Hanushova

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Hanushova (הנושווה, Übersetzung ungeklärt, evtl. jiddisch) war ein regionales Fest des deutschen Judentums der jüngeren Vergangenheit.

Der Beginn des Festes lag am 14. Tischri. Größte regionale Verbreitung fand das Fest in dem Gebiet um Nürnberg und der fränkischen Schweiz, strahlte aber in die gesamten deutschsprachigen jüdischen Gemeinden aus. Inhaltlich nahm das Fest mit der Thematisierung des Auszugs des Volkes Israel aus Ägypten den Inhalt des Pessach wieder auf, so dass es zu einer inhaltlichen Doppelung mit dem viel älteren Fest der jüdischen Tradition kam. Formal gab es Anklänge an Chanukka, da auch beim Hanushova die Lichtsymbolik im Mittelpunkt steht. Zentral ist das aufeinanderfolgende Anzünden dreier festlicher Kerzen, die jeweils mit entsprechendem Gesang begleitet werden.

Aufgrund der ungeklärten Wortbedeutung und der inhaltlichen Doppelung mit dem Pessach und der nur regionalen Verbreitung ist angenommen worden, dass es sich bei der Entstehung des Festes um eine bewusste Neuschaffung gehandelt hat, um im jüdischen Leben eine zumindest zeitliche Entsprechung zu den Bräuchen der nichtjüdischen Umwelt zu etablieren.

Literatur[Bearbeiten]

  • Fränkische Schweiz-Verein (Hg.), Jüdisches Leben in der Fränkischen Schweiz (Die Fränkische Schweiz - Landschaft und Kultur 11), Ebermannstadt 1997.
  • Jim G. Tobias / Peter Zinke (Hg.), Jüdisches Leben in Fürth (Beiträge zur deutschen und jüdischen Geschichte 2), Nürnberg 2002.