1996 ISBN 978-3492038485.
  • Korrespondenzen. Drei Bände: Psychiatrie/Medizin, Philosophie, Politik/Universität; Hrsg. v. M. Bormuth, C. Dutt, D. von Engelhardt, D. Kaegi, R. Wiehl u. E. Wolgast; Wallstein, Göttingen 2016.

2 Literatur

  • Philipp Batthyány: Existentielle Freiheit und politische Freiheit. Die Freiheitsideen von Karl Jaspers und Friedrich August von Hayek im Vergleich. Duncker & Humblot (= Philosophische Schriften. Band 98), Berlin, 2019, ISBN 978-3-428-15744-0.
  • Otto Friedrich Bollnow: Existenzerhellung und philosophische Anthropologie (Link zu PDF; 171 kB). Versuch einer Auseinandersetzung mit Karl Jaspers. In: Blätter für Deutsche Philosophie. Jg. 12 (1938), S. 133–174. Nachdruck in: H. Snaner (Hrsg.): Karl Jaspers in der Diskussion. München/Zürich 1973, S. 185–223.
  • Matthias Bormuth: Karl Jaspers und die Psychoanalyse (= Medizin und Philosophie. Beiträge aus der Forschung. Band 7). Fromann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 2002, ISBN 3-7728-2201-0; englisch Lifeconduct in Modern Times. Karl Jaspers and Psychoanalysis. Springer, New York/Berlin 2006 (Rezension in Der Nervenarzt, Ausgabe 7, 2004).
  • Burkhart Brückner: Geschichtlichkeit und Aktualität der Theorie des Wahns in der Allgemeinen Psychopathologie von Karl Jaspers. In: Journal für Philosophie & Psychiatrie. jfpp-2-2009-03.
  • Andreas Cesana, Gregory J. Walters (Hrsg.): Karl Jaspers, geschichtliche Wirklichkeit mit Blick auf die Grundfragen der Menschheit. Beiträge zur 5. International Jaspers Conference, Istanbul, 10.–16. August 2003. Königshausen & Neumann, Würzburg 2008, ISBN 978-3-8260-3938-6.
  • Knut Eming, Thomas Fuchs: Karl Jaspers. Philosophie und Psychopathologie. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-8253-5352-0 (Rezension).
  • Dietrich von Engelhardt, Horst-Jürgen Gerigk (Hrsg.): Karl Jaspers im Schnittpunkt von Zeitgeschichte, Psychopathologie, Literatur und Film. Mattes, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-86809-018-5.
  • Brea Gerson: Wahrheit in Kommunikation: Zum Ursprung der Existenzphilosophie bei Karl Jaspers. Ergon, Würzburg 2004, ISBN 978-3-89913-330-1.
  • Johann Jakob Grund: Karl Jaspers. Seine Entwicklung zwischen 1945 und 1950 (PDF; 167 kB). In: Widerspruch Nr. 18 Restauration der Philosophie nach 1945. 1990, S. 69–73.
  • Jeanne Hersch (Hrsg.): Karl Jaspers. Philosoph, Arzt, politischer Denker. Symposium zum 100. Geburtstag in Basel und Heidelberg. Piper, München u. a. 1986, ISBN 3-492-10679-X.
  • Gunter Hofmann: Politik und Ethos bei Karl Jaspers. Doktorarbeit unter Dolf Sternberger. Heidelberg 1968.
  • Albrecht Kiel: Die Sprachphilosophie von Karl Jaspers, Anthropologische Dimensionen der Kommunikation. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2008, ISBN 978-3-534-21957-5.
  • Alan M. Olson (Hrsg.): Heidegger and Jaspers. Temple University Press, Philadelphia 1993.
  • Klaus Piper (Hrsg.): Karl Jaspers. Werk und Wirkung. Festschrift zum 80. Geburtstag. Piper, München 1963.
  • Renato de Rosa: Der Neubeginn der Universität 1945. Karl Heinrich Bauer und Karl Jaspers. In: Semper Apertus. Sechshundert Jahre Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 1386–1986, Bd. 1–6, hg. von Wilhelm Doerr u. a. Springer, Berlin u. a. 1985, hier Bd. 3, S. 544–568. ISBN 3-540-15425-6.
  • Renato de Rosa: Politische Akzente im Leben eines Philosophen. Karl Jaspers in Heidelberg 1091–1946. In: Karl Jaspers: Erneuerung der Universität. Reden und Schriften 1945/46. Hrsg. von Renato de Rosa und Lambert Schneider, Heidelberg 1986, S. 301–447 ISBN 3-7953-0901-8.
  • Kurt Salamun: Karl Jaspers. 2. Auflage. Königshausen und Neumann, Würzburg 2006, ISBN 978-3-8260-3253-0.
  • Hans Saner: Karl Jaspers. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. 12. Auflage. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2005, ISBN 3-499-50169-4.
  • Hans Saner: Karl Jaspers Denkwege – Ein Lesebuch. R. Piper, München/Zürich 1983, ISBN 3-492-02839-X.
  • P. A. Schilpp (Hg.): The Philosophy of Karl Jaspers. Tudor, New York 1957.
  • Werner Schüßler: Karl Jaspers zur Einführung. Junius, Hamburg 1995, ISBN 3-88506-914-8.
  • Reinhard Schulz / Giandomenico Bonanni / Matthias Bormuth (Hrsg.): »Wahrheit ist, was uns verbindet«. Karl Jaspers' Kunst zu philosophieren. Wallstein, Göttingen 2009, ISBN 978-3-8353-0423-9
  • Chris Thornhill: Karl Jaspers: Politics and Metaphysics. Routledge, London 2002 (dazu eine Rezension von Alan M. Olson).
  • Bernd Weidmann (Hrsg.): Existenz in Kommunikation. Zur philosophischen Ethik von Karl Jaspers.Verlag, Heidelberg 2005, ISBN 3-8260-2932-1.
  • Osborne P. Wiggins / Michael Alan Schwartz: Karl Jaspers (RTF; 81 kB), in: Lester Embree u. a. (Hrsg.): Encyclopedia of Phenomenology. Kluwer, Dordrecht und Boston 1997, ISBN ... (Contributions to Phenomenology), Seiten 371–376.
  • Hamid Reza Yousefi, Werner Schüßler, Reinhard Schulz, Ulrich Diehl (Hrsg.): Karl Jaspers. Grundbegriffe seines Denkens. Lau, Reinbek 2011, ISBN 978-3-941400-34-4.
  • Paul Meyer-Gutzwiller: Karl Jaspers und Basel. In: Basler Stadtbuch 1970, S. 149-163.

3 Weblinks

 Commons: Karl Jaspers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

4 Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Rüdiger vom Bruch: Karl Jasper. In: Wolfgang U. Eckart, Christoph Gradmann (Hrsg.): Ärztelexikon. Von der Antike bis zur Gegenwart. 2. Auflage. Springer, Heidelberg 2001, S. 177–179.

5 Vergleich zu Wikipedia




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