Judas Iscariot (Drama von Joseph Goebbels)

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Joseph Goebbels im Jahr 1944 im Kreis seiner Famillie.
Judas Iscariot ist ein Drama des NS-Propagandeministers Joseph Goebbels aus dem Jahr 1918.

1 Entstehung[Bearbeiten]

Jesus Christus ist in dem Drama der Gegenpol zu Judas. In dem Drama meint Judas in Bezug auf Jesus u.a.: "Und doch, ich bin nicht mit der Welt zufrieden, / Bin nicht zufrieden mehr mit unsrem Meister, / Es müßte heut doch der Tag der Freiheit, / Der Tag, an dem sich alles wenden muß."
  • Er verfasste das Werk während seines Studiums im August 1918.
  • Es handelt sich um ein Drama, das sich im Untertitel als eine biblische Tragödie ausgibt. [1]
  • Während der Entstehungszeit notierte Goebbels in seinem Tagebuch:
"Eine Idee ist mir aufgegangen. Krampfhaftes Arbeiten. „Judas Iscariot“ in 5 Akten. Versmaß. Ich fühle zum ersten Mal wieder Schöpferfreude. Akt für Akt nach Recklinghausen. Anka ist begeistert. Ein Nachmittag mit ihr in Düsseldorf. In drei Wochen die ganze Arbeit zu Ende. Anka schreibt eine Kritik auf beigelegten Zetteln." [2]
  • Goebbels war sehr stolz auf sein Werk. An Anka schrieb er u.a.:
"Die Sonne liegt auf dem Schreibtisch, und vor mir liegt mein Judas, mein alter Kampf- und Weggenosse, du glaubst nicht, wie mir das Werk ans Herz gewachsen ist, mit welchem Eifer ich daran arbeite."
  • Diese antwortete folgendermaßen:
"Heute morgen habe ich deinen Judas gelesen. Ich kann dir nur sagen, dass ich ganz stolz auf dich bin. Er steht so lebendig vor mir. Sein stürmisches Herz spricht sich in jedem Wort aus."
  • Seinem alten Religionslehrer gefiel das Werk dagegen gar nicht. Goebbels berichtete über ein Treffen folgendermaßen:
"Nach kurzer formeller Einleitung machte der ehrwürdige Leser mich in ruhigen und gesetzten Worten auf das Verderbliche meiner Schriftstellerei aufmerksam. Ich hatte eine Wut, wenn ich den Judas zur Hand gehabt hätte, ich glaube, ich hätte ihn in tausend Fetzen zerrissen. Denk dir mal, das Verlangen der Kirche geht so weit, dass ich sogar gezwungen bin, mein eigenes Exemplar in einem festgesetzten Zeitraum zu vernichten. Und dafür nun all die Arbeit, all die Pläne und all die Hoffnungen." [3]

2 Inhalt[Bearbeiten]

  • Goebbels macht in dem Drama den Verräter Judas zum sympathischen scheiternden Helden und politischen Widersacher Jesu Christi. Jesus ist dabei derjenige, der die berechtigten Rufe seines Volkes nach Freiheit ignoriert und dessen Hoffnungen auf ein für Judas enttäuschendes Jenseits vertröstet.

3 Links und Quellen[Bearbeiten]

3.1 Weblinks[Bearbeiten]

3.2 Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen Oppermann: Das Drama Der Wanderer von Joseph Goebbels - Frühformen nationalsozialistischer Literatur, Dissertation, Karlsruhe, 2005

3.3 Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jürgen Oppermann: Das Drama Der Wanderer von Joseph Goebbels - Frühformen nationalsozialistischer Literatur, Dissertation, Karlsruhe, 2005, S. 48 ff.
  2. Peter Gathmann und Martina Paul: Narziss Goebbels - eine psychohistorische Biografie, Böhlau Verlag, 2009, S. 63 und 64
  3. Versteigerung von Goebbels-Schriften - Judas, mein alter Kampfgenosse

4 Andere Lexika[Bearbeiten]

Wikipedia kennt dieses Lemma (Judas Iscariot (Drama von Joseph Goebbels)) vermutlich nicht.