Feinunterscheidung von Monade und Universum

Aus PlusPedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Symbol OK.png Essayistische Zugabe zur Enzyklopädie

Eine Feinunterscheidung von Monade und Universum ist unter anderem deshalb sinnvoll, weil die Monade seelenhaft ist und das Universum raumzeitlich.

1 Gedankengang[Bearbeiten]

Der Unterschied scheint ohne weiteres überdeutlich zu sein, denkt man im alltäglichen Sprachgebrauch doch bei einer Monade spontan an Vereinzelung, Einsiedelei und außerdem an etwas Kleinformatiges, ganz und gar nicht also an die große Welt des allumfassenden Universums. Bedenkenswert ist aber, dass beide Begriffe den Wortbestandteil "ein(es)" mit sich führen, die Monade in der griechischen Fassung ("monos" = allein, einzig), das Universum in der lateinischen ("unus" = ein, einer). Das ist aber nicht weniger bedenkenswert als der Wortbestandteil "all(es)" im Begriff des Alleinseins. Alles geht mit Einem im Falle der Monade wie im Falle des Universums eine Verbindung ein, so dass man auch sagen könnte: Nur in einer Nuance unterscheidet sich die Monade mit ihrer Allein-heit vom Universum mit seiner All-einheit.

Diese Nuancierung hat sich sogar noch zugespitzt, seit die Kosmologen mit dem Gedanken mehr als nur spielen, dass es nicht nur ein Universum gibt, sondern viele, womöglich unendlich viele. Andererseits versteht sich die Monadologie im Vollsinn des Wortes, also die Leibnizsche, durchaus nicht weltlos, sondern als ausgereifte Spielart einer Psychologie, für welche jede Seele, jedenfalls die Geistseele, per se die ganze Welt noch einmal ist. Wegen derselben Universalität hat die Monade "keine Fenster". Sie braucht keine zu haben, weil sie ja alles in sich selber hat.

Anders als die klassischen Metaphysiker fragen sich die modernen Astrophysiker durchaus, ob sich nicht doch das eine oder andere Fenster öffnen lässt, damit zwischen den sonst bloß hypothetisch angenommenen Paralleluniversen zumindest so etwas wie ein Sichtkontakt hergestellt werden kann. Ganz zweifellos offen bleibt die Frage, wovon man letztlich mehr hat: vom jeweils nächsten Fortschritt der naturwissenschaftlichen Forschung oder von der persönlich ansprechendsten philosophischen Weltinterpretation, so sehr sie auch aus der Mode gekommen sein mag.

2 Literatur[Bearbeiten]

  • Gottfried Wilhelm Leibniz (1714): Monadologie
  • Lisa Randall (2005): Verborgene Universen