Hector Berlioz (Historisch)

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Denkmal auf dem Square Hector Berlioz, Paris

Louis Hector Berlioz (* 11. Dezember 1803 in La Côte-Saint-André im Département Isère; gest. 8. März 1869 in Paris) war ein französischer Komponist.

1 Leben

Der Sohn eines Arztes studierte zunächst Medizin in Paris. Berlioz trat jedoch bald in das Konservatorium ein, wo Reicha sein Lehrer in der Komposition wurde. Indes behagte ihm die strenge Zucht dieses Mannes nicht, er verließ das Konservatorium wieder und suchte sich selbst fortzubilden. Er komponierte fleißig und wandte sich in der Musik den damals aufkommenden romantisierenden Bestrebungen zu.

Die erste Arbeit, mit der Berlioz, als Jüngling von 22 Jahren, hervortrat, war eine Messe, die in den Kirchen St. Roch und St. Eustache zur Aufführung kam, aber nicht gefiel. Er trat 1826 wieder ins Konservatorium und betrieb nun unter Lesueur mit Fleiß die freie Komposition. 1828–30 veröffentlichte er u. a. die Ouverturen zu «Waverley» und «Die Femrichter» sowie Symphonie fantastique («Épisode de la vie d'un artiste»). Diese Werke machten Aufsehen, ohne Beifall zu finden. Seit 1828 begann sich B. auch in verschiedenen Blättern nicht ohne Erfolg als musikalischer Schriftsteller zu betätigen und erhielt nach mehrmaliger vergeblicher Bewerbung 1830 für die Kantate «Sardanapale» den großen Kompositionspreis des Institut de France, besuchte Italien und kehrte nach 18 Monaten, als Gegner ital. Musik, mit einer Ouverture zu «König Lear» und einer Art Sinfonie, «Le retour à la vie» (von ihm «Melolog» genannt, einer Mischung von Instrumentalem, Vokalem und Rhetorisch-Deklamatorischem), nach Paris zurück.

Berlioz Stellung in Paris hob sich seit 1834, wo er als Mitarbeiter bei der neugegründeten «Gazette musicale de Paris», bald darauf bei dem «Journal des Débats» eintrat. Namentlich in letzterer Stellung, die er erst 1864 aufgab, machte er sich zu einem gefürchteten Kritiker. B. wurde 1839 Bibliothekar des Konservatoriums, 1850 Mitglied der Akademie und starb 9. März 1869 in Paris.

2 Werke

Von seinen vielen Kompositionen sind besonders hervorzuheben: die Sinfonie «Harold en Italie» (1834), ein Requiem (1837), die Oper «Benvenuto Cellini» (1838), die dramat. Sinfonie «Romée et Juliette» (1839), die «Symphonie funèbre et triomphale» (1840, bei Enthüllung der Julisäule), die Legende «La damnation de Faust» (1846), die Oratorientrilogie «L'enfance du Christ» (1854), ein doppelchöriges «Te Deum» (1856), die komische Oper «Béatrice et Bénédict» (1862), die Oper «Les Troyens à Carthage» (1864). Zu den letztern beiden Opern, ferner zum «Faust», zur «Enfance du Christ» u. a. hat B. auch den Text verfaßt.

Hieran schließen sich die Schriften: «Voyage musical en Allemagne et en Italie» (2 Bde., Par. 1845), «Les Soirées de l'orchestre» (ebd. 1853; 2. Aufl. 1854), «Les Grotesques de la musique» (ebd. 1859), «A travers chants» (ebd. 1862) und «Traité d'instrumentation» (ebd. 1844; deutsch von Dörffel, Lpz. 1864).

Nach seinem Tode erschienen seine, auch Briefe enthaltenden «Mémoires» (Par. 1870; 2. Aufl., 2 Bde., 1878) und seine «Correspondance inédite» (ebd. 1878). Seine «Gesammelten Schriften» sind verdeutscht von Rich. Pohl (4 Bde., Lpz. 1863–64).

3 Bedeutung

Die künstlerische Bedeutung von B. liegt in der meisterhaften Behandlung der Instrumente, denen er mancherlei neue Effekte abgewann, wie denn auch sein Lehrbuch der Instrumentation [1] das verbreitetste seiner Werke und allgemein anerkannt ist; seine Kompositionen, die neben vielem Lärmenden und Abstoßenden ebensoviel musikalisch Schönes enthalten, fanden in Frankreich erst nach seinem Tod allgemein jene Würdigung, die man ihnen vorher schon in Deutschland unter Führung von Robert Schumann, Franz Liszt u. a. hatte angedeihen lassen.

4 Literatur

  • Liszt, Berlioz und seine Harold-Sinfonie (deutsch von Ramann, Lpz. 1881);
  • A. Jullien, H. B. (Par. 1882 u. 1888);
  • Hippeau, Berlioz l'homme et l'artiste (3 Bde., ebd. 1883–85);
  • Ernst, L'Œuvre dramatique de H. B. (ebd. 1884);
  • R. Pohl. H. B., Studien und Erinnerungen (Lpz. 1884);
  • Lüning, Hector B. (2 Tle., Zür. 1892–94).

5 Quelle

6 Weblinks

 Commons: Hector Berlioz (Historisch) – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

7 Einzelnachweise

  1. Anm.: Erstmalig im Jahr 1844 als Grand Traité d’instrumentation et d’orchestration moderne erschienen. Im Jahr 1845 unter dem deutschen Titel Die Moderne Instrumentation und Orchestration herausgebracht.